Arzt

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des Jahres 2013 das Wort der Woche.

Arzt (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Arzt die Ärzte
Genitiv des Arztes der Ärzte
Dativ dem Arzt
dem Arzte
den Ärzten
Akkusativ den Arzt die Ärzte
[1] ein Arzt bei einer Untersuchung

Worttrennung:

Arzt, Plural: Ärz·te

Aussprache:

IPA: [aːɐ̯t͡st], [aʁt͡st]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Arzt (Info), Lautsprecherbild Arzt (Info), Lautsprecherbild der Arzt (Österreich) (Info)
Reime: -aʁt͡st

Bedeutungen:

[1] Beruf, Gesundheitswesen: Heilkundiger, der ein Medizinstudium abgeschlossen hat und nach Erlangung der medizinischen Approbation körperliche und seelische Krankheiten behandelt

Herkunft:

Dem Substantiv Arzt gehen das althochdeutsche arzāt aus dem 9. Jahrhundert, das das althochdeutsche lāhhi verdrängt hat, und die mittelhochdeutschen Formen arzāt und arzet voraus.[1] Hierbei handelt es sich genau wie beim mittelniederdeutschen arste und dem mittelniederländischen arsatere um Entlehnungen aus dem mittellateinischen arciater → la und dem spätlateinischen archiāter → la und archiātrus → la, die auf das altgriechische ἀρχιατρός (archiatros→ grcOberarzt, Leibarzt‘ zurückgehen.[1] Dieses setzt sich aus der Vorsilbe ἀρχ(ι)- (arch(i)-→ grc Haupt-, Ober-, Erz-‘ und ἰατρός (iatros→ grc ‚Arzt, Wundarzt‘ zusammen.[1] Das altgriechische ἰατρός war wie das lateinische medicus → la die generelle Berufsbezeichnung für den Heilkundigen, während ἀρχιατρός und archiāter Titel darstellten.[1] So trugen beispielsweise die Hof- und Leibärzte bei den Seleukiden in Antiochia und später die Stadt- und Hofärzte in der römischen Kaiserzeit sowie die Ärzte am Königshof der Merowinger den Titel Archiater.[1] Ebenso wie der Beruf des Arztes wurde auch die Bezeichnung Arzt in frühneuhochdeutscher Zeit stark abgewertet – bis hin zum Marktschreier.[2] In der Neuzeit trat dann ein Wandel hin zu mehr Wertschätzung ein.[2]

Synonyme:

[1] umgangssprachlich: Doktor, Mediziner, veraltet: Medikus, Physikus, abwertend: Quacksalber

Gegenwörter:

[1] Patient

Weibliche Wortformen:

[1] Ärztin

Unterbegriffe:

[1] Akutmediziner, Allgemeinmediziner
[1] Admiralarzt, Admiralstabsarzt, Allgemeinarzt, Amtsarzt, Anstaltsarzt, Armenarzt, Assistenzarzt, Bereitschaftsarzt, Betriebsarzt, Chefarzt, Dopingarzt, Durchgangsarzt, Feldarzt, Feuerwehrarzt, Fliegerarzt (Flugarzt), Flüchtlingsarzt, Gefängnisarzt, Hausarzt, Hotelarzt, Impfarzt, Kantonsarzt, Kassenarzt, Klinikarzt, Kurarzt, Landarzt, Leibarzt, Mannschaftsarzt, Militärarzt, Notarzt, Oberarzt, Paukarzt, Polizeiarzt, Provinzarzt, Schiffsarzt, Sportarzt, Stadtarzt, Stationsarzt, Theaterarzt, Turnusarzt, Vertrauensarzt, Werksarzt, Wundarzt
[1] Feldscher, Feldscherer
[1] Fachärzte: Abtreibungsarzt, Allergologe, Anästhesist, Androloge, Augenarzt, Chirurg, Dermatologe, Frauenarzt, Gastroenterologe, Geriater, Gynäkologe, Hals-Nasen-Ohren-Arzt/HNO-Arzt, Hautarzt, Internist, Kardiologe, Kinderarzt, Lungenfacharzt, Narkosearzt, Neonatologe, Nephrologe, Nervenarzt, Neurologe, Onkologe, Ophthalmologe, Orthopäde, Pädiater, Pneumologe, Proktologe, Psychiater, Pulmologe, Radiologe, Rheumatologe, Röntgenologe, Tierarzt, Tropenarzt, Urologe, Veterinär, Zahnarzt

Beispiele:

[1] Ein Arzt hat gelernt, seinen Patienten zu helfen.
[1] In immer mehr Regionen gibt es viel zu wenig Ärzte, die eine Praxis auf dem Land eröffnen oder übernehmen wollen.
[1] Mein Arzt hat noch keinen Doktortitel.
[1] „An jenem Abend, in der Dunkelheit, hatte ein junger Arzt neben einer jungen Krankenschwester gesessen.“[3]
[1] „Der Patient ist nicht immer so, wie der Arzt ihn will.“[4]
[1] „Der sie liebende Mann ist nicht Rennfahrer, sondern ihr Arzt (David Niven), und ein Playboy und Rennfahrer (Richard Conte), der für viel Herzensverwirrung sorgt, ist auch da.“[5]

Redewendungen:

[1] bis der Arzt kommt

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] behandelnder Arzt, niedergelassener Arzt, praktischer Arzt, praktizierender Arzt, Arzt im Praktikum, den Arzt aufsuchen, den Arzt konsultieren

Wortbildungen:

Adjektive: ärztlich, ärztlicherseits
Substantive: Arznei, Arztbericht, Arztberuf, Arztbesuch, Arztbrief, Ärztedienst, Ärztefunk, Ärztefunkdienst, Ärztehaus, Ärztekammer, Ärztekoffer, Ärztemangel, Ärztemuster, Ärztenotdienst, Ärztenotruf, Ärztepräsident, Ärzteschaft, Ärzteschwemme, Ärztetasche, Ärzteteam, Ärztevertreter, Ärztezeitung, Ärztezentrum, Arztfrau, Arztgelöbnis, Arzthelfer, Arzthilfeschein, Arzthonorar, Arztkittel, Arztkoffer, Ärztekongress, Arztkosten, Arzt-Patienten-Verhältnis, Arztpraxis, Arztrechnung, Arztroman, Arztsekretär, Arztserie, Arztsohn, Arztspiel, Arzttasche, Arzttermin, Arzttochter, Arztwahl, Arztwitz
Verben: verarzten

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Arzt
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Arzt
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Arzt
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalArzt
[1] The Free Dictionary „Arzt
[1] Duden online „Arzt
[1] Goethe-Wörterbuch „Arzt
[1] Wahrig Großes Wörterbuch der deutschen Sprache „Arzt“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Arzt
[1] wissen.de – Gesundheit A–Z „Arzt/Ärztin

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „Arzt“, Seite 63.
  2. 2,0 2,1 Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, „Arzt“, Seite 64.
  3. Lizzie Doron: Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?. 6. Auflage. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2015, ISBN 978-3-518-45769-6, Seite 106. Hebräisches Original 1998.
  4. Eugen Skasa-Weiß: So lacht Germania. Humor zwischen Isar und Elbe. Herder, Freiburg/Basel/Wien 1971, Seite 108.
  5. Wilhelm von Sternburg: „Als wäre alles das letzte Mal“: Erich Maria Remarque. Eine Biographie. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2000, ISBN 3-462-02917-7, Seite 409.

Substantiv, m, f, Nachname[Bearbeiten]

Singular m Singular f Plural
Nominativ der Arzt
(Arzt)
die Arzt
(Arzt)
die Arzts
Genitiv des Arzt
des Arzts
Arzts
der Arzt
(Arzt)
der Arzts
Dativ dem Arzt
(Arzt)
der Arzt
(Arzt)
den Arzts
Akkusativ den Arzt
(Arzt)
die Arzt
(Arzt)
die Arzts
siehe auch: Grammatik der deutschen Namen
[1] geografische Verteilung des Nachnamens Arzt in Deutschland

Anmerkung:

Der mündliche, umgangssprachliche Gebrauch des Artikels bei Nachnamen ist nicht einheitlich. Norddeutsch gebraucht man tendenziell keinen Artikel, mitteldeutsch ist der Gebrauch uneinheitlich, in süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Idiomen wird der Artikel tendenziell gebraucht.
Für den Fall des Artikelgebrauches gilt: der „Arzt“ – für männliche Einzelpersonen, die „Arzt“ im Singular – für weibliche Einzelpersonen; ein und/oder eine „Arzt“ für einen und/oder eine Angehörige aus der Familie „Arzt“ und/oder der Gruppe der Namenträger. Die im Plural gilt für die Familie und/oder alle Namenträger gleichen Namens. Der schriftliche, standardsprachliche Gebrauch bei Nachnamen ist prinzipiell ohne Artikel.

Worttrennung:

Arzt, Plural: Arzts

Aussprache:

IPA: [aːɐ̯t͡st], [aʁt͡st]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Arzt (Info), Lautsprecherbild Arzt (Info)
Reime: -aʁt͡st

Bedeutungen:

[1] deutschsprachiger Familienname, Nachname

Herkunft:

Berufsname zu mittelhochdeutsch arzat, arzet „Arzt“ aus mittellateinisch arciater. Der Berufsname wurde schon früh Nachname und meinte ursprünglich den nebenberuflichen Heilkundigen.[1]

Namensvarianten:

Arts, Artz, Artzet, Artzt, Arz, Arzat, Arzet

Bekannte Namensträger: (Links führen zu Wikipedia)

Eduard Arzt (* 1956 in Linz), österreichischer Physiker und Materialwissenschaftler
Volker Arzt (* 1941), deutscher Diplom-Physiker, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Autor

Beispiele:

[1] Frau Arzt ist ein Genie im Verkauf.
[1] Herr Arzt wollte uns kein Interview geben.
[1] Die Arzts kommen heute aus Tirol.
[1] Der Arzt trägt nie die Schals, die die Arzt ihm strickt.
[1] Das kann ich dir aber sagen: „Wenn die Frau Arzt kommt, geht der Herr Arzt.“
[1] Arzt kommt und geht.
[1] Arzts kamen, sahen und siegten.
Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Arzt
[1] Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon. Familien- und Vornamen nach Ursprung und Sinn erklärt. Gondrom Verlag, Bindlach 1991, 1993, 2004, ISBN 3-8112-0294-4, Seite 43 f.
[1] Josef Karlmann Brechenmacher: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen. A-J. Zweite, von Grund auf neu gearbeitete Auflage. C. A. Starke, Limburg a. d. Lahn 1957, Seite 43
[1] Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 2000, ISBN 3-423-03234-0, Seite 109, 128 f.
[1] Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden Familiennamen. Herkunft und Bedeutung. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2000, ISBN 3-411-70851-4, Seite 92 f.
[1] Max Gottschald: Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde. 6. Auflage. De Gruyter, Berlin 2006, ISBN 3-11-018032-4, Seite 92
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalArzt
[1] Verein für Computergenealogie: MetasucheArzt
[1] „Arzt“ bei Geogen Onlinedienst
[1] „Arzt“ bei Geogen Onlinedienst (V. 4.0) - (Namen bitte eintragen; mit Ähnlichkeitssuche)
[1] „Arzt“ bei forebears.io (weltweite Übersicht mit Ähnlichkeitssuche)
[1] „Arzt“ bei verwandt.de (dort mit Links zu schweizerischen und polnischen Verteilungs-Karten)
[1] Namensverteilung in Österreich (Namen bitte eintragen)
[1] „Arzt“ bei whitepages.com (USA und Kanada; englisch)


Quellen:

  1. Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon. Familien- und Vornamen nach Ursprung und Sinn erklärt. Gondrom Verlag, Bindlach 1991, 1993, 2004, ISBN 3-8112-0294-4, Seite 43 f.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Art
Anagramme: ratz, Ratz, zart