Gott

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Gott (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ (der) Gott die Götter
Genitiv (des) Gotts
(des) Gottes
der Götter
Dativ (dem) Gott
(dem) Gotte
den Göttern
Akkusativ (den) Gott die Götter
[1] Darstellung des christlichen Gottes von Michelangelo

Worttrennung:

Gott, Plural: Göt·ter

Aussprache:

IPA: [ɡɔt], Plural: [ˈɡœtɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Gott (Info), Plural: Lautsprecherbild Götter (Info)
Reime: -ɔt

Bedeutungen:

[1] allgemein: übermenschliche bis übernatürliche Persönlichkeit (in Geist oder Wesen), die postuliert wird, um unerklärliche Naturphänomene zu begründen
[2] Monotheismus: ohne Artikel, kein Plural: der einzige, allmächtige, unfehlbare Herr, Grund des Daseins oder je nach Auffassung: übernatürliches Wesen
[3] Polytheismus: eines von mehreren übernatürlichen, oft unsterblichen Wesen mit großer Macht
[4] umgangssprachlich, übertragen: ein in seinem Fach besonders talentierter Mensch oder ein überaus schöner Mensch (vor allem feminin mit der Assoziation der Schönheitsgöttin Venus/Aphrodite)

Herkunft:

germanisch: *guda- (der Anruf) Gottes, ursprünglich neutrales Geschlecht.
Die Herkunft des germanischen Wortes aus dem Indogermanischen ist bis heute nicht völlig geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass der Begriff aus dem substantivierten zweiten Partizip des indogermanischen *ghuto-m der Verbalwurzel *ghau (- [an]rufen) entstanden ist. Nach dieser These wäre Gott das durch Zauberwort angerufene Wesen. Weiter kann es auf die indogermanische Wurzel *gheu- (= gießen) zurück geführt werden, wonach Gott als das, dem [mit] Trankopfer geopfert wird, zu verstehen wäre.
Nach der Christianisierung wurde das Wort umgedeutet und im gesamten germanischen Sprachbereich als Bezeichnung des männlichen Christengottes verwendet. Seitdem ist es nur noch unter der Gott bekannt und würde dem Ursprung nach das Gott heißen.

[Quellen fehlen]

Synonyme:

[2] im Christentum: GOtt, HERR/HErr/Herr, Herrgott, der Allmächtige, der Allwissende, Vater (Vaterunser), Schöpfer (Weltenschöpfer), Weltenlenker, Richter, JHWH/Jahwe/Jehova
[2] im Islam: Allah, Allmächtiger, Allwissender, …
[2] im Judentum: JHWH/Jahwe/Jehova, Elohim, Adonai
[2] in der platonischen Philosophie: Demiurg
[2] in der Gnosis/Gnostik: Demiurg (als Schöpfer der unvollkommenen materiellen Welt)
[2] in der Freimaurerei: (etwa im Sinne Platons) Allmächtiger Baumeister aller Welten, Großer Baumeister des Weltalls, Großer Architekt
[3] Gottheit, abwertend: Abgott, Götze, Götterbild, höhere Macht, Vorsehung
[4] Adonis, Traummann, (Traum-)Prinz

Gegenwörter:

[2] Demiurg, Teufel, Welt

Weibliche Wortformen:

[2, 4] Göttin

Verkleinerungsformen:

[1] Gottchen

Unterbegriffe:

[1, 4] Fußballgott
[2] Allah, JHWH/Jahwe/Jehova
[3] Hausgott, Kindgott
[3] Donnergott, Ebengott, Flussgott, Fürchtegott, Herrgott, Himmelsgott, Hirtengott, Kriegsgott, Meeresgott, Mysteriengott, Quantengott, Regengott, Schlachtengott, Schöpfergott, Schutzgott, Sonnengott, Totengott, Traugott, Waldgott, Weingott, Wettergott, Widergott, Windgott, Vegetationsgott
[3] (ägyptisch:) Horus, Isis, Osiris, Ra
[3] (griechisch) Aphrodite, Apollon, Athene, Demeter, Hades, Hera, Hermes, Poseidon, Zeus
[3] (römisch:) Jupiter, Mars
[3] (nordisch-germanisch:) Donar, Thor, Odin, Wotan
[3] (hinduistisch:) Brahma, Laksch­mi, Schiwa (Shiva), Wischnu (Vishnu), …
[4] Göttergatte

Beispiele:

[1]
[2] „Mein Herr und mein Gott(Joh 20,28)
[2] „Welche Wende durch Gottes Führung!“ (Kaiser Wilhelm I. nach dem Sieg in Sedan)
[2] „Es geht darum, ob es einen Gott gibt und warum er den ganzen Wahnsinn zulässt.“[1]
[3] „Eine Reihe von keltischen Darstellungen zeigt Götter im menschlicher Gestalt mit einem Hirschgeweih als Symbol der Stärke oder der Fruchtbarkeit.“[2]
[3] Im Polytheismus existieren mehrere Götter.
[3] „Ganze Heere brachten die Menschen hier ihren Göttern dar.“[3]
[3] „Die Antike kennt die Bergeshöhen als Sitz der Musen, die nahe am Himmel und bei den Göttern wohnen.“[4]

Redewendungen:

[2] ach Gott!, mein Gott!, o Gott!, großer Gott!
[2] ach Gottchen
[2] dein Wort in Gottes Ohr
[2] den lieben Gott einen guten Mann sein lassen
[2] der liebe Gott, (ach) du lieber Gott!
[2] geh mit Gott
[2] gnade dir Gott!
[2] Gott bewahre! Gott behüte!
[2] Gott der Allmächtige
[2] Gott hab ihn selig/Gott hab sie selig
[2] Gott im Himmel
[2] Gott mit uns
[2] Gott segne dich!
[2] Gott sei Dank!, Gott sei's gedankt!
[2] Gott sei's getrommelt und gepfiffen
[2] Gottes Segen
[2] Grüß Gott! Gott zum Gruß!
[2] Halleluja, Gott sei gepriesen
[2] in Gottes Namen/in Gotts Namen
[2] o Gott, o Gott
[2] so Gott will
[2] so wahr mir Gott helfe
[2] über Gott und die Welt reden
[2] um Gottes Willen!
[2] vergelt’s Gott!
[2] von Gott verlassen
[2] von Gottes Gnaden
[2] weiß Gott
[2] wie Gott in Frankreich
[3] wie ein junger Gott
[4] Götter in Weiß

Sprichwörter:

[2] Gott würfelt nicht!
[2] Hopfen und Malz, Gott erhalt's.

Charakteristische Wortkombinationen:

[2] von Gott abfallen, Gott anrufen, Auge Gottes, Diener/Dienerin Gottes, Gottes Ebenbild/Ebenbildlichkeit, zur Ehre Gottes, Friede Gottes, Gebot Gottes, Geißel Gottes, Gnade Gottes, die Hand Gottes (Fußball), Haus Gottes, Kinder Gottes, Lamm Gottes, Liebe Gottes, Menschwerdung Gottes, Mutter Gottes, Offenbarung Gottes, Gott preisen, Reich Gottes, Segen Gottes, sich gegen Gott versündigen, Sohn Gottes, Gottes Werk, Wille Gottes, Wort Gottes, Gottes Tod, Gottes Zorn
[3] antike, griechische, germanische, japanische und römische Götter; Götter des Olymp

Wortbildungen:

Adjektive/Adverbien: gottergeben, gottesfürchtig, göttergleich, gottesgleich, gottgefällig, gottgegeben, gottgeliebt, gottgesandt, gottgeweiht, gottgewollt, gottgläubig, gottgleich, göttlich, gottlob, gottlos, gottverdammich, gottverdammt, gottvergessen, gottverlassen
Substantive: Fliegengott, Gottbewahre, Gottmensch (vorchristlich, aber auch Beiname Jesu), Götterbann, Gotterbarmen, Götterbaum, Götterberg, Götterbild, Götterblume, Götterbote, Götterdämmerung, Göttergatte, Gottergebenheit, Göttergeschlecht, Götterglaube, Göttername, Götteropfer, Götterpalast, Göttersage, Götterspeise, Göttertrank, Göttervater, Götterwelt, Götterzorn, Gottesacker, Gottesanbeterin, Gottesattribute, Gottesauge, Gottesbegriff, Gottesbeweis, Gottesbezug, Gottesbotschaft, Gottesdienst, Gotteserfahrung, Gottesformel, Gottesfrieden, Gottesfurcht, Gottesgabe, Gottesgebärerin, Gottesgelehrtheit, Gottesgericht, Gottesgesandte, Gottesglaube, Gottesgnadenkraut, Gottesgnadentum, Gotteshand, Gottesharmonie, Gotteshaus, Gottesherrschaft, Gotteshilfe, Gotteskammer, Gotteskindschaft, Gottesknecht, Gotteskrieger, Gotteslamm, Gotteslachs, Gotteslästerung, Gottesleugnung, Gottesliebe, Gotteslob, Gotteslohn, Gottesmann, Gottesmord, Gottesmutter, Gottesnatur, Gottespfennig, Gottesstaat, Gottesstrafe, Gottestheorie, Gottestherapie, Gottestod, Gottesurteil, Gottesverehrung, Gottesvorstellung, Gotteswege, Gotteswillen, Gotteswort, Gottfried, Gotthard, Gottheit, Gotthilf, Gotthold, Gottkaiser, Gottkönig, Göttlichkeit, Gottlieb, Gottseibeiuns, Gottvater, Gottvertrauen (Beelzebub), Halbgott, Herrgottsakrament, Hühnergott (Stein mit natürlich entstandenem Loch), Jasomirgott (Heinrich II. (Österreich))
Verben: vergöttern

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 4] Wikipedia-Artikel „Gott
[1–3] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Gott
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Gott
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonGott
[2] Wikibooks-Buch „Buddhismus und Hinduismus im Vergleich#Gott
[1] The Free Dictionary „Gott
[1] Duden online „Gott

Quellen:

  1. Almut Engelien (Interviewer), David Safier (Interviewter): „Die Kernfrage ist: Was für ein Mensch willst du sein?“ In: Psychologie Heute. Heft 3, 42. Jahrgang, März 2015, ISSN 0340-1677, Seite 61.
  2. Ulrike Peters: Kelten. Ein Schnellkurs. DuMont, Köln 2011, ISBN 978-3-8321-9319-5, Seite 111.
  3. Angelika Franz: Reicher Bauer, großer Stall. In: Norbert F. Pötzl, Johannes Saltzwedel (Herausgeber): Die Germanen. Geschichte und Mythos. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2013, ISBN 978-3-421-04616-1, Seite 41-52, Zitat Seite 41.
  4. Christof Hamann, Alexander Honold: Kilimandscharo. Die deutsche Geschichte eines afrikanischen Berges. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-8031-3634-3, Seite 14.

Ähnliche Wörter:

bigott, Bigotterie, Bott, Fagott, Gatt, Gote, Gotte, Gout, hott, Pott, rott, Sott, sott