Bus

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Bus (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ der Bus die Busse
Genitiv des Busses der Busse
Dativ dem Bus
dem Busse
den Bussen
Akkusativ den Bus die Busse
[1] Bus mit zwei Etagen

Anmerkung zur Orthographie:

„»Autobus«, »Omnibus« und die Kurzform »Bus« werden wie das zugrunde liegende lateinische Wort omnibus → la im Nominativ, Dativ und Akkusativ Singular nur mit einem -s geschrieben, obwohl der Genitiv Singular und die Pluralformen mit Doppel-s gebildet werden (des Busses, die Busse).“[1]

Worttrennung:

Bus, Plural: Bus·se

Aussprache:

IPA: [bʊs], Plural: [ˈbʊsə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Bus (Info), Plural: Lautsprecherbild Busse (Info)
Reime: -ʊs

Bedeutungen:

[1] als Verkehrsmittel im öffentlichen Personennahverkehr eingesetztes vielsitziges, großes Kraftfahrzeug zur Beförderung einer größeren Anzahl von Personen

Herkunft:

Es handelt sich um eine aus der letzten Silbe gewonnene Kurzform für »Omnibus« (Näheres siehe dort), die im 19. Jahrhundert zuerst in England in der Form bus → en, dann Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland und Frankreich üblich wurde.[2][3]

Synonyme:

[1] Omnibus
[1] vor allem schweizerisch: Autobus

Sinnverwandte Wörter:

[1] Autobus
[1] schweizerisch: Autocar, Car

Oberbegriffe:

[1] Fahrzeug, Kraftfahrzeug, Kraftwagen, Nutzfahrzeug
[1] Beförderungsmittel, Massenbeförderungsmittel
[1] Massenverkehrsmittel, Verkehrsmittel

Unterbegriffe:

[1] Aerobus, Anschlussbus, Autobus, Bahnbus, Bücherbus, Bürgerbus, Campingbus, Duo-Bus, Elektrobus, Gelenkbus, Greyhoundbus, Gyrobus, Kleinbus, Linienbus, Mannschaftsbus, Midibus, Minibus, Nachtbus, Niederflurbus (Low-Entry-Bus), Oberleitungsbus/Obus/O-Bus, Omnibus, Panoramabus, Postbus, PTT-Bus, Regiobus/Regionalbus, Reisebus, Rufbus, Schichtbus, Schienenbus, Schienenersatzbus, Schnellbus, Schulbus, Shuttlebus, Sightseeingbus/Sightseeing-Bus, Sonderbus, Spurbus, Taxibus, Trolleybus/Trolley-Bus/Trolley, Überlandbus, Werkbus/Werksbus, Zubringerbus/Buszubringer
[1] Doppeldecker, Hochdecker, Nightliner

Beispiele:

[1] Ich habe leider den Bus verpasst.
[1] „Der Bus hielt, der Junge lief hin und tatschte auf die Tür. Plötzlich standen da zwei Busse. Der Busfahrer, der gerade vor dem Bus stand, war ganz verwirrt. Er wusste nicht mehr, in welchen Bus er einsteigen sollte.“[4]
[1] „‚Der Bus kommt gleich‘. ‚Ich kann nicht so schnell‘, sagt Paul. […]Gerade noch rechtzeitig erreichen sie den Bus.[5]
[1] „KW hat ein für Kanada ordentliches öffentliches Verkehrssystem, an einem Wintersonntag kann es aber sein, dass man eine Stunde bei minus 30 Grad auf den Bus warten muss.“[6]
[1] „Die Busse durchqueren Bethlehem, das fast vollständig von der umstrittenen israelischen Sperranlage eingeschlossen ist.“[7]
[1] „Das ist ein Teil des in Ägypten allgegenwärtigen Problems der sexuellen Belästigung, die jede Frau in Bussen, auf der Straße und am Arbeitsplatz erfährt.“[8]
[1] „Eingeschlossen sind Verpflegung, Unterbringung, Fahrt im klimatisierten Bus sowie Eintrittsgebühren.“[9]
[1] „Insgesamt 23 der 44 Passagiere des Busses wurden verletzt.“[10]

Redewendungen:

[1] mit dem größten Bus
[1] ich glaube, mich rammt ein Bus!/ich glaube, mich streift ein Bus!

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein doppelstöckiger, großer, kleiner, schwerer, voll besetzter Bus; den Bus nehmen, verpassen, wechseln; den Bus (gerade noch so) erwischen; auf den Bus warten; in den Bus klettern, springen, steigen; in einen (anderen, zweiten) Bus umsteigen; mit dem Bus fahren; ein Bus schwenkt aus, schlingert; der Bus ist ausgefallen, kommt an/kommt angefahren, fährt ab, steht (fahrbereit) an der Haltestelle

Wortbildungen:

[1] Bushaltestelle, Busbahnhof, Busfahrer (→ Busfahrerin), Busfahrt, Busladung, Buslinie, Busspur, Busunglück, Busverbindung

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 2. Band Bedi–Eink, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04753-4, DNB 96540790X, Seite 690.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 347.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Stichwort »¹Bus«, Seite 230.
[1] Duden online „Bus
[1] wissen.de – Wörterbuch „Bus
[1] Wikipedia-Artikel „Bus
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Bus
[*] canoo.net „Bus
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonBus

Quellen:

  1. Duden online „Bus
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Bus“.
  3. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Seite 572.
  4. Julia Klein, Johannes Merkel: Sprachförderung durch Geschichtenerzählen. Handlungsorientierte Materialien für die gezielte Spracharbeit. Klasse 2–4. 1. Auflage. Persen Verlag, Buxtehude 2008, ISBN 978-3-8344-3781-5, Seite 57 (Zitiert nach Google Books).
  5. Sabine Elias: Väter lesen vor. Soziokulturelle und bindungstheoretische Aspekte der frühen familiären Lesesozialisation. JUVENTA Verlag, Weinheim/München 2009, ISBN 978-3-7799-1359-7, Seite 229 (Zitiert nach Google Books).
  6. Studieren in Kanada: Rückwärtssalti gegen den Uni-Stress. In: Spiegel Online. 10. November 2011, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 7. November 2012).
  7. Joseph Dana: Kafka im Westjordanland. In: Le Monde diplomatique Online. Deutschsprachige Ausgabe. 10. Februar 2012, ISSN 1434-2561 (URL, abgerufen am 7. November 2012).
  8. Victoria Tiemeier: Sexuelle Belästigung in Ägypten: Das große Tabu, das keines mehr ist. In: zenith – Zeitschrift für den Orient. Onlineausgabe. 4. Juli 2012, ISSN 1439-9660 (URL, abgerufen am 7. November 2012).
  9. Sybille Schott: Kunstfestival in Omaruru - NWG lädt Interessierte ein. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 7. August 2012 (URL, abgerufen am 7. November 2012).
  10. Unfall: 23 Menschen verletzt bei Busunglück. In: Tageblatt Online. 17. August 2012 (URL, abgerufen am 7. November 2012).


Substantiv, f, m[Bearbeiten]

Kasus Singular 1 Singular 2 Plural
Nominativ die Bus der Bus die Buses
Genitiv der Bus des Buses der Buses
Dativ der Bus dem Bus den Buses
Akkusativ die Bus den Bus die Buses

Anmerkung zum weiblichen Genus:

Möglicherweise hat der einzige bestimmte afrikaanse Artikel die → af dazu beigetragen, dieses Wort vorrangig als Femininum aufzufassen.[1]

Anmerkung zur Aussprache:

Wird das Wort als Femininum aufgefasst, so folgen die Sprecherinnen und Sprecher für gewöhnlich der afrikaansen Lautung und sprechen es [bœs][1] aus. Wird es hingegen als Maskulinum aufgefasst, so folgen sie der englischen Lautung: [bʌs][2]

Worttrennung:

Bus, Plural: Buses

Aussprache:

IPA: [bœs][1], [bʌs][2], Plural: [ˈbœsəs], [ˈbʌsɪz]
Hörbeispiele: —, —, Plural: —, —
Reime: -ʊs

Bedeutungen:

[1] als Verkehrsmittel im öffentlichen Personennahverkehr eingesetztes vielsitziges, großes Kraftfahrzeug zur Beförderung einer größeren Anzahl von Personen
[2] über eine Oberleitung angetriebenes, als elektrisches Verkehrsmittel im öffentlichen Personennahverkehr eingesetztes vielsitziges, großes Kraftfahrzeug zur Beförderung einer größeren Anzahl von Personen

Herkunft:

Entlehnung aus gleichbedeutend englischem bus → en und afrikaansem bus → af[1]

Synonyme:

[1] Autobus, Omnibus; Kurzwort: Bus
[2] Oberleitungsbus, Oberleitungsomnibus, Trolleybus/Trolley-Bus; Kurzwörter: Obus/O-Bus, Trolley

Sinnverwandte Wörter:

[1] schweizerisch: Autocar, Car

Oberbegriffe:

[1, 2] Fahrzeug, Kraftfahrzeug, Kraftwagen, Nutzfahrzeug, Verkehrsmittel

Beispiele:

[1]

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Hrsg.): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Seite 14, 33.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Hrsg.): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Seite 14.
  2. 2,0 2,1 Ebenda, Seite 33.


Substantiv, m[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ der Bus die Busse
Genitiv des Busses der Busse
Dativ dem Bus den Bussen
Akkusativ den Bus die Busse

Alternative Schreibweisen:

BUS

Worttrennung:

Bus, Plural: Bus·se

Aussprache:

IPA: [], Plural: []
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -ʊs

Bedeutungen:

[1] EDV: technisches Leitungssystem mit zugehörigen Steuerungskomponenten

Herkunft:

Es handelt sich um eine Entlehnung aus gleichbedeutend englischem bus → en, der Kurzform für bus bar → en.[1][2][3][4] Das erste Glied entstammt lateinischem omnibus → lafür alle‘, das zweite englischem bar → enStrang‘.[1][2][4] Es wird nicht selten als Akronym für Binary Unit System umgedeutet.[5]

Synonyme:

[1] Datenbus

Oberbegriffe:

[1] Leitung

Unterbegriffe:

[1] Adressbus, Datenbus, PCI-Bus, Steuerbus, USB

Beispiele:

[1] Der Bus hat eine Datenbreite von 16 Bit.
[1] „Durch eine Standardisierung der Belegung der einzelnen Leitungen des Busses wird prinzipiell auch die Erweiterung des Rechnersystems mit zusätzlichen Funktionseinheiten möglich.“[6]
[1] „Der Mikrokanal unterschied sich von den vorgängigen Bussystemen – der Bus ist das Leitungssystem zum Datenaustausch zwischen den einzelnen Teilen des Systems – für XT- und AT-Computer nicht allein durch die von 16 auf 32 Bit erhöhte Busbreite.“[7]
[1] „Moderne Systeme besitzen mehrere Busse mit unterschiedlichen Übertragungsraten und Funktionen“[8]

Wortbildungen:

[1] Busbreite, Bussystem, Bustransfer

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 2. Band Bedi–Eink, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04753-4, DNB 96540790X, Seite 690.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 347.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Stichwort »²Bus«, Seite 230.
[1] Duden online „Bus
[1] Wikipedia-Artikel „Bus (Datenverarbeitung)
[*] canoo.net „Bus
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonBus

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 2. Band Bedi–Eink, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04753-4, DNB 96540790X, Seite 690.
  2. 2,0 2,1 Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 347.
  3. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Stichwort »²Bus«, Seite 230.
  4. 4,0 4,1 Duden online „Bus
  5. http://mechatronik.elcms.de/content/e145/e156
  6. Christian Horn, Immo O. Kerner, Peter Forbrig (Hrsg.): Lehr- und Übungsbuch Informatik. Grundlagen und Überblick. 3., völlig neubearbeitete Auflage. Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag, München/Wien 2003, ISBN 978-3-446-22543-5, Seite 81 (Zitiert nach Google Books).
  7. Computerworld (Hrsg.): Lexikon. Aktuelle Fachbegriffe aus Informatik und Telekommunikation. 9., überarbeitete und aktualisierte Auflage. vdf Hochschulverlag Ag an der ETH, Zürich 2007, ISBN 978-3-7281-3108-9, Seite 222 (Zitiert nach Google Books).
  8. Roland J. Graf: Betriebssysteme (Operation Systems): SS2012. fhs Fachhochschule Salzburg, University of Applied Sciences, 29. Juni 2012, Seite 37, abgerufen am 7. November 2012 (PDF: 1,6 MB).


Substantiv, m[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ der Bus
Genitiv des Bus
Dativ dem Bus
Akkusativ den Bus

Anmerkung:

Der Küpper gibt leider keine Angaben zum Flexionsmuster des Lemmas an, sodass hier bewusst auf das Anführen einer Pluralform verzichtet werden musste. Obwohl eine fehlerhafte Analogiebildung nicht auszuschließen ist, wurde in manchen Fällen die Genitivform aus anderen Wörterbüchern, so sie denn das Lemma enthalten, übernommen.

Worttrennung:

Bus, kein Plural belegbar

Aussprache:

IPA: [buːs]
Hörbeispiele: —
Reime: -ʊs

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich, besonders österreichisch veraltend: männliche Person, die homosexuell veranlagt ist

Herkunft:

Bei dem Wort handelt es sich um die seit 1930 bezeugte, aus dem Österreichischen in die Umgangssprache übernommene Kurzform von »Buserant«[1]Homosexueller im Verkehr mit Knaben[2]. Dieses geht wiederum zurück auf das italienische buzzerone → itBuhlknabe‘, das seinerseits eine Ableitung zu buggerare → itder Knabenliebe frönen‘ ist.[2]

Synonyme:

[1] Homosexueller
[1] bildungssprachlich: Homoerot, Homoerotiker, Homophiler
[1] selten: Uranist, Urning
[1] umgangssprachlich: Homo; auch Eigenbezeichnung: Schwuler; scherzhaft: Detlev, Herbert, Huhu, Louis/Lui, Schwuletto, Schwuli, Schwulinski, Tütü
[1] Jargon: Gay, Hundertfünfundsiebziger/175er, Puppe, Schwester, Tante
[1] salopp abwertend: schwuler Bruder/süßer Bruder/warmer Bruder, Fehlkonstruktion, Freudenmännchen, schmieriger Freund, männliche Freundin, Geheizter/österreichisch: Ghazter, schwule Geige, falsch Gepolter, Halbmann, Halbseidener, schwuler Hengst, süßer Junge, schwule Kiste/warme Kiste, Kollege von der anderen Fakultät, warme Lanze, Linker, Loser, Männertreu, schwules Paket, Rohrkrepierer, schwule Sau, Schuss, schwules Schwein, Schwuchtel, Süßer, Süßwassermatrose, Trine, Tucke, Verkehrter, Warmer, warmes Würstchen
[1] salopp, auch abwertend: Tunte
[1] vulgär abwertend: Aftermieter, Arschficker, Arschpauker, Arschpiekser, Arschstoßer, Darmkitzler, Darmputzer, Darmreiniger, Darmrutscher, männliche Fotze, Hinterlader, Lochschwager, Pupe, Puper, Pussi

Gegenwörter:

[1] Hetero
[1] unter Homosexuellen: Stino

Oberbegriffe:

[1] männliche Person

Beispiele:

[1] „Die Ausgrenzung von Menschen, die gleichgeschlechtlichen Verkehr ausüben, spiegelt sich in den Bezeichnungen wider: […]In den Formen Bus, Buserant und Buserin sind Ausdrücke dieser Wortfamilie noch in unserem Jahrhundert in Österreich für Homosexuelle und Homosexualität verwendet worden.“[3]

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Heinz Küpper: Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache in 8 Bänden. 2. Band Blau–Faul, Klett, Stuttgart 1983, ISBN 3-12-570120-1, DNB 830485171, Seite 533.

Quellen:

  1. Heinz Küpper: Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache in 8 Bänden. 2. Band Blau–Faul, Klett, Stuttgart 1983, ISBN 3-12-570120-1, DNB 830485171, Seite 533.
  2. 2,0 2,1 Ebenda, Stichwort »Buserant«, Seite 536.
  3. Jody Skinner: Warme Brüder, Kesse Väter. Bezeichnungen für das Homosexuelle im Deutschen. In: Ursula Ferdinand, Andreas Pretzel, Andreas Seeck (Hrsg.): Verqueere Wissenschaft?. Zum Verhältnis von Sexualwissenschaft und Sexualreformbewegung in Geschichte und Gegenwart. 2. Auflage. LIT VERLAG, Münster 2005, ISBN 3-8258-4049-2, Seite 114 (Reihe: Geschlecht • Sexualität • Gesellschaft, Berliner Schriften zur Sexualwissenschaft und Sexualpolitik; Band I, zitiert nach Google Books).
    Im Original sind die Wörter »Bus«, »Buserant« und »Buserin« kursiv gesetzt.

Ähnliche Wörter:

Aus, aus, Baus, bis, bös, Bub, Bug, Buh, buh, buk, bum, Bums, bums, Busch, Dus, Jus, Mus, Nus, Obus, Rus