karg
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[Bearbeiten] karg (Deutsch)
[Bearbeiten] Adjektiv
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| karg | karger kärger |
am kargsten am kärgsten |
Worttrennung:
- karg, Komparativ: kar·ger, kär·ger, Superlativ: am kargs·ten, am kärgs·ten
Aussprache:
- IPA: [kaːk], [kaɐ̯k], [kaʁk],
- Komparativ 1: [ˈkaːɡɐ], [ˈkaɐ̯ɡɐ], [ˈkaʁɡɐ], Komparativ 2: [ˈkɛɐ̯ɡɐ]
- Superlativ 1: [ˈkaːkstn̩], [ˈkaɐ̯kstn̩], [ˈkaʁkstən], Superlativ 2: [ˈkɛɐ̯kstn̩], [ˈkɛʁkstn̩]
- Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
- [1] bezüglich Bezahlung, Nahrung, Zeit, und so weiter knapp, gering bemessen
- [2] bezüglich Anerkennung, Begeisterung, Zuspruch; Bericht, Nachrichten; Lichtquelle, und so weiter knapp, gering bemessen
- [3] Landwirtschaft: ertragsarm
- [4] mit dem, was man zu geben bereit ist, zurückhaltend
- [5] veraltend: penibel darauf achtend, so viel wie möglich für sich zu behalten
Herkunft:
- seit dem 9. Jahrhundert bezeugt; mittelhochdeutsch: karc „listig, sparsam, schlau“; mittelniederdeutsch: karich; althochdeutsch: charag, karag „traurig, reuig“; dieses ist ein Denominativ zu althochdeutsch chara, kara „Klage, Reue, Kummer“; aus germanisch: *karō „Sorge, Kummer“; etymologische Verwandtschaften bestehen zu niederländisch karig „karg, spärlich“ (mittelniederländisch: cārich); altenglisch: cearu, cearig „traurig“, englisch: chary „behutsam“ [1][2]; vergleiche Karfreitag
Synonyme:
- [1] beschränkt, dürftig, gering, knapp, spärlich
- [3] mager, öde
- [4] schweizerisch: häuslich
- [5] engherzig, geizig, umgangssprachlich: knauserig
Sinnverwandte Wörter:
- [1] frugal, jämmerlich, kümmerlich
- [2] dünn, jämmerlich; abwertend: mickerig, primitiv, schwach, sporadisch, stumpf, unaufdringlich, wenig, zurückhaltend
- [3] dürr, fruchtlos, unfruchtbar, wüstenhaft
- [4] haushälterisch, sparsam, unfreigebig
Gegenwörter:
- [2] häufig, reichlich, viel
- [3] ertragsreich, fruchtbar, nutzbar, urbar
- [4] freigebig, gebefreudig, generös, großzügig, schweizerisch: large, nobel, umgangssprachlich: spendabel, splendid, weitherzig
- [5] verschwenderisch, abwertend: verschwendungssüchtig
Unterbegriffe:
- [2] wortkarg
Beispiele:
- [1] Was kann man sich schon noch leisten bei solch einem kargen Lohn.
- [2] Der Regisseur arbeitet nur mit kargem Licht.
- [3] Wir fuhren durch eine karge Gegend.
- [4] Er ist eher mit Worten karg und hält sich bedacht zurück.
- [5] Sie erhielt nur kargen Zuspruch.
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1] eine karge Bezahlung, ein karges Gehalt, ein karger Lohn, eine karg bemessene Freizeit, die karg bemessene Zeit, ein karges Essen, eine karge Kost, ein karges Mahl, eine karge Nahrung
- [2] eine karge Anerkennung, ein karger Applaus, eine karge Begeisterung, ein karger Beifall, ein karges Echo, eine karge Huldigung, ein karger Jubel, ein karges Licht
- [3] karger Boden, karge Erde, karge Gegend, karges Land
- [4] eine karge Belobigung, ein karges Lob, mit Worten karg sein
- [5] eine karge Ehre, ein karger Preis, eine karge Verehrung, eine karge Würdigung, ein karger Zuspruch
Abgeleitete Begriffe:
- abkargen, blutkarg, blutkargend, einkargen, erkargen, kargen, Kargheit, Karglaut, Karglautheit, Karglautigkeit, kärglich, nachkargen, pfennigkarg, schreibkarg, unkarg, wortkarg, Wortkargheit, vorkargen, zeitkarg
[Bearbeiten] Übersetzungen
Dialektausdrücke:
? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1, 4–5] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „karg“
- [1–4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „karg“
- [4] canoo.net „karg“
- [1–3] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon „karg“
- [1, 3] The Free Dictionary „karg“
Quellen:
- ↑ Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 472, Seite 471, Eintrag „Karfreitag“.
- ↑ Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Seite 624.
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