transportieren

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transportieren (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich transportiere
du transportierst
er, sie, es transportiert
Präteritum ich transportierte
Konjunktiv II ich transportierte
Imperativ Singular transportiere!
transportier!
Plural transportiert!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
transportiert haben
Alle weiteren Formen: transportieren (Konjugation)

Worttrennung:

trans·por·tie·ren, Präteritum: trans·por·tier·te, Partizip II: trans·por·tiert

Aussprache:

IPA: [ˌtʀanspɔʁˈtiːʀən], Präteritum: [ˌtʀanspɔʁˈtiːɐ̯tə], Partizip II: [ˌtʀanspɔʁˈtiːɐ̯t]
Hörbeispiele: —, Präteritum: —, Partizip II:
Reime: -iːʀən

Bedeutungen:

[1] transitiv: (unter Zuhilfenahme eines Transportmittels) etwas oder jemanden von einem Ort an einen anderen bringen/schaffen
[2] transitiv: etwas weiter fortbewegen und auf etwas anderes übertragen
[3] transitiv, intransitiv; Technik: mechanisch bewegen, vorwärtsschieben
[4] transitiv: (etwas, vor allem geistige Inhalte) an jemanden weitergeben, auf jemanden übertragen und so jemandem verständlich machen

Herkunft:

Es handelt sich um eine seit – je nach Quelle – dem 16.[1], der zweiten Hälfte des 16.[2] oder gar erst dem 17.[3] Jahrhundert bezeugte Entlehnung aus gleichbedeutend mittelfranzösischem transporter → frm[2] beziehungsweise neufranzösischem transporter → fr[1][2][3]. Daneben kann ebenfalls italienisches trasportare → it mitgewirkt haben, denn in der Kaufmannssprache wurde es zunächst wohl nach italienischem Vorbild im Sinne von ‚eine Geldsumme überweisen, eine Schuld übertragen, Rechnungsposten, buchhalterische Angaben (von einer Seite auf die andere) übertragen‘ gebraucht (vom Ende des 16. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts).[2] Sowohl das französische als auch das italienische Verb entstammen lateinischem trānsportāre → la[1][2][3]hinüberbringen[1][2], hinüberschaffen[2], hinübersetzen[3], überführen[3]‘, welches eine Ableitung zu dem Verb portāre → la[1][2][3]befördern[3], bringen[1][2], führen[3], tragen[1][2][3]‘ (vergleiche »apportieren«, »Deportation«, »Export«, »Import«, »kolportieren« sowie »Porto«, »Portemonnaie«, »Rapport«, »Reporter«, »Sport«)[3] und der Präposition als präfigiertes freies Morphem trāns(-) → la[1][3]hindurch(-)‘[1] (vergleiche »trans-/Trans-«)[1] ist.

Synonyme:

[1] befördern
[1] Südafrika (KwaZulu-Natal): verführen

Sinnverwandte Wörter:

[1] bringen, fahren, schaffen, spedieren, tragen, überführen, verfrachten
[1] bildungssprachlich: expedieren
[1] umgangssprachlich: karren, kutschieren
[1] veraltet: verführen
[2] übergeben, überliefern, übermitteln, weitergeben, weiterleiten, weiterreichen
[3] übertragen
[4] vermitteln

Unterbegriffe:

[1] abtransportieren, antransportieren, wegtransportieren
[1, 2] zurücktransportieren

Beispiele:

[1] Die Familie transportierte die Möbel in ihr neues Zuhause.
[1] „Aber Gregor sah wohl ein, daß es nicht nur die Rücksicht auf ihn war, welche eine Übersiedlung verhinderte, denn ihn hätte man doch in einer passenden Kiste mit ein paar Luftlöchern leicht transportieren können; was die Familie hauptsächlich vom Wohnungswechsel abhielt, war vielmehr die völlige Hoffnungslosigkeit und der Gedanke daran, daß sie mit einem Unglück geschlagen war, wie niemand sonst im ganzen Verwandten- und Bekanntenkreis.“[4]
[2] „Wurden die anorganischen Ionen in die Xylemgefäße (oder Tracheiden) sezerniert, so werden sie mit dem Transpirationsstrom rasch nach oben transportiert und in der ganzen Pflanze verteilt. Einige Ionen wandern vom Xylem aus lateral in die angrenzenden Gewebe von Wurzel und Sprossachse ein, andere werden in die Blätter transportiert[…].“[5]
[3] „Der Winder transportiert den Film bis zum nächsten Bild.“[6]
[4] „Und auch wenn er persönlich erscheint, transportiert er zunächst mal ein Image, das er dem Fernsehen verdankt.“[7]
[4] „Deshalb möchte ich die Schönheit der Mathematik in Bildern transportieren.[8]
[4] „Das gesprochene Wort transportiert den Sinn, d.h. sie, die gesprochene Sprache, ist für den Austausch gemacht, der gesichert ist durch das Subjekt, das spricht, das Worte gebraucht.“[9]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Gepäck, Güter, Material, Waren (auf Lastwagen, mit der/per Bahn, per Schiff, im/mit dem/per Flugzeug) transportieren; Kranke, Verletzte (mit dem/per Hubschrauber, Krankenwagen in eine Klinik, ein Krankenhaus) transportieren; Vieh (mit dem/per Viehtransporter, Viehwagen) transportieren; etwas ist einfach, leicht, schwer zu transportieren
[2] das Transportband transportiert die Kartoffeln in die Güterwagen; das Blut transportiert den Sauerstoff in die Gewebe; Nerven transportieren Impulse ins Gehirn
[3] analoge Fotogeräte belichten und transportieren den Film automatisch, ein kleines Zahnrad transportiert den Film im Apparat; die Maschine, die Kamera, der Fotoapparat transportiert nicht mehr, nicht richtig
[4] Wörter transportieren Bedeutungen; einen Gedanken in einem Kunstwerk, mit Worten transportieren

Wortbildungen:

[1] abtransportieren, antransportieren, wegtransportieren
[1, 2] zurücktransportieren
[1–4] Transportierung
[*] nicht im Deutschen abgeleitete, sondern als eigenständige Entlehnungen zur Wortfamilie gehörige Wörter: Transport, Transporter, Transporteur

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–4] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 7. Band Pekt–Schi, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04803-4, DNB 965409015, Seite 3950.
[1–4] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1699.
[1–4] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 1368.
[1] Renate Wahrig-Burfeind (Hrsg.): Wahrig, Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh/München 2001, ISBN 978-3-577-10603-0, Seite 954.
[1–4] Duden online „transportieren
[1] wissen.de – Wörterbuch „transportieren
[1–4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „transportieren
[1–4] The Free Dictionary „transportieren
[*] canoo.net „transportieren
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikontransportieren
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „transportieren

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Seite 861.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 2,9 Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „transportieren“.
  3. 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 925.
  4. Franz Kafka: Die Verwandung. Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1917, Seite 54 (Zitiert nach Google Books).
  5. Peter H. Raven, Ray F. Evert, Susan E. Eichhorn: Biologie der Pflanzen. 4. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006 (Originaltitel: Biology of Plants, übersetzt von Herausgeber der deutschen Übersetzung Thomas Friedl et al.), ISBN 978-3-11-018531-7, Seite 774 (Zitiert nach Google Books).
  6. Rulon E. Simmons, Bates Littlehales: Der Grosse National Geographic Photoguide Vogel-Fotografie. Geheimnisse der Profi-Fotografie von National Geographic. 1. Auflage. G und J/RBA, Hamburg 2003 (Originaltitel: National Geographic Photography Field Guide Birds, übersetzt von Barbara Kiesewetter), ISBN 978-3-936559-19-4, Seite 19 (Zitiert nach Google Books).
  7. Hermann Schreiber: Alles irgendwie positiv. SPIEGEL-Reporter Hermann Schreiber über den CDU-Star Ernst Albrecht als Wahlkämpfer. In: Spiegel Online. Nummer 15/1976, 5. April 1976, ISSN 0038-7452, Seite 26 (PDF, URL, abgerufen am 7. November 2012).
  8. Jan Friedmann (Interviewer), Julius Kerscher (Interviewter): Mathematik als Malerei: Die Unendlichkeit, gehäckselt. In: Spiegel Online. 11. Juni 2004, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 7. November 2012).
  9. Walter Gartler (Hrsg.): Vom Fetisch des Glücks. Fünf Versuche zur Zerschlagung des utilitaristischen Kaleidoskops. 1. Auflage. Edition Roesner, Maria Enzersdorf 2004, ISBN 978-3-902300-07-2, Seite 91 (Zitiert nach Google Books).