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Zucker

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Dieser Eintrag war in der 10. Woche
des Jahres 2024 das Wort der Woche.
Singular Plural
Nominativ der Zucker die Zucker
Genitiv des Zuckers der Zucker
Dativ dem Zucker den Zuckern
Akkusativ den Zucker die Zucker
[1] weißer und brauner Zucker

Worttrennung:

Zu·cker, Plural: Zu·cker

Aussprache:

IPA: [ˈt͡sʊkɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Zucker (Info), Lautsprecherbild Zucker (Info), Lautsprecherbild Zucker (Österreich) (Info)
Reime: -ʊkɐ

Bedeutungen:

[1] ein aus Pflanzen gewonnenes, süß schmeckendes Nahrungsmittel
[2] Chemie: kristalliner, in Wasser gut löslicher chemischer Stoff, der aus Sacchariden besteht
[3] kein Plural, Medizinerjargon, kurz für: Blutzuckerspiegel
[4] kein Plural, umgangssprachlich, kurz für: Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Herkunft:

Das Wort ist seit dem 13. Jahrhundert im Deutschen bezeugt. Seine mittelhochdeutschen Formen lauteten zuker beziehungsweise zucker, die ihrerseits auf die althochdeutsche Form zucker zurückgehen. Ins Deutsche gelang es durch Entlehnung aus dem Italienischen zucchero  it, welches seinerseits über das Arabische سُكَّر (DMG: sukkar)  und Persische شَکَر (DMG: šäkar)  letztlich dem Altindischen śárkarā (vergleiche Sanskrit शर्करा (śarkarā)  sa) entstammt. Die griechische Bezeichnung σάκχαρον (sakcharon)  grc n, die auch ins Lateinische in der Form saccharon  la n übernommen wurde, entstammt unmittelbar dem Indischen.
Der Zuckerrohranbau wurde von den Arabern in Spanien und Sizilien eingeführt. Von Italien aus gelangte dann das Wort mit der Sache in die übrigen europäischen Sprachen.[1]

Synonyme:

[1] Haushaltszucker, Saccharose
[3] Blutzuckerspiegel
[4] Zuckerkrankheit, Diabetes

Gegenwörter:

[1] Salz

Verkleinerungsformen:

Zuckerchen, umgangssprachlich veraltend: Zuckerchen, Zückerchen, bayrisch, österreichisch: Zuckerl, Zuckerle

Oberbegriffe:

[1] Nährstoff; Würzmittel
[4] Krankheit

Unterbegriffe:

[1] allgemein: Einfachzucker, Rohzucker, Vielfachzucker, Zweifachzucker, siehe auch: Verzeichnis:Deutsch/Essen und Trinken/Küchenkräuter und Gewürze
[1] Bio-Blütenzucker, Bio-Kokos-Blütenzucker, Blütenzucker, brauner Zucker, Farinzucker, Gelierzucker, Hagelzucker, Kandiszucker (Kandis), Kristallzucker, Krümelzucker, Puderzucker, Rübenzucker, Seidenzucker, Staubzucker, Streuzucker, Vanillezucker, Veilzucker, Würfelzucker
[2] Blutzucker, Fruchtzucker (Fructose), Galaktose, Haushaltszucker, Invertzucker, Kartoffelzucker, Malzzucker, Milchzucker (Laktose), (Saccharose), Rohrzucker, Traubenzucker (Glukose)
[4] Alterszucker

Beispiele:

[1] Ich trinke meinen Kaffee immer mit Zucker.
[1] „Maschmann begann 1947 mit der Bienenzucht, weil die britischen Soldaten für jeden Imker zum Füttern zwei Pfund Zucker extra freigaben.“[2]
[1] „Eine weiße Oberschicht profitierte vom Handel mit Kaffee, Zucker, Baumwolle und Diamanten.“[3]
[1] „Mein Kellner hat den Zucker vergessen.“[4]
[1] „Der Kaffee war in einer Kanne und der Zucker daneben.“[5]
[2] Die verschiedenen Zucker haben alle ihre speziellen Eigenschaften.
[3] Wie ist denn ihr Zucker?
[4] Ich habe Zucker.

Redewendungen:

[1] bildlich, salopp: Zucker sein – bestens, gut, herrlich, schön sein
[1] bildlich, umgangssprachlich: nicht aus Zucker sein – nicht sehr empfindsam sein
[1] bildlich derb: jemandem Zucker in den Arsch blasen oder jemandem Zucker in den Hintern blasen – jemanden (mit Schmeicheleien) über alle Maßen verwöhnen
[1] bildlich, umgangssprachlich: seinem Affen Zucker geben – sich seiner Eitelkeit hingeben; in ausgelassener Stimmung sein

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] brauner Zucker, feiner Zucker, gemahlener Zucker, gestoßener Zucker, weißer Zucker; x Esslöffel Zucker, x Pfund Zucker, x Stück Zucker; Zucker herstellen, Zucker gewinnen, Zucker raffinieren; etwas mit Zucker süßen, etwas mit Zucker zubereiten
[3] den Zucker bestimmen

Wortbildungen:

Adjektive/Adverbien: zuckerhaltig, zuckerig, zuckrig, zuckerkrank, zuckersenkend, zuckersüß
Substantive: Bleizucker, Blutzucker, Unterzuckerung, Zuckerahorn, Zuckerart, Zuckeraustauschstoff, Zuckerbäcker, Zuckerbirke, Zuckerbrot, Zuckercouleur, Zuckerdose, Zuckererbse, Zuckererkrankung, Zuckerersatz, Zuckerfabrik, Zuckerfabrikant, Zuckerfest, Zuckerfreisetzung, Zuckergehalt, Zuckergewinnung, Zuckerglas, Zuckerglasur, Zuckerguss, Zuckerhase, Zuckerhut, Zuckerkandis, Zuckerknappheit, Zuckerkoma, Zuckerkrankheit, Zuckerkristall, Zuckerlecken, Zuckerlöffel, Zuckerlösung, Zuckermais, Zuckermarke, Zuckermasse, Zuckermelone, Zuckerplantage, Zuckerplätzchen, Zuckerpuppe, Zuckerraffinade, Zuckerraffinerie, Zuckerrohr, Zuckerrübe, Zuckersaft, Zuckerschale, Zuckerschlecken, Zuckerschnute, Zuckerschock, Zuckerschote, Zuckersirup, Zuckerstange, Zuckersteuer, Zuckerstreuer, Zuckerstück, Zuckerstückchen, Zuckerthermometer, Zuckertüte, Zuckerung, Zuckerzufuhr, Zuckerwaren, Zuckerwasser, Zuckerwatte, Zuckerwerk, Zuckerwürfel, Zuckerzange
Verben: zuckern

Übersetzungen

[Bearbeiten]
[1–4] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1986.
[1, 2] Wikipedia-Artikel „Zucker
[4] Wikipedia-Artikel „Zucker (Begriffsklärung)
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Zucker
[1, 2, 4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Zucker
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalZucker
[1, 2, 4] The Free Dictionary „Zucker
[1–4] Duden online „Zucker
[1, 4] Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „Zucker“ auf wissen.de
[*] Wahrig Herkunftswörterbuch „Zucker“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Zucker (im engeren Sinn)
[2] wissen.de – Lexikon „Zucker (im weiteren Sinn)
[*] wissen.de – Gesundheit A–Z „Zucker (Biochemie)
[1] wissen.de – Gesundheit A–Z „Zucker (Diätetik)
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Zucker

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, Seite 1016, Eintrag „Zucker“.
  2. Eva Thöne: Flüchtling als Imker im Schrebergarten: Maschmanns Geschenk. In: Spiegel Online. 13. Mai 2017, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 14. Mai 2017).
  3. Uwe Klussmann: Königin Nzinga und die Revolution. In: SPIEGEL GESCHICHTE. Nummer Heft 1, 2016, Seite 118-121, Zitat Seite 120.
  4. Edgar Hilsenrath: Der Nazi & der Friseur. Roman. 15. Auflage. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-13441-5, Seite 346. Zuerst 1977 erschienen.
  5. Giacomo Casanova: Geschichte meines Lebens, herausgegeben und eingeleitet von Erich Loos, Band XII. Propyläen, Berlin 1985 (Neuausgabe) (übersetzt von Heinz von Sauter), Seite 241.
Singular m Singular f Plural 1 Plural 2
Nominativ der Zucker
(Zucker)
die Zucker
(Zucker)
die Zuckers die Zucker
Genitiv des Zucker
des Zuckers
Zuckers
der Zucker
(Zucker)
der Zuckers der Zucker
Dativ dem Zucker
(Zucker)
der Zucker
(Zucker)
den Zuckers den Zucker
Akkusativ den Zucker
(Zucker)
die Zucker
(Zucker)
die Zuckers die Zucker
siehe auch: Grammatik der deutschen Namen

Anmerkung:

Der mündliche, umgangssprachliche Gebrauch des Artikels bei Nachnamen ist nicht einheitlich. Norddeutsch gebraucht man tendenziell keinen Artikel, mitteldeutsch ist der Gebrauch uneinheitlich, in süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Idiomen wird der Artikel tendenziell gebraucht.
Für den Fall des Artikelgebrauches gilt: der „Zucker“ – für männliche Einzelpersonen, die „Zucker“ im Singular – für weibliche Einzelpersonen; ein oder eine „Zucker“ für einen Angehörigen oder eine Angehörige aus der Familie „Zucker“ oder der Gruppe der Namenträger. Die im Plural gilt für die Familie oder alle Namenträger gleichen Namens. Der schriftliche, standardsprachliche Gebrauch bei Nachnamen ist prinzipiell ohne Artikel.

Worttrennung:

Zu·cker, Plural: Zu·ckers

Aussprache:

IPA: [ˈt͡sʊkɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Zucker (Info), Lautsprecherbild Zucker (Info), Lautsprecherbild Zucker (Österreich) (Info)
Reime: -ʊkɐ

Bedeutungen:

[1] deutschsprachiger Nachname, Familienname

Abkürzungen:

[1] Z.

Namensvarianten:

Zuckerer, Zuckermann, Zuckermaier, Zuckermayer, Zuckermayr, Zuckermeier

Bekannte Namensträger: (Links führen zu Wikipedia)

Alfred Zucker, Ben Zucker, Renée Zucker

Beispiele:

[1] Frau Zucker ist ein Genie im Verkauf.
[1] Herr Zucker wollte uns kein Interview geben.
[1] Die Zuckers fliegen heute nach La Paz.
[1] Der Zucker trägt nie die Schals, die die Zucker ihm strickt.
[1] Das kann ich dir aber sagen: „Wenn die Frau Zucker kommt, geht der Herr Zucker.“
[1] Zucker kommt und geht.
[1] Zuckers kamen, sahen und siegten.

Übersetzungen

[Bearbeiten]
[1] Wikipedia-Artikel „Zucker (Begriffsklärung)
[1] Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands: „Zucker
[1] „Zucker“ bei Geogen Deutschland 3.2 Online. Bei Geogen Deutschland v4: „Zucker“
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalZucker

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Ducker, Gucker, Jucker, Mucker, Zocker, Zuber, zucken, Zucken
Anagramme: zuckre