Jiddisch

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Dieser Eintrag war 2007
Wort der Woche 38

[Bearbeiten] Jiddisch (Deutsch)

[Bearbeiten] Substantiv, n, kein Plural

[1] Verteilung jiddischer Dialekte vom 15. bis ins 19. Jahrhundert
Kasus Singular Plural
Nominativ Jiddisch
das Jiddische
Genitiv des Jiddischen
Dativ dem Jiddischen
auf Jiddisch
Akkusativ das Jiddisch(e)

Silbentrennung:

Jid·disch, das Jid·di·sche, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈjɪdɪʃ], [ˈjɪdɪʃə], kein Plural
Hörbeispiele: Jiddisch ?, kein Plural

Bedeutungen:

[1] jüdische Mischsprache bestehend aus mittelhochdeutschen, hebräischen und romanischen, später auch slawischen Sprachelementen.
[a] (vor dem Holocaust) Umgangssprache von ungefähr zwölf Millionen aschkenasischen Juden.
[b] (nach dem Holocaust) Zweit- oder Drittsprache (nur noch selten Muttersprache), die heute vor allem in Nord- und Südamerika sowie in Israel von ungefähr drei Millionen Menschen gesprochen wird.

Abkürzungen:

[1]

Herkunft:

[1] entstammt der jüdisch-deutschen Eigenbezeichnung jidisch [jiːdɪʃ], idisch [iːdɪʃ] "jüdisch"; der Begriff gelangt im 19. Jahrhundert durch ostjüdische Emigranten nach England, wo er sich der Aussprache anglich yiddish [jɪdɪʃ], um die gemeinsame Sprache der europäischen Juden zu beschreiben. Unter dieser Bedeutung etablierte sich der Begriff in der Sprachwissenschaft und wurde schließlich anfangs des 20. Jhds. aus dem Englischen als jiddisch entlehnt.

Synonyme:

[1] historisch: Judendeutsch, jüdisches Deutsch, Jidisch, salopp für Ostjiddisch: Jargon

Gegenwörter:

[1] Deutsch, Hebräisch

Oberbegriffe:

[1] westgermanische Sprache

Unterbegriffe:

[1] Mitteljiddisch, Neujiddisch, Neuostjiddisch, Ostjiddisch, Standardjiddisch, Urjiddisch, Westjiddisch

Heteronyme:

[1] Yinglish, Jeschiwisch, Shuadit, Knaanisch, Jewanisch, Krimtschak, Judäo-Georgisch
[1] sephardische Sprache: Ladino, Judezmo, Hakitia
[1] karamaische Sprache: Trakay, Galit
[1] Judäo-Persisch: Dzhidi, Bukhori

Beispiele:

[1a, 1b] Als Kind wurde er einmal in glimmende Kohlen gestoßen und einmal attackierte ihn ein Stier, als Erwachsener überstand er ein rumänisches Lager unter den Faschisten und dann zehn Jahre den Gulag im äußersten Norden, und nun lebt er hochbetagt und blind im Hochschwarzwald: eines deutschen Dichters Jahrhundert. «Deutsch»? Ja, denn der kleine Moses Rosenkranz, 1904 in Berhometh in der Bukowina geboren, erwählte sich, in einem Sprachengemisch von Jiddisch, Polnisch, Ruthenisch und Deutsch am östlichen Rand des K.-u.-k.- Kronlandes, das «Buchenland» heißt, aufwachsend, rätselhafterweise die deutsche Sprache als das Medium, das allein seinem Innern entspreche. (Süddeutsche Zeitung, 'Feuilleton', Polyglottischer Notballast, 16.05.2001)
[1b] Geboren 1963 in Frankreich, lernt er Hebräisch und Jiddisch, heute ist er Direktor des Hauses für Jiddische Kultur in Paris. Er liest Gedichte in Jiddisch, ein anderes Mal aus seinem neuen Roman "Eine Liebe ohne Widerstand", er liest auf Französisch, später auf Deutsch. (taz, Schmuggler in den Bergen der Wörter, 08.07.2004)

Redewendungen:

[1]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1]

Abgeleitete Begriffe:

[1] Jiddismus, Jiddist, Jiddistik, Mitteljiddisch, Neujiddisch, Neuostjiddisch, Ostjiddisch, Standardjiddisch, Urjiddisch, Westjiddisch

[Bearbeiten] Übersetzungen


? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Jiddisch
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Jiddisch
[1] canoo.net „Jiddisch
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonJiddisch

Ähnliche Wörter:

Jidisch, Jüdisch
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