Schöpfer

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Schöpfer (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Schöpfer die Schöpfer
Genitiv des Schöpfers der Schöpfer
Dativ dem Schöpfer den Schöpfern
Akkusativ den Schöpfer die Schöpfer
[3] Schöpfer mit dem Wok

Worttrennung:

Schöp·fer, Plural: Schöp·fer

Aussprache:

IPA: [ˈʃœpfɐ], Plural: [ˈʃœpfɐ]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -œpfɐ

Bedeutungen:

[1] Mensch, der Neues in Kunst, Wissenschaft oder anderen für die Gesellschaft wichtigen Bereichen hervorbringt
[2] nach Vorstellung vieler Religionen und Philosophien das göttliche Wesen, das die Welt erschaffen hat
[3] Küchengerät, mit dem Flüssigkeiten oder Substanzen in größerer Menge aus einem Gefäß entnommen werden

Herkunft:

[1, 2] von mittelhochdeutsch schepfære → gmh, althochdeutsch scepfari → gohGott“, Lehnübersetzung von lateinisch creator → la[1]
[3] Substantivierung des Verbs schöpfen mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -er

Synonyme:

[1] schaffender Künstler, Urheber
[2] Allah, Brahma, Demiurg, Schöpfergott, Weltschöpfer
[3] Schöpfkelle, Schöpflöffel, Suppenkelle, Suppenschöpfer

Gegenwörter:

[1] Instrumentalist, reproduzierender Künstler, Pianist, Sänger, Schauspieler
[2] Shiva, Weltenzerstörer, Wotan
[3] Absaugschlauch, Einfüllstutzen, Pipette, Pumpe

Weibliche Wortformen:

Schöpferin

Oberbegriffe:

[1] Erneuerer
[2] Gott
[3] Küchengerät, Gerät

Unterbegriffe:

[1] Bildhauer, Dichter, Erfinder, Komponist, Kulturschöpfer, Maler, Modeschöpfer, Schriftsteller, Sprachschöpfer, Tonschöpfer, Wortschöpfer

Beispiele:

[1] Schriftsteller Raoul Schrott will das Geheimnis Homers gelüftet haben: Der Schöpfer der Ilias war assyrischer Hofdichter in Kilikien, Vorbild für Troja sei das antike Karatepe. Wissenschaftler reagieren irritiert.[2]
[1] Denn worauf gründet sich künftig die Legitimation eines Hauses als Marke, wenn ihm die Identität seines Schöpfers entzogen wird?[3]
[1] Die Unternehmer und ihr Handeln lehren uns vieles über die Macht von Ideen, über Ausdauer und Führungskraft – aber auch über Brutalität und Sturheit in der Wirtschaft. Sie sind Schöpfer und Zerstörer im doppelten Sinn.[4]
[2] Hat ein intelligenter Designer die Welt erschaffen? Religiöse Fundamentalisten glauben das und suchen den Kulturkampf mit der Wissenschaft. Die aber ist längst einen Schritt weiter: In den USA diskutieren Physiker darüber, wo der Schöpfer eine Botschaft für uns versteckt haben könnte.[5]
[2] Nicht nur besuchte er regelmäßig die Messe, in einem Interview erklärte er einmal auf die Frage nach seiner Verantwortung für den Irak-Krieg: „Das werde ich mir einst mit meinem Schöpfer ausmachen müssen.“[6]
[2] Giorgione zeigt dagegen zwar noch keine Welt ohne Gott, doch scheint der erzürnte Schöpfer, als Blitz, zurück in den Himmel und in die Natur verbannt.[7]
[3] Kochen Sie je einen Schöpfer Marinade und Kohlrabiobers mit Safran - etwas Stärke, Salz, Pfeffer.[8]
[3] Mit einem Schöpfer wird die noch heiße Marillenmarmelade in die zuvor sterilisierten Gläser gefüllt.
[3] Wenn Sie über den brennenden Zuckerhut noch etwas Rum gießen wollen, dann nie direkt aus der Flasche, sondern nur mit Hilfe eines kleinen Schöpfers. Nur so verhindert man einen möglichen Brand des Flascheninhalts.[9]

Redewendungen:

[2] vor den Schöpfer treten
[2] den Schöpfer treffen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Schöpfer d.. Absurden, Klonschafes, Relativitätstheorie, Tango nuevo, Welthits, Werkes , Wortes
[1] Schöpfer d.. deutschen Einheit, Nationalhymne, Oper, Operette, Reiches, Reichsverfassung, Schulwesens, Schriftsprache, Singspiels, Sprache, Turnbewegung; österreichischen: Bundeshymne, Bundesverfassung, Verfassung
[2] Schöpfer d.. Erde, Himmels, Lebens, Menschen, Universums, Welt

Wortbildungen:

Schöpfergeist, Schöpfergott, Schöpferhand, schöpferisch, Schöpferkraft, Schöpfertum

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–3] Wikipedia-Artikel „Schöpfer
[1–3] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Schöpfer
[2, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Schöpfer
[1, 2] canoo.net „Schöpfer
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSchöpfer
[1–3] The Free Dictionary „Schöpfer

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1489, Eintrag „1Schöpfer“.
  2. Anne-Catherine Simon: „Da könnte Homer auch aus Irland stammen“. In: DiePresse.com. 3. Januar 2008 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  3. Olivier Zahm: Schöpfer und Strategen. In: Zeit Online. Nummer 38/2002, 12. September 2002, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  4. Uwe Jean Heuser: Momente der Entscheidung. In: Zeit Online. Nummer 27/2004, 24. Juni 2004, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  5. Max Rauner: Graffiti von Gott. In: Zeit Online. Nummer 49/2005, 1. Dezember 2005, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  6. Axel Reiserer: Tony Blair: „Das Ende einer langen Reise“. In: DiePresse.com. 23. Dezember 2007 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  7. Peter von Becker: Bilder als Gedächtnis der Welt. In: Zeit Online. Nummer 49/1982, 3. Dezember 1982, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  8. Wolfram Siebeck: Sympathie für den Kohlrabischneider. In: Zeit Online. Nummer 24/1999, 10. Juni 1999, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  9. Krambambuli. Lokale & Rezepte. In: Kleine Zeitung Online. 31. Dezember 2007 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).

Ähnliche Wörter:

schöpfen, Schröpfer