Karte

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karte (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Karte die Karten
Genitiv der Karte der Karten
Dativ der Karte den Karten
Akkusativ die Karte die Karten
[3] Karten zum Spielen

Worttrennung:

Kar·te, Plural: Kar·ten

Aussprache:

IPA: [ˈkaʁtə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild (österreichisch) (Info)
Reime: -aʁtə

Bedeutungen:

[1] ein handlicher, planer, steifer aber nicht starrer, meist rechteckiger Gegenstand aus Karton, Pappe, Papier, Kunststoff, allenfalls Holz oder Metall
[2] Kurzform für viele zusammengesetzte Substantive mit -karte im Sinne von [1] als zweitem Bestandteil, wie etwa Eintrittskarte, Fahrkarte, Landkarte, Postkarte, Speisekarte, Spielkarte, Visitenkarte
[3] Sport: mit vorgestelltem Farbadjektiv: eine Karte im Sinne von [1], mit dem Schieds- und Kampfrichter während eines Spiels den Spielern Strafen androhen (gelbe Karte), beziehungsweise deren Verhängung signalisieren (rote Karte)
[4] Hardware: Bauteil für einen Rechner

Herkunft:

von französisch carte → fr = „steifes Blatt“ im 14. Jahrhundert entlehnt; aus lateinisch {Ü|la|charta}}

= „Blatt des ägyptischen Papyrus“, von gleichbedeutend griechisch {Ü|el|χάρτης|chártes}} , vermutlich ein arabisches Lehnwort [1][2]

Synonyme:

[4] Steckkarte

Sinnverwandte Wörter:

[2] Schein

Verkleinerungsformen:

[1] Kärtchen

Oberbegriffe:

[3] Tadel, Warnung, Zeichen
[4] Modul

Unterbegriffe:

[1] Dauerkarte, Doppelkarte, Einzelkarte, Ermäßigungskarte, Erwachsenenkarte, Faltkarte, Folgekarte, Hauptkarte, Nebenkarte,
[2] Abholkarte, Akkreditierungskarte, Ansichtskarte, Antwortkarte, Aufgabenkarte, Ausweiskarte, Autogrammkarte, Bahnsteigkarte, Bankkarte (→ Bankomatkarte, Debitkarte), Bestellkarte, Bodennutzungskarte, Bonuskarte, Bordkarte, Bordingkarte, Buchstabenkarte, Chipkarte, Deutschlandkarte, Eintrittskarte (Kinokarte, Metro-Karte, Theaterkarte, → Zooeintrittskarte), Ereigniskarte, Europakarte, Fahrkarte (→ Bahnkarte (→ Eisenbahnkarte, S-Bahn-Karte, U-Bahn-Karte), Buskarte), Feldpostkarte, Fragekarte, Fundstellenkarte, Gemarkungskarte, Getränkekarte, Glückwunschkarte, Gratisvorteilskarte, Guthabenkarte, Gutscheinkarte, Handywertkarte, Jahreskarte, Karteikarte, Kinderkarte, Klimakarte, Kondolenzkarte, Kontokarte, Konzertkarte, Krankenversichertenkarte, Kreditkarte, Lagekarte, Landkarte, Laufkarte, Lebensmittelkarte, Lochkarte, Lohnsteuerkarte, Lösungskarte, Mitgliedskarte, Monatskarte, Namenskarte, Netzkarte, Parkkarte, Plastikkarte, Postkarte, Preissägekarte, Prepaidkarte, Rabattkarte, Registrierungskarte, Rommékarte, Originalkarte, Sammelkarte, SAT-Karte (→ Digital-SAT-Karte, ORF-Karte), SD-Karte, Schatzkarte, Schlüsselkarte, Seekarte, Signaturkarte, SIM-Karte, Skatkarte, Skitageskarte, Sozialversicherungskarte, Speisekarte, Spezialkarte, Spielkarte, Stadtkarte, Stechkarte, Stimmkarte, Straßenkarte, Sternenkarte, Tageskarte, Tanzkarte, Teilnahmekarte, Übersichtskarte, Vesperkarte, Visitenkarte, Vorteilskarte, Vorverkaufskarte, Wanderkarte, Wäschekarte, Weinkarte, Weltkarte, Wertkarte, Wirtschaftskarte, Wochenendkarte, Wochenkarte, Zahlenkarte, Zahlkarte, Zehnerkarte, Zeitkarte
[3] Gelbe Karte, Gelb-Rote Karte, Grüne Karte, Rote Karte
[4] Grafikkarte, Netzwerkkarte, SIM-Karte, Soundkarte

Beispiele:

[1] Leg eine Karte ins Buch hinein, wo du aufhörst zu lesen.
[2] Und schreib mir mal eine Karte!
[2] Du musst am Automaten eine Karte ziehen.
[2] Ich hab' leider meine Karte nicht dabei.
[2] Herr Ober, bitte die Karte!
[2] Nach der Karte dürfte es nicht mehr weit sein.
[2] „Der Kellner brachte uns die Karte, und wir sahen, dass es in diesem Lokal nur Altberliner Küche zu essen gab.“[3]
[2] „Am nächsten Morgen zeigte Papa mir beim Frühstück die Karte von der Mosel, in die er manchmal hinein schaut.“[4]
[3] Der Schiedsrichter zeigte Meyer erst die gelbe Karte, weil er nochmals faulte, bekam er dann die rote Karte.
[4] Gestern ist eine meiner Karten durchgebrannt!

Redewendungen:

alles auf eine Karte setzen, mit offenen Karten spielen, mit verdeckten Karten spielen, gute Karten haben, schlechte Karten haben
Mit Karten im Sinne von Spielkarten:
[2] seine Karten aufdecken = die eigenen Absichten zeigen
[2] noch eine Karte im Ärmel haben = andere noch überraschen, noch besiegen können
[2] eine Karte, die sticht = etwas, das zum Sieg verhilft

Charakteristische Wortkombinationen:

[1–3] eine Karte herausziehen, einstecken
[1, 2] eine Karte knicken, einreißen, zerreißen
[2] (Spielkarte) Karten aufnehmen, spielen, kloppen, zurückhalten
[2] (Spielkarte) seine Karten aufnehmen, spielen, zurückhalten
[2] (Landkarte) eine Karte herausziehen, auffalten, konsultieren, umfalten, zusammenfalten, einstecken
[2] (Landkarte) eine Karte zeichnen, benutzen
[2] (Landkarte) einer Karte trauen, misstrauen, folgen
[2] (Landkarte) eine Karte zeigt, verhehlt etwas
[2] (Landkarte, Speisekarte) in eine Karte hineinschauen, etwas finden auf der Karte
[2] (Chipkarte, Magnetkarte, …) eine Karte einstecken, einschieben
[2] (Fahrkarte, …) eine Karte lösen, herauslassen, holen

Wortbildungen:

Substantive: Arschkarte, Jahreskartenservice, Karteneinschub, Kartografie, Kartenhaus, Kartenkunde, Kartenleger, Kartenleser, Kartenmotiv, Kartenspiel, Kartentrick, Kartenverkäufer, Kartenzeichner
Verben: karteln, kartieren

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[2] Wikipedia-Artikel „Karte
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Karte
[1–4] Duden online „Karte
[1] canoo.net „Karte
[1–4] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKarte
[1–3] The Free Dictionary „Karte

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Seite 393.
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 Seite 473.
  3. Hanns-Josef Ortheil: Die Berlinreise. Roman eines Nachgeborenen. Luchterhand, München 2014, Seite 174 ISBN=978-3-630-87430-2
  4. Hanns-Josef Ortheil: Die Moselreise. Roman eines Kindes. 1. Auflage. btb Verlag, München 2012, ISBN 978-3-442-74417-6, Seite 123 Entstanden 1963.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Charta, Kart, Kaste, Kate
Homophone: karrte
Anagramme: Kater, Rekta