Miene

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43. Wort der Woche.

[Bearbeiten] Miene (Deutsch)

[Bearbeiten] Substantiv, f

[1, 2] nachdenkliche Miene, Johnny Cash, 1969
[1, 2] neugierige, erwartungsvolle Miene eines Kleinkindes
[1, 2] Mienen Geisteskranker:
Mécanisme de la Physionomie Humaine, 1862
Kasus Singular Plural
Nominativ die Miene die Mienen
Genitiv der Miene der Mienen
Dativ der Miene den Mienen
Akkusativ die Miene die Mienen

Silbentrennung:

Mie·ne, Plural: Mie·nen

Aussprache:

IPA: [ˈmiːnə], Plural: [ˈmiːnn̩, (betont) ˈmiːnən]
Hörbeispiele: Miene (Österr.), Plural: Mienen (Österr.)

Bedeutungen:

[1] Gesichtszüge als situativer Wesens- bzw. Gemütsausdruck
[a] bewusst hervorhebend
[b] (Plural) unbewusst einsetzend
[2] äußere Erscheinung, mit besonderer Betonung des Gesichts
[a] Miene machen, etwas zu tun: sich anschicken, etwas zu tun; erscheinen, (ganz) so aussehen, als ob, (gehoben) sich das Aussehen geben; (abwertend) es nötig haben, etwas zu tun
[b] Miene machen: sich aufgebracht, erbost, unwillig gebärden

Herkunft:

[1–2] im 17. Jahrhundert aus dem Französischen mine entlehnt, welches seinerseits im 15. Jhd. vermutlich dem Bretonischen min „Schnabel, Schnauze“ entnommen wurde[1]; anfänglich noch in französischer Schreibweise mine oder seltener in lateinisierter Form mina in der allgemeineren Bedeutung von „Gebärde“; ab Mitte des 17. Jhds. schon mit einem Dehnungs-ie bezeugt
[2a] französische Lehnübersetzung von faire mine „so tun, als ob“
[2b] französische Lehnübersetzung von faire la mine „seine Unzufriedenheit äußern“

Synonyme:

[1] Gesichtsausdruck; (verzerrt) Fratze, Grimasse

Gegenwörter:

[1–2] Gestik, Gestikulation

Oberbegriffe:

[1–2] Ausdruck, Gesicht, Mimik, Physiognomie

Unterbegriffe:

[1–2] Augenrollen, (umgangssprachlich) Flappe, (umgangssprachlich) Flunsch, Lachen, Lächeln, Stirnrunzeln, Zwinkern

Beispiele:

[1a] Ihre Miene war voller Abscheu.
[1b] In seinen Mienen malte sich Entsetzen.
[2a] Die Demonstranten machten keine Miene sich zur Wehr zu setzen.
[2b] Er machte Miene als ginge es um ihn.

Redewendungen:

[1a] gute Miene zum bösen Spiel machen
[1a] keine Miene verziehen oder, volkstümlich, keine Miene machen
[1a] Mit frommen Worten und Mienen kannst du den Himmel nicht verdienen.
[1b] raue Mienen von sich stoßen
[1b] sich in Mienen abdrücken oder sich in Mienen ausdrücken
[2] Miene machen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1a] eine achtsame ~ , amtliche ~ , eine andächtiger ~ , eine aufrichtige ~ , eine beherzte ~ , eine drohende ~ , düstere ~ , eine ehrerbietige ~ , eine ernste ~ , eine feierliche ~ , eine finstere ~ , eine freundliche ~ , eine frohe ~ , eine gleichgültige ~ , eine heitere ~ , eine höhnische ~ , eine kalte ~ , eine kritische ~ , eine nachdenkliche ~ , eine saure ~ , eine sorgenlose ~ , eine spöttische ~ , eine stolze ~ , eine strahlende ~ , eine strenge ~ , eine unbewegte ~ , eine verächtliche ~ , eine verschlossene ~ ; eine ~ aufsetzen, eine ~ machen, eine ~ ziehen; jemandens ~ verdüstert sich, jmds. ~ hellt sich auf, jmds. ~ wirkt gespannt, jmds. ~ wirkt erstarrt
[1b] in ~n spielen, in ~n sprechen
[2a] keine ~ machen zu gehen, keine ~ machen aufzubrechen, niemand macht eine ~ zu antworten, niemand macht eine ~ sich zu erheben

Abgeleitete Begriffe:

[1] Amtsmiene, Beamtenmiene, Biedermannsmiene, Duldermiene, Feldhernmiene, Gönnermiene, Jammermiene, Kennermiene, (umgangssprachlich) Leichenbittermiene, Leidensmiene, Siegermiene, Trauermiene, Unschuldsmiene
[1a] mieneln
[1b] Mienenspiel, Mienensprache

Symbole:

Es gibt kein Symbol, das für das Wort Miene steht. Jedoch gibt es zahlreiche Symbole die Mienen versinnbildlichen. Unter ihnen sind die sogenannten Smileys wohl die bekanntesten: Face-smile.svg, Face-plain.svg, Face-sad.svg

[Bearbeiten] Übersetzungen

Dialektausdrücke:

  • Westniederdeutsch:
  • Westmitteldeutsch:
    • Moselfränkisch: [1, 2] Mien, Minn
    • Rheinfränkisch (Süd-): [1, 2] Mien, Minn
      • Pfälzisch: [1, 2] Mien
  • Westoberdeutsch (Alemannisch):
    • Schwyzerdütsch (meist Hochalemannisch): [1, 2] Lätsch, Möffi
  • Ostniederdeutsch:
  • Ostmitteldeutsch:
  • Ostoberdeutsch:


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? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Miene
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Miene
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Miene
[1] canoo.net „Miene
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonMiene

Quellen:

  1. vgl. PRobert2007Wiktionary:Literaturliste

Ähnliche Wörter:

Mine, Mime

Häufige Falschschreibungen: Mine

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