Mädchen

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Mädchen (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Mädchen

die Mädchen

Genitiv des Mädchens

der Mädchen

Dativ dem Mädchen

den Mädchen

Akkusativ das Mädchen

die Mädchen

[1] Zwei deutsche Mädchen in der Nachkriegszeit
[1] Zwei irakische Mädchen
[1] Ein Mädchen aus Burkina Faso

Anmerkung zum Genus:

Das grammatische Geschlecht von Mädchen ist sächlich. Deshalb heißt es beispielsweise in Relativsätzen, obwohl das Wort eine weibliche Person bezeichnet: Das Mädchen, das
In welchen Fällen die Konstruktion nach dem Sinn erlaubt ist, wird unterschiedlich beurteilt.[1][2]

Worttrennung:

Mäd·chen, Plural: Mäd·chen

Aussprache:

IPA: [ˈmɛːtçən]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Mädchen (Info)
Reime: -ɛːtçən

Bedeutungen:

[1] kleines Mädchen: weibliches Kind
[2] junges Mädchen: junge Frau
[3] veraltet: weibliche Hausangestellte
[4] befreundete weibliche Person

Herkunft:

Diminutiv (= Verkleinerungsform) von Magd: die Magd → das Mägdchen → das Mädchen, belegt seit dem 15. Jahrhundert[3] in der heutigen Schreibweise ab dem 17. Jahrhundert[4]

Synonyme:

[1] Deern, Dirn, Mädel, Mäderl, Meitli; veraltet: Mägdelein
[2] Heranwachsende, Jugendliche; veraltet oder veraltend: Backfisch, Fräulein, Grisette, Maid
[3] Hausangestellte, Perle, Zofe

Gegenwörter:

[1] nach Geschlecht: Bub/Bube, Knabe, Junge
[1] nach Alter: Frau, Greisin

Oberbegriffe:

[1] Kind

Unterbegriffe:

[1] Schulmädchen
[2] Alphamädchen, Kopftuchmädchen, Milchmädchen, Straßenmädchen, Strichmädchen
[3] Dienstmädchen, Hausmädchen, Kindermädchen, Serviermädchen, Stubenmädchen, Zimmermädchen

Beispiele:

[1] Meine Bekannte hat ein kleines Mädchen bekommen.
[1] A: „Lisa hat ein Kind bekommen.“ B: „Junge oder Mädchen?
[2] Er ist hinter den Mädchen her.
[2] „Thue keinem Mädchen Leides, und denke, daß deine Mutter auch ein Mädchen gewesen ist.“[5]
[2] „Die Mädchen trugen die kleinen Fähnchen der Fabrikarbeiterinnen, viele Burschen hatten die Mützen auf dem Kopf.“[6]
[2] „Von diesem Mädchen, das prompt am nächsten Mittag an seine Tür klopft, ist Franz auf den ersten Blick entzückt.“[7]
[2] „In der Kriegerzeit sind unbeschnittene Mädchen Beischlafgenossinnen.“[8]
[2] 15-Jähriger ersticht Gleichaltrige im Drogeriemarkt - Der jugendliche Afghane stach laut Augenzeugen mehrfach auf das Mädchen ein.[9]
[2] In ihrem Dokumentarfilm "Bambule" porträtierte Ulrike Meinhof Ende der 1960er-Jahre ein Westberliner Erziehungsheim für Mädchen.[10]
[3] Das Mädchen macht gerade die Zimmer.
[4] Mit meinem Mädchen bin ich morgen zwei Jahre zusammen.

Redewendungen:

mal für kleine Mädchen müssen
andere Städtchen, andere Mädchen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] ein reizendes Mädchen (Lautsprecherbild Audio (Info))
[2] ein gefallenes, ein leichtes, ein spätes Mädchen
[3] Mädchen für alles

Wortbildungen:

Adjektive/Adverbien: mädchenhaft
Substantive: Mädchenarbeit, Mädchenauge, Mädchenbadeanzug, Mädchenballerina, Mädchenband, Mädchenbande, Mädchenchor, Mädchenbekleidung, Mädchenberatungsstelle, Mädchenbeschneidung, Mädchenbildung, Mädchenbereich, Mädchenbuch, Mädchenerziehung, Mädchenfoto, Mädchenfrau, Mädchenhandel, Mädchenhändler, Mädchenhaftigkeit, Mädchenherz, Mädcheninternat, Mädchenklasse, Mädchenkleidung, Mädchenklo, Mädchenkopf, Mädchenmord, Mädchenname, Mädchenpensionat, Mädchenschule, Mädchenschutz, Mädchenschwarm, Mädchenstimme, Mädchentoilette, Mädchenumkleide, Mädchenzimmer

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Wikipedia-Artikel „Mädchen
[1–4] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Mädchen
[1–4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Mädchen
[1, 3] canoo.net „Mädchen
[1–3] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonMädchen
[1–3] The Free Dictionary „Mädchen
[1–4] Duden online „Mädchen

Quellen:

  1. Deutscher Wikipedia-Artikel „Constructio ad sensum“ (Stabilversion)
  2. Bastian Sick: Qualität hat seinen Preis. In: Spiegel Online. 11. März 2006, ISSN 0038-7452 (URL, abgerufen am 14. Juli 2018).
  3. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Mädchen“, Seite 588.
  4. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 3. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-04073-4
  5. Matthias Claudius, An meinen Sohn Johannes (1799), zitiert nach: Mathias Claudius Werke. Neue, vollständige Ausgabe, Fünfter Band, Wien, 1844, S. 113
  6. Hans Fallada: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt. Roman. 4. Auflage. Aufbau Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-7466-2678-9, Seite 345. Erstveröffentlichung 1934.
  7. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1965, ISBN 3-423-00295-6, Seite 229. Erstveröffentlichung 1929.
  8. Wolf-Ulrich Cropp: Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2016, ISBN 978-3-7701-8280-0, Seite 45.
  9. Deutschland - 15-Jähriger ersticht Gleichaltrige im Drogeriemarkt. In: Deutsche Welle. 28. Dezember 2017 (URL, abgerufen am 19. März 2018).
  10. Tine Rahel Völcker, Elena Schmidt, Stefan Schneider: Hörspiel - Bambyle - Eine akustische Trebe. In: Deutschlandradio. 9. April 2018 (Deutschlandfunk Kultur/Berlin, Sendung: Freispiel, URL, abgerufen am 19. März 2018).
  11. http://www.berndeutsch.ch/web/words/index/page:18

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Märchen, Mäxchen