Damm

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Damm (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Damm

die Dämme

Genitiv des Dammes
des Damms

der Dämme

Dativ dem Damm
dem Damme

den Dämmen

Akkusativ den Damm

die Dämme

[3] Damm des Rückhaltebeckens „Mordgrundbach“ an der Bahra in Sachsen;
Aufnahme von Norbert Kaiser am 24. August 2006

Worttrennung:

Damm, Plural: Däm·me

Aussprache:

IPA: [dam]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Damm (Info), Lautsprecherbild Damm (Österreich) (Info)
Reime: -am

Bedeutungen:

[1] durch schüttende Anhäufung von Erdmassen und/oder Felsen, Steinen errichteter Wall
[2] der unter [1] beschriebene Wall als Uferbefestigung eines Gewässers zum Schutz vor Hochwasser
[3] Anlage zum Stauen von Wasser
[4] der unter [1] beschriebene Wall als Unterbau eines Verkehrsweges (Fahrweg, Schienenweg)
[5] in sumpfigem Gelände aus Holz (zumeist Holzbohlen) gefertigter Unterbau eines Fußweges
[6] nordostdeutsch, besonders berlinisch: Teil einer befestigten Straße, der für den Fahrzeugverkehr bestimmt ist
[7] übertragen: etwas, was (das Weiterkommen, das Erreichen eines Zieles, eine Entwicklung) be- oder verhindert
[8] Anatomie: (bei Säugetieren, ausgenommen Kloakentieren, vorhandene) Körperstelle, die als Weichteil-Brücke, den Darmausgang (After, Anus) von den äußeren Geschlechtsorganen (Hodensack/Skrotum, Scham/Vulva) trennt
[9] Bergbau: einen partiellen Bereich des Grubengebäudes von den übrigen Grubenbauten trennendes Bauwerk, das einen teilweisen oder vollständigen Verschluss der Strecke herstellt, um entweder zu verhindern, dass Wasser einströmt oder um den Wetterzug in eine bestimmte Richtung zu lenken oder um das weitere Ausbreiten eines Grubenbrandes zu verhindern

Herkunft:

Das Wort geht zurück auf das seit dem 13. Jahrhundert[1] bezeugte mittelhochdeutsche tam → gmh[1][2][3] / tamm → gmh[1]Flutdamm, Seedamm‘, dessen ältere neuhochdeutsche[3] Lautgestalt Tam / Tamm noch bis Anfang des 18. Jahrhunderts bezeugt ist, doch dringt mit Ausbreitung der an der Küste vervollkommneten Deichbaukunst d-Anlaut aus dem niederdeutschen/niederländischen Bereich bereits ins Mittelhochdeutsche ein (vergleiche mittelniederdeutsches dam → gml, mittelniederländisches dam → dum) und wird im Neuhochdeutschen vom 17. Jahrhundert an allgemein üblich (siehe auch die literatursprachliche Geltung der niederdeutschen Form bei bedeutungsähnlichem »Deich«).[2]
Das wohl gemeingermanische Wort (vergleiche altfriesisches damm → ofs, domm → ofs,[1] niederländisches dam → nl, altnordisches damm → non n, schwedisches damm → sv und wohl aus dem Mittelniederdeutschen/Mittelniederländischen mittelenglisches dam → enm, dame → enm / damme → enm sowie englisches dam → en)[2] hat keine sicheren außergermanischen Beziehungen.[3]
Kluge zufolge soll es sich, wie bei der altnordischen und den altfriesischen Formen, um eine späte Rückbildung aus dem Verb dämmen (vergleiche mittelhochdeutsches temmen → gmh)[3] handeln.[1]

Synonyme:

[1–5] Dammbau
[4] Trasse
[4] schweizerisch: Trassee
[5] Knüppeldamm
[6] Fahrbahn
[6] nordostdeutsch, besonders berlinisch: Fahrdamm
[8] Mittelfleisch
[8] fachsprachlich (Medizin): Perineum

Sinnverwandte Wörter:

[7] Beeinträchtigung, Behinderung, Bremsklotz, Erschwernis, Erschwerung, Handicap, Hemmklotz, Hemmnis, Hemmschuh, Hemmung, Hinderung, Hürde, Komplikation, Verwehrung, Widerstand
[7] veraltet: Embarras, Obstakel; Rechtssprache: Impediment
[8] Schritt

Gegenwörter:

[1, 4, 5] Graben
[6] Fußsteig, Fußweg
[6] bundesdeutsch (außer südwestdeutsch), österreichisch veraltet: Bürgersteig
[6] bundesdeutsch (außer südostdeutsch): Gehweg
[6] nord- und ostmitteldeutsch selten, westmitteldeutsch, südostdeutsch, österreichisch: Gehsteig
[6] süddeutsch, österreichisch: Gangsteig
[6] süddeutsch, österreichisch, schweizerisch, sonst veraltend oder landschaftlich: Trottoir
[6] Brasilien (Rio Grande do Sul, Santa Catarina): Kalsade
[6] Namibia auch: Pavement, Seitenpad

Oberbegriffe:

[1–6] Anlage
[1–6, 9] Bauwerk
[2, 3] Schutzanlage, Schutzwall
[7] Hindernis
[8] Körperstelle

Unterbegriffe:

[1–6] Dammkrone
[1] Berme, Deich, Erddamm, Steindamm
[2] Buhne, Hochwasserdamm, Hafendamm (Hafenmole, Kaimauer, Mole/österreichisch: Molo, Pier), Lahnung, Schutzdamm, Wellenbrecher
[3] Fangdamm/Fangedamm, Kofferdamm, Klausdamm/Klause, Querdamm, Schüttdamm, Spundwand, Staudamm/Namibia auch: Dammwall
[4] Bahndamm, Eisenbahndamm, Straßendamm, Streckendamm
[4, 6] Eigenname: Kurfürstendamm/Ku’damm
[9] Abschlussdamm, Bergedamm, Branddamm, Bretterdamm, Feuerdamm, Hauptdamm, Keildamm, Klotzdamm, Lettendamm, Mauerdamm, Rasendamm, Schnelldamm, Streckenbegleitdamm, Vordamm, Wasserdamm, Wetterdamm

Beispiele:

[1] „Er zerstörte die Dämme der Reisfelder, die Amaterasu angelegt hatte, verstopfte die Wassergräben und beschmutzte Amaterasus Palast in der häßlichsten Weise.“[4]
[1] „Durch Reihenexplosionen werden in wenigen Sekunden riesenhafte Dämme aufgeworfen, für die bisher viel Zeit und Arbeit aufgewendet werden mußte.“[5]
[2] „Also sie bauen weiter an dem neuen Damm im nordwestlichen Ende der Devils Bay.“[6]
[2] „Die Vororte und Dörfer rechts der Mulde haben ihr eigenes System von Deichen und Dämmen; Waldersee ist völlig von einem fast kreisförmigen Damm umschlossen. Die Menschen mußten erreichen, daß die Dämme hielten.“[7]
[2] „Flüsse traten über die Ufer, Dämme barsten.“[8]
[3] Hinter dem Damm stauten sich gewaltige Wassermassen, deren Energie sich in den 200 Meter tiefergelegenen Turbinen entlud, um weite Teile des Landes mit Elektrizität zu versorgen.
[3] „Er kletterte mit Kati und Balla über die Gerüstbrücken, führte sie in das Innere des Dammes, in die Hallen, in denen bald das Wasser rauschen und die Turbinenschaufeln sich drehen würden.“[9]
[3] „Ende des 19. Jahrhunderts hatte ein geschäftstüchtiger Kopf die Idee, im oberen Teil der Schlucht Dämme zu errichten und das kostbare Nass zu speichern.“[10]
[4] „Er wusste genau nur noch den Treck durch den Winter über den breiten baumlosen Damm der Landstrasse unter dem heulenden Lärm der Tiefflieger und die schreienden Pferde in ihrem unbehilflichen Wälzen und das Blut im Gesicht seiner Mutter und die stöhnenden Menschen unter den Planen neben den verrenkten vom Strassenpflaster geschüttelten Leichen, als die Wagen wieder fuhren hin zur anderen Seite des verdammten verdammten verdammten Scheisskriegs.“[11]
[5] „Geleise einer Transportbahn, ein alter Bahnwagen, eine Stelle, wo unlängst mit Spaten Torf gestochen worden war, Reste von Torfabbaumaschinen, der Riedsee, Torfschuppen, Heidelbeerstauden, Erikas und andere Moorpflanzen, auf ins Moor gebauten Bohlenpfaden und auf Dämmen konnte alles bestaunt werden.“[12]
[6] „Gehn Sie weg vom Damm, junger Mann, ſonſt überfährt Sie ein Auto.“[13]
[6] „Am Alexanderplatz reißen ſie den Damm auf für die Untergrundbahn.“[14]
[6] „Da ist einer ausgestiegen vor neun Jahren auf irgend einem Bahnhof in Westberlin, aus dem Schacht aufsteigend kam er in das nachmittäglich gedämpfte Licht eines Augusttages, überquerte den mäßig befahrenen Damm, sah sich um, ging wie suchend in eine kleinere Straße.“[15]
[6] „Da fährt der Wagen an, Elisa Kirschbaum tritt ins Leere und fällt auf den Damm.[16]
[6] „Sie erinnert sich an die Taxis, die einander am Morgen auf dem Damm drängen, im Einbiegen aufgehalten von einem Verkehrslicht, dessen Rot die Fußgänger zum Gang über die östliche Einbahnstraße ausnutzen können, in dessen Grün sie die wartenden Wagen behindern dürfen.“[17]
[7] „Die Kräfte, die der Sturm der Verzweiflung in ihnen aufgewühlt hatte, hatten einen Willen, einen Weg. Der Damm war gebrochen.“[18]
[7] „Gleich mußte die Angst den Damm des Willens zerreißen und ihn überfluten.“[19]
[8] Durch die Geburt war der Damm verletzt und musste medizinisch versorgt werden.
[8] „Auch Schmerzen in den Monaten nach der Geburt traten bei den Frauen seltener auf, die ihren Damm vor der Geburt massiert hatten.“[20]
[8] „Trotzdem: Während der ersten Geburt ist mein Damm eingerissen (Dammriss zweiten Grades), und seit meiner zweiten Geburt kann ich nicht mehr joggen, weil ich an leichter Inkontinenz leide (obwohl ich das Rückbildungsturnen besucht habe).“[21]
[8] „Andererseits kann auch eine natürliche Geburt mit Problemen einhergehen, einem gerissenen Damm oder Blutungen.“[22]
[9] „Um dieser [Entzündung der Kohle] zu begegnen, sind die Zugänge des Abbaufeldes durch Dämme abgesperrt, welche den Zutritt der Luft und die mit diesem in Verbindung stehende Oxydation des Schwefelkieses verhindern. Die Dämme bestehen aus zwei 3 Fuss von einander entfernten Mauern, von welchen die dem Abbaufelde zugewendete aus Bergwänden, die dem offenen Grubenbaue zugekehrte aus Ziegelsteinen und gewöhnlichem Mörtel aufgeführt ist.“[23]

Redewendungen:

[1–3] wenn …, dann werden alle Dämme brechen
[6] jemandem auf den Damm helfen
[6] jemanden wieder auf den Damm bringen
[6] nicht auf dem Damm sein
[6] wieder auf dem Damm sein

Charakteristische Wortkombinationen:

[1–6] einen Damm anlegen, gehoben: aufführen, aufschütten, aufwerfen, bauen, befestigen, schaufeln, überhöhen
[1–3, 8, 9] der Damm bricht
[1, 2] einen Damm durchstechen, unterspülen, unterwaschen
[6] über den Damm gehen; (eilig) über den Damm laufen; (rasch) den Damm überqueren; Kinder sollen nicht auf dem Damm spielen
[7] dem Unrecht einen Damm entgegensetzen, setzen; einen Damm gegen die Willkür des Herrschenden errichten

Wortbildungen:

[1–6, 9] Dammbau
[1–3, 7] dämmen, eindämmen
[1–3] Dammbruch, Dammstraße
[1–3] abdämmen
[1, 2] Dammböschung, Dammrutsch
[2] Dammbalken
[9] Dammriss, Dammschnitt, Dammschutz

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–6, 8, 9] Wikipedia-Artikel „Damm
[1, 2, 4, 6–8] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Damm
[*] canoo.net „Damm
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Damm
[2–4, 8] The Free Dictionary „Damm
[1, 2, 4, 6–8] Duden online „Damm
[1–4, 8] wissen.de – Wörterbuch „Damm
[2–5] wissen.de – Lexikon „Damm (Bauwesen)
[8] wissen.de – Lexikon „Damm (Anatomie)
[2, 4, 8] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Damm
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonDamm
[9] Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Erste Abtheilung. A bis K, Verlag von Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1870, Seite 126 (Google Books).
[1, 2, 4, 6–8] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Damm«, Seite 390.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Damm“, Seite 178.
  2. 2,0 2,1 2,2 Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Damm“.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. neu bearbeitete 5. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »Damm«, Seite 207.
  4. Wilhelm Gundert: Schintoismus. In: Maximilian Kern (Herausgeber): Das Licht des Ostens. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1922, Seite 526.
  5. ZEITSPIEGEL. In: Die Zeit. Nummer 04, 22. Januar 1953, ISSN 0044-2070, Seite 2 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 15. Juni 2018).
  6. Karel Capek: Der Krieg mit den Molchen. In: Projekt Gutenberg-DE. 1. Buch, 4. Kapitel ([nicht mehr einsehbare URL]).
  7. Stefan Heym: Im Kopf – sauber. Schriften zum Tage. Paul List Verlag, Leipzig 1954, Seite 187 (Zitiert nach Google Books).
  8. Bartholomaeus Grill: Biblisches Desaster. Der Süden Afrikas ist mit der Flutkatastrophe überfordert. In: Zeit Online. Nummer 10, 2. März 2000, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 15. Juni 2018).
  9. Erik Neutsch: Spur der Steine. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1964, Seite 836.
  10. E. W. Heine: Kaiser Wilhelms Wal. Geschichten aus der Weltgeschichte. C. Bertelsmann Verlag, München 2013, ISBN 978-3-570-10148-3, Seite 127.
  11. Uwe Johnson: Mutmaßungen über Jakob. Roman. 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000, ISBN 978-3-518-39628-5, Seite 93 (Erstausgabe 1959).
  12. P. Stutz: Auf den Spuren der Torfstecher. In: St. Galler Tagblatt. Nummer 212, 12. September 2009, Seite 49.
  13. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. S. Fischer Verlag, Berlin 1930, Seite 73 (Zitiert nach Google Books; Erstveröffentlichung 1929).
  14. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. S. Fischer Verlag, Berlin 1930, Seite 136 (Zitiert nach Google Books; Erstveröffentlichung 1929).
  15. Uwe Johnson: Das dritte Buch über Achim. Roman. [5. Auflage,] 21.–25. Tausend, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1962, Seite 230.
  16. Jurek Becker: Jakob der Lügner. Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1969, Seite 232.
  17. Uwe Johnson: Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl. [Band 1], Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1970, Seite 11.
  18. Georg Heym: Der fünfte Oktober. In: Der Dieb. Ein Novellenbuch. Ernst Rowohlt Verlag, Leipzig 1913, Seite 23 (Zitiert nach Digitalisat der DNB; posthum erschienen).
  19. Bruno Apitz: Nackt unter Wölfen. Roman. Ungekürzte Ausgabe, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1961 (rororo Taschenbuch 416/417), Seite 153 (Erstausgabe 1958).
  20. Hilfreiches Dehnen. In: Süddeutsche Zeitung. 25. Januar 2006, ISSN 0174-4917, Seite 9.
  21. Warum ich einen Kaiserschnitt wollte. In: NZZ am Sonntag. 22. August 2010, Seite 71.
  22. Jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt. In: Rhein-Zeitung. 5. Februar 2013, Seite 15.
  23. G. F. Herold: Der Bergbau in dem Steinkohlegebirge Englands und Schottlands. Bericht über eine im Jahre 1852 ausgeführte Reise. In: R[udolf]. v[on]. Carnall, mit Genehmigung der Ministerial-Abtheilung für Berg-, Hütten- und Salinenwesen (Herausgeber): Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem preussischen Staate. Dritter Band, Verlag von Wilhelm Hertz, Berlin 1856, Seite 68 (Zitiert nach Google Books).

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Damm

die Dämme

Genitiv des Dammes
des Damms

der Dämme

Dativ dem Damm
dem Damme

den Dämmen

Akkusativ den Damm

die Dämme

[1] Blick auf den Vanderkloof-Damm am Oranje-Fluss zehn Kilometer nordöstlich von Petrusville zwischen den Provinzen Nordkap und Freistaat, Südafrika;
Aufnahme von Tinus Badenhorst am 15. November 2008
[1] Blick aus der Vogelperspektive auf den Oanob-Damm sieben Kilometer westlich von Rehoboth, Namibia;
Aufnahme von Olga Ernst und Hanspeter Baumeler am 3. Mai 2017
[1] Blick aus der Vogelperspektive auf den Goreangab-Damm im Nordwesten von Windhoek, Namibia;
Aufnahme von Hanspeter Baumeler am 28. September 2017

Worttrennung:

Damm, Plural: Däm·me

Aussprache:

IPA: [dam]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Damm (Info)
Reime: -am

Bedeutungen:

[1] NamibiaSüdafrika (KwaZulu-Natal; Mpumalanga: Piet Retief): Becken für gestautes Wasser in der Art eines Stausees
[2] Südafrika (KwaZulu-Natal; Mpumalanga: Piet Retief): kleine Mulde, in der sich Wasser angesammelt hat

Herkunft:

Es handelt sich um Lehnbedeutungen nach afrikaansem dam → af[1][2] ‚[p]lek waar water opgegaar word, gewoonlik ’n holte of waterloop met ’n wal; ook die water wat opgegaar is‘[3].

Sinnverwandte Wörter:

[1] Speicherbecken, Staubecken, Stausee, Stauwerk
[1] österreichisch: Speicher
[2] Teich, Tümpel, Weiher

Gegenwörter:

[1, 2] Damm, Staudamm
[1, 2] Namibia auch: Dammwall

Oberbegriffe:

[1, 2] Gewässer
[1] Sammelbecken, Wasserreservoir, Wasserspeicher

Beispiele:

[1] „Dieser Tank füllt sich, so wie sich der Damm füllt. Solange der Wasserspiegel im Tank und draußen im Damm gleich ist, passiert nichts.“[4]
[1] „Sieben Artgenossen [Flusspferde] sind bereits auf der Farm, aber in einem weit entfernten Damm ausgesetzt worden.“[5]
[1] „Insgesamt sank der Wasserspiegel des Damms an diesen beiden Tagen um 35 cm.“[6]
[1] „Als der Fischfluss am Samstagabend gegen 22 Uhr einen zulauf von 500 Kubikmeter/Sekunde erhielt und der Hardap-Damm ein Fassungsvermögen von 71,8 Prozent erreichte, hat NamWater die Schleusen abb 21 Uhr zum ersten Mal mit einem Auslauf von 200 m³/sek geöffnet und bis zu einem Durchlass von 300 m³/sek angehoben. […] Mariental wird bei solchem Auslauf des Dammes nicht durch Überflutung bedroht.“[7]
[1] „Trotz der zahlreichen hohen Niederschläge in weiten Landesteilen gab es wenig Zulauf in die Dämme, die Windhoek mit Wasser versorgen.“[8]
[1] „Vor einem Monat stand das Gesamtvolumen an Wasser in Namibias Dämmen auf 442 Millionen m³, vor einer Woche auf 431 Millionen m³ und gestern auf 430 Millionen m³. Bei dem - je nach Region - etwa zwei bis drei Wochen ausgebliebenen Regen sieht dieser Stand gut aus, vergleicht man diesen Stand mit den 247 Millionen m³, die sich im Vorjahr zum Anfang der wirklich extremen Wasserkrise in den Dämmen befanden: Das ist immerhin 74% mehr Inhalt.“[9]
[1] „Im Vorjahr war die Füllmenge der namibischen Dämme durch eine gute Regensaison auf 432,7 Millionen m³ angestiegen und war somit die Dürre der Saison 2016/17 weitgehend beendet. Jetzt steht der Pegel aller Dämme nur noch auf 42,5% (296,5 Millionen m³) und droht vor allem dem Zentralgebiet und der Umgebung um Gobabis eine erneute Wasserkrise, da der Pegel des Von-Bach-Dammes zwar durch das vom Omatako-Damm abgepumpte Wasser künstlich erhalten blieb, dafür aber der Omatako-Damm indessen leer ist (0,9%), weil er keinen Neuzufluss erhielt.“[10]
[2]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] auf dem Damm segeln, im Damm baden

Wortbildungen:

Damminhalt, Dammwall, Dammwasser

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonDamm
[1] Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Herausgeber): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Stichwort »Damm«, Seite 49.
[1, 2] Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Stichwort »Damm«, Seite 72.
[1] Birte Kellermeier-Rehbein: Koloniallinguistik aus hochschuldidaktischer Perspektive. In: Stefan Engelberg, Doris Stolberg (Herausgeber): Sprachwissenschaft und kolonialzeitlicher Sprachkontakt. Sprachliche Begegnungen und Auseinandersetzungen. Akademie Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-005973-0, Seite 306 (Google Books).
[1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »Damm«, Seite 164.

Quellen:

  1. Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Herausgeber): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Stichwort »Damm«, Seite 49.
  2. Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Stichwort »Damm«, Seite 72.
  3. F.F. Odendal, R.H. Gouws; Laetitia Botha, Irène Wasserfall (Herausgeber): HAT, Verklarende Handwoordeboek van die Afrikaanse Taal. Pearson Education South Africa, Kaapstad 2005, ISBN 978-1-86891-243-8, Seite 143 (Zitiert nach Google Books).
  4. Irmgard Schreiber (Interviewerin), Kai Lund (Interviewter): Erstmals im Einsatz: Das Patent der Schleusen am Avis-Damm. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 20. Januar 2004, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 15. Juni 2018).
  5. Endlich in neuer Heimat und Freiheit. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 21. Juli 2005, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 15. Juni 2018).
  6. Avis-Damm dicht. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 25. Januar 2006, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 15. Juni 2018).
  7. Hardap-Schleusen werden beizeiten zur Vorbeugung geöffnet. In: Allgemeine Zeitung. Älteste Tageszeitung Namibias – Nachrichten von A bis Z auf gut Deutsch. Nummer 39, 25. Februar 2008, ISSN 1560-9421, Seite 1 (Onlineversion URL, abgerufen am 15. Juni 2018).
  8. Dirk Heinrich: Naute steigert um 19 Prozent. Omatako nur zu 1,5 Prozent voll – 185 mm in 50 Stunden – Von-Bach wenig Zufluss. In: Allgemeine Zeitung. Aktuell Mittendrin Für Dich. Nummer 15, 22. Januar 2016, ISSN 1560-9421, Seite 1.
  9. Frank Steffen: Dämme nur noch zu 42,5% gefüllt. Wesentlich besserer Stand der Dämme in diesem Jahr. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 11. April 2017, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 15. Juni 2018).
  10. Frank Steffen: Dämme nur noch zu 42,5% gefüllt. Namibias Wasserreserven sind jetzt niedriger als im Vorjahr. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 6. März 2018, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 15. Juni 2018).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: dam, dämm, Darm, dumm, Hamm, Kamm, Lamm, Ramm, ramm
Levenshtein-Abstand von 2: klamm, Klamm, Gramm, Stamm
Levenshtein-Abstand von 3: stramm
Levenshtein-Abstand von 4: Schlamm, Schwamm, schwamm