lesen

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des Jahres 2009 das Wort der Woche.

lesen (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb, unregelmäßig[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich lese
du liest
er, sie, es liest
Präteritum ich las
Konjunktiv II ich läse
Imperativ Singular lies!
Plural lest!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gelesen haben
Alle weiteren Formen: lesen (Konjugation)
[1] ein lesendes Mädchen
[4] Ein Mann liest vor Studenten

Worttrennung:

le·sen, Präteritum: las, Partizip II: ge·le·sen

Aussprache:

IPA: [ˈleːzn̩], Präteritum: [laːs] Partizip II:[ɡəˈleːzn̩]
Hörbeispiele:
deutsch: Lautsprecherbild lesen (Info) Lautsprecherbild lesen (Info), Präteritum: Lautsprecherbild las (Info), Partizip II: Lautsprecherbild gelesen (Info)
österreichisch: Lautsprecherbild lesen (Info), Präteritum: —, Partizip II:
Reime: -eːzn̩

Bedeutungen:

[1] transitiv: Schriftzeichen, Worte und Texte (mithilfe der Augen) wahrnehmen sowie (im Gehirn) verarbeiten und verstehen
[a] transitiv: vorlesen, laut lesen
[b] bildhaft, von elektronischen Geräten: aufgezeichnete Daten von einem Träger aufnehmen
[2] transitiv, Landwirtschaft: Dinge auswählen, um sie danach aufzusammeln und zusammenzutragen
[3] transitiv: Dinge in die Hand nehmen, um Schlechtes/Falsches (schlechte/falsche Früchte usf.) auszusortieren
[4] transitiv: einen Lehrvortrag (Vorlesung) an der Universität halten

Herkunft:

Im 8. Jahrhundert existierte das althochdeutsche Verb lesan, aus dem sich das mittelhochdeutsche lesen entwickelte, was für aufheben, ordnend sammeln, sich versammeln, wahrnehmen, erblicken, vorlesen, die Messe lesen und erzählen stand. Die im Germanischen vorherrschende Bedeutung der Wortfamilie, der lesen angehört, ist die des Auflesens und Sammelns. Im Deutschen tritt hierzu noch die Bedeutung des Lesens von Geschriebenem hinzu, was wohl mit dem Einfluss des lateinischen Verbs legere → la zu begründen ist.[1]

Sinnverwandte Wörter:

[2] sammeln
[3] sortieren
[4] vortragen

Gegenwörter:

[1] Texte erzeugen: drucken, schreiben

Oberbegriffe:

[1] kommunizieren, verstehen, aufnehmen
[2] ernten
[3] ordnen
[4] bilden, lehren, vermitteln

Unterbegriffe:

[1] durcharbeiten, schmökern, studieren, überfliegen, vorlesen
[1a] auslesen, einlesen
[2] nachlesen

Beispiele:

[1] Bevor ich schlafe, muss ich immer ein paar Seiten aus einem guten Buch lesen.
[1] Wer heute nicht lesen und schreiben kann, hat keinerlei berufliche Aussichten.
[2] Wir lesen den Wein mit vielen Helfern.
[3] Aschenputtel musste Linsen lesen.
[4] Professor Klein las über „Das Verhalten der Goten mit Schuhgröße 45“ und übersah, dass alle Studenten eingeschlafen waren.

Redewendungen:

[1] Gedanken lesen
[1] jemandem die Leviten lesen
[1] zwischen den Zeilen lesen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] eine bestimmte Lektüre diagonal lesen

Wortbildungen:

[1] ablesen, anlesen, auslesen, belesen, durchlesen, (sich) einlesen, erlesen, gegenlesen, Gelese, herauslesen, herunterlesen, hineinlesen, Lesart, Leseabend, Leseart, (un-)lesbar, Lesebrille, Lesebuch, Lesecafé, Leseecke, Lesegerät, Lesegeschwindigkeit, Lesehunger, Lesekränzchen, Leselampe, Leselupe, Leselust, Lesen, lesenswert, lesenswürdig, Leseprobe, Lesepult, Leser, Leserbrief, Lese-Rechtschreib-Schwäche/Lese-Rechtschreibschwäche/, Lese- und Rechtschreibschwäche, Leserei, Lesereise, Leserkreis, leserlich, Leserschaft, Leserwunsch, Leseratte, Lesesaal, Lesestoff, Lesetempo, Leseübung, Lesezeichen, Lesezimmer, Lesezirkel, Lesung, nachlesen, querlesen, überlesen, sich verlesen, vorlesen, zerlesen (Adj. bzw. Partizip)
[1a] Lesefenster, Lesekopf
[2] auflesen, auslesen, erlesen, Lese, Lesefrucht, Lesegerät, verlesen
[3] etwas verlesen
[4] Lesung, Vorlesung


Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1a] Wikipedia-Artikel: lesen
[2] Wikipedia-Artikel: Lese
[1a, 2–4] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „lesen
[1a, 2, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „lesen
[1a, 4] canoo.net „lesen
[1a, 2–4] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonlesen
[1a, b, 2–4] The Free Dictionary „lesen

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „lesen“, Seite 792 f.

Ähnliche Wörter:

Besen, Fesen, leasen, Leben, leben, legen, Lehen, Lesben, Leuen, Losen, losen, lösen, pesen, Wesen, wesen