lesen

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12. Wort der Woche.

[Bearbeiten] lesen (Deutsch)

[Bearbeiten] Verb, unregelmäßig

[1] ein lesendes Mädchen
[4] Ein Mann liest vor Studenten
Zeitform Person Wortform
Präsens ich lese
du liest
er, sie, es liest
Präteritum ich las
Partizip II   gelesen
Konjunktiv II ich läse
Imperativ Singular lies!
Plural lest!
Hilfsverb   haben
Alle weiteren Formen: lesen (Konjugation)

Silbentrennung:

le·sen, Präteritum: las, Partizip II: ge·le·sen

Aussprache:

IPA: [leːzən], Präteritum: [laːs] Partizip II:[gəleːzən]
Hörbeispiele: lesen (Österr.)

Bedeutungen:

[1] transitiv: Schriftzeichen, Worte und Texte mit den Augen wahrnehmen, im Gehirn verarbeiten und verstehen
[a] bildhaft, von elektronischen Geräten: aufgezeichnete Daten von einem Träger aufnehmen
[2] transitiv, Landwirtschaft: Dinge auswählen, um sie danach aufzusammeln und zusammenzutragen
[3] transitiv: Dinge in die Hand nehmen, um Schlechtes auszusortieren
[4] transitiv: einen Lehrvortrag (Vorlesung) an der Universität halten

Herkunft:

Im 8. Jahrhundert existierte das althochdeutsche Verb lesan, aus dem sich das mittelhochdeutsche lesen entwickelte, was für aufheben, ordnend sammeln, sich versammeln, wahrnehmen, erblicken, vorlesen, die Messe lesen und erzählen stand. Die im Germanischen vorherrschende Bedeutung der Wortfamilie, der lesen angehört, ist die des Auflesens und Sammelns. Im Deutschen tritt hierzu noch die Bedeutung des Lesens von Geschriebenem hinzu, was wohl mit dem Einfluss des lateinischen Verbs legere → la zu begründen ist.[1]

Sinnverwandte Wörter:

[2] sammeln
[3] sortieren
[4] vortragen

Gegenwörter:

[1] Texte erzeugen: drucken, schreiben

Oberbegriffe:

[1] kommunizieren, verstehen, aufnehmen
[2] ernten
[3] ordnen
[4] bilden, lehren, vermitteln

Unterbegriffe:

[1] durcharbeiten, schmökern, studieren, überfliegen, vorlesen
[1a] auslesen, einlesen
[2] nachlesen

Beispiele:

[1] Bevor ich schlafe, muss ich immer ein paar Seiten aus einem guten Buch lesen.
[1] Wer heute nicht lesen und schreiben kann, hat keinerlei berufliche Aussichten.
[2] Wir lesen den Wein mit vielen Helfern.
[3] Aschenputtel musste Linsen lesen.
[4] Professor Klein las über „Das Verhalten der Goten mit Schuhgröße 45“ und übersah, dass alle Studenten eingeschlafen waren.

Redewendungen:

[1] Gedanken lesen
[1] jemandem die Leviten lesen
[1] zwischen den Zeilen lesen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Buch, Text, Wort
[1] eine bestimmte Lektüre diagonal lesen
[2] Wein, Wahl
[3] Erbsen, Salat
[4] Universität

Abgeleitete Begriffe:

[1] ablesen, anlesen, auslesen, belesen, durchlesen, (sich) einlesen, erlesen, gegenlesen, Gelese, herauslesen, herunterlesen, hineinlesen, Lesart, Leseabend, Leseart, (un-)lesbar, Lesebrille, Leseecke, Lesegerät, Lesehunger, Lesekränzchen, Leselampe, Leselupe, Leselust, lesenswert, lesenswürdig, Leseprobe, Lesepult, Leser, Leserbrief, Leserei, Leserkreis, leserlich, Leserschaft, Leserwunsch, Leseratte, Lesesaal, Lesestoff, Leseübung, Lesezeichen, Lesezimmer, Lesezirkel, Lesung, nachlesen, querlesen, überlesen, sich verlesen, vorlesen, zerlesen (Adj. bzw. Partizip)
[1a] Lesefenster, Lesekopf
[2] auflesen, auslesen, erlesen, Lese, Lesefrucht, Lesegerät, verlesen
[3] etwas verlesen
[4] Lesung, Vorlesung

[Bearbeiten] Übersetzungen

Dialektausdrücke:

  • Berlinerisch:
  • Elsässisch:
  • Hessisch: lesə
  • Kölsch:
  • Schwäbisch: lese

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel: lesen
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „lesen
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „lesen
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonlesen
[2] Wikipedia-Artikel: Lese; Wein
[4] Wikipedia-Artikel: Universität

Quellen:

  1. Pfeifer8Wiktionary:Literaturliste, „lesen“, S. 792f.
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