Schmalz

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Schmalz (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n, m[Bearbeiten]

Singular 1 Singular 2

Plural

Nominativ das Schmalz der Schmalz

die Schmalze

Genitiv des Schmalzes des Schmalzes

der Schmalze

Dativ dem Schmalz dem Schmalz

den Schmalzen

Akkusativ das Schmalz den Schmalz

die Schmalze

[1] Schmalz als Brotaufstrich (hier: Griebenschmalz)

Worttrennung:

Schmalz, Plural: Schmal·ze

Aussprache:

IPA: [ʃmalt͡s]
Hörbeispiele:
Reime: -alt͡s

Bedeutungen:

[1] Österreich, nur Neutrum:[1] ausgelassenes Schweinefett
[2] Butterschmalz, Schmalzbutter
[3] Jägersprache: Fett des Dachses oder Murmeltieres
[4] in Deutschland[2] nur Maskulinum, in Österreich[3] nur Neutrum: übertriebenes sentimentales Gefühl
[5] sentimentale Liedform
[6] Österreich, nur Neutrum: Strafe

Synonyme:

[4] Sentimentalität
[5] Schnulze

Beispiele:

[1] Krapfen werden in viel heißem Schmalz ausgebacken.
[1] Schmalz wurde früher auch häufig als Schmiermittel eingesetzt.
[2] Schmalz hat weniger Wasser und hält daher länger als Butter.
[3] Früher wurde in der Volksheilkunde auch das Schmalz vom Dachs und Murmeltier verwendet.
[4] Mir kommen fast die Tränen bei so viel Schmalz.
[5] Heute spielen sie wieder einmal nur Schmalz im Lokalsender.
[4, 5] Ihr singt dauernd solche Liebeslieder, vorne und hinten mit Schmalz (Loriot[4])
[4, 5?] „Auf dem Wege über Musiker wie Bill Haley, Elvis Presley, Chuck Berry, Fats Domino, Little Richard etc. hat der Blues die von Schmalz und Kitsch und verlogenen Gefühlen faselnde Schlagermusik der »Tin Pan Alley« buchstäblich zertrümmert.“[5]
[6] „Hoffentlich wird er sein Schmalz kriegen.“[6]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1–3] Schmalz auslassen

Wortbildungen:

Butterschmalz, Gänseschmalz, Gehirnschmalz, Griebenschmalz, Hirnschmalz, Ohrenschmalz, Rindsschmalz, Schweineschmalz, Seelenschmalz
Schmalzbutter, Schmalzgebäck, schmalzig, Schmalzlocke, Schmalznuss

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Schmalz
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Schmalz
[1, 4, 5] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Schmalz
[1] canoo.net „Schmalz
[1, 3, 4] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSchmalz
[1–3] Duden online „Schmalz (Fett)
[1, 4, 6] ÖBV im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht und Kulturelle Angelegenheiten (Herausgeber): Österreichisches Wörterbuch. Neubearbeitung auf der Grundlage des amtlichen Regelwerks. Schulausgabe – 38. neubearbeitete Auflage. ÖBV, Pädag. Verl., Wien 1997, ISBN 3-215-07910-0 (Bearbeitung: Otto Back et al.; Red.: Herbert Fussy)

Quellen:

  1. ÖBV im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht und Kulturelle Angelegenheiten (Herausgeber): Österreichisches Wörterbuch. Neubearbeitung auf der Grundlage des amtlichen Regelwerks. Schulausgabe – 38. neubearbeitete Auflage. ÖBV, Pädag. Verl., Wien 1997, ISBN 3-215-07910-0 (Bearbeitung: Otto Back et al.; Red.: Herbert Fussy)
  2. Duden online „Schmalz_Ruehrseligkeit
  3. ÖBV im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht und Kulturelle Angelegenheiten (Herausgeber): Österreichisches Wörterbuch. Neubearbeitung auf der Grundlage des amtlichen Regelwerks. Schulausgabe – 38. neubearbeitete Auflage. ÖBV, Pädag. Verl., Wien 1997, ISBN 3-215-07910-0 (Bearbeitung: Otto Back et al.; Red.: Herbert Fussy)
  4. Loriot: „Ich wünsch’ mir ’ne kleine Miezekatze“, A-Seite von Wums Gesang
  5. Joachim-Ernst Berendt, Günther Huesmann: Das Jazzbuch. S. Fischer, 2009 (Zitiert nach Google Books)
  6. Der Volksbote für den Bürger und Landmann. Kirschbaum & Schuh, 1851, Seite 814 (Zitiert nach Google Books)