í

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í (Färöisch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Aussprache:

IPA: [ˈʊi]
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] Ein Vokal oder Diphthong, elfter Buchstabe im färöischen Alphabet, Í, í.

Herkunft:

vom altnordischen Buchstaben Ī, ī. Der Buchstabe wird in Wörterbüchern entweder bei I, i einsortiert, oder aber folgt unmittelbar dahinter. Letzteres ist seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert auf den Färöern der Fall. Von der lautlichen Qualität her entspricht í im Färöischen dem ý. Dass es eine Unterscheidung der beiden Grapheme gibt hat rein etymologische Gründe und führt auch bei vielen Muttersprachlern zu Schreibfehlern.

Synonyme:

[1] fyrra í [ˈfɪɹːa ˈʊi] „erstes í“

Gegenwörter:

[1] seinna í [ˈsai̥dna ˈʊi] (ý) „letztes í“


Präposition[Bearbeiten]

Aussprache:

IPA: [ˈʊi], [ˈʊj] (sowohl lang und betont, als auch kurz und unbetont)
Hörbeispiele: —, Plural:

Bedeutungen:

[1] in (e-m Ort, Richtung)
[2] in (dem Organismus)
[3] in (Kleidern)
[4] in, auf (in bestimmten färöischen Ortschaften, in allen ausländischen Ortschaften und Ländern, und auf allen Inseln)
[4a] in vielen festen Ortsnamen beim sogenannten býlingur (etwas abgelegene Ansiedlung einer Dorfgemeinde, Dorfteil) und bestimmten Bauernhöfen und Gemarkungen.
[4b] von (in aus [4,4a] abgeleiteten Familiennamen)
[5] in, an (Zeit)
[6] in, bei, zu (Arbeit, Wirksamkeit)
[7] in (Witterungsumständen)
[8] in (Form von)
[9] in (einem Zustand)
[10] in (einem Gefühl, einer Stimmung)
[11] in einem Zustand, vor (aufgrund von etw.)
[12] in (e-r Beziehung zu etw.)
[13] innen drin, hinein in (Verbindung mit Adverben, Ort und Richtung)
[14] in bestimmten Wortkombinationen, Wendungen
[15] ein- in Verbindung mit Verben

Herkunft:

[1–15] Aus indogermanisch und germanisch *en „in“ bildete sich u.a. altnordisch ī, daraus i in den ostskandinavischen und í in den westskandinavischen Sprachen. Etymologie, und weitestgehend auch Bedeutungen, entsprechen dem deutschen in. Beachte die Aussprache des färöischen í, die unserem Ausruf des Erstaunens „ui!“ nahe kommt.

Gegenwörter:

[1, 3] úr
[4] úr, av; til, á

Unterbegriffe:

[1, 13] aftaní, afturí, eftirí, framí, frammaní, harí, innaní, inní, niðurí, uppií, uppí, útií, utí, tarí

Beispiele:


í regiert den Akkusativ:

[1] Gerda fer í býin - Gerda fährt (geht) in die Stadt
[1] Jógvan fór í bátin - Jegvan stieg in das Boot (wörtl.: er fuhr in das Boot)
[1] gentan fór inn í stovuna - das Mädchen ging in die Stube hinein
[1] Petur skrivaði í bókina - Peter schrieb in das Buch
[2] fáa ilt í høvdið - Kopfschmerzen bekommen (wörtl.: „Schlechtes in den Kopf bekommen“)
[3] fara í skógvar - Schuhe anziehen (wörtl.: in Schuhe fahren/steigen)
[5] í morgin - morgen
[5] í dag - heute (weitere Beispiele siehe unter „charakteristische Wortkombinationen“)
[6] hann fór í grind - er fuhr zum Grind(walfang)
[13] inn í húsið - hinein in das Haus

í regiert den Dativ:

[1] hon er í býnum - sie ist in der Stadt
[1] hann er í bátinum - er ist im Boot
[1] tær sótu í stovuni - sie f saßen in der Stube
[1] tað stendur í bókini - das steht im Buch
[2] hjartað í mær - das Herz in mir
[3] hon er í klæðum - sie ist in Kleidung (angezogen, in Tracht)
[4] eg eri í Føroyum - ich bin auf den Färöern
[4] ert í Fuglafirði - du bist in Fuglafjørður
Beachte: Das í wird in postalischen Anschriften „mitgedacht“ aber in der Regel nicht vor den (dann im Dativ stehenden) Ortsnamen geschrieben. Beispiel: Hr. Jógvan Joensen, FO-386 Bø (statt Bøur, Nominativ)
[4] vit eru í Týsklandi - wir sind in Deutschland
[4a] í Botni (Bauernhof an der Ostküste von Suðuroy)
[4b] Tróndur í Gøtu - Thrond von Gøta (ein berühmter Wikingerhäuptling)
[4b] Jákup í Jákupsstovu - „Jakob von der Jakobsstube“ (ein bekannter Politiker nach dem 2. Weltkrieg)
[6] tað var sum í grind - das war wie beim Grind(walfang) (es wimmelte von Booten und Menschen)
[6] húsini stóðu í gerð - das Haus war im Bau befindlich (wörtl.: „stand in der Mache“)
[6] vera i gildi - in Kraft sein (Gesetz)
[7] í dagslýsi - im Tageslicht
[7] í kava - im Schnee
[7] í mjørka - im dichten Nebel
[8] ogn í jørð - Grundeigentum (wörtl.: „Eigentum in Boden“)
[8] løn í peningi - „Gehalt in Geld“
[9] hundurin er fullur í lúsum - der Hund ist voll von Läusen
[9] gólvið flýtur í óruddi - der Fußboden versinkt im Krempel
[10] hann segði tað í illsinni - er sagte das im Bösen
[13] inni í húsini - innen im Haus

Redewendungen:

[11] bláur í raki - „blau vor Magerkeit“ (im äußersten Zustand der Magerkeit)
[11] doyggja í tosta - „vor Durst sterben“ (sehr durstig sein)
[14] gaman í! - mit Vergnügen!, gerne!, freilich!, wohl wahr!, stimmt schon!, das ist in Ordnung!

Charakteristische Wortkombinationen:

[5] í annað kvøld, í dag, í gjár, í kvøld, í morgin, í nátt, í ovurmorgin
[13] burtur í, inn í, inni í, upp í, uppi í, fram í, niðan í, niðri í, niður í, oman í, upp í, út í, yvir í
[15] koma í „hinein kommen, eintreten“, leggja í „hinein legen, einlegen“ (und sehr viele andere solcher Kombinationen, die unter den entsprechenden Verben behandelt werden)

Übersetzungen[Bearbeiten]