Person

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Person (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Person die Personen
Genitiv der Person der Personen
Dativ der Person den Personen
Akkusativ die Person die Personen

Worttrennung:

Per·son, Plural: Per·so·nen

Aussprache:

IPA: [pɛʁˈzoːn]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Person (Info)
Reime: -oːn

Bedeutungen:

[1] in der Allgemeinsprache: ein Mensch
[2] ein Rechts- oder Wirtschaftssubjekt
[3] Grammatik: Flexionskategorie des Verbs und Pronomens
[4] LiteraturTheater: Figur, Darsteller einer Rolle

Herkunft:

Das Substantiv Person f gehört seit dem 12. Jahrhundert zum Standardwortschatz; mittelhochdeutsch persōn → gmh, persōne → gmh[1]; ist aus dem lateinischen entlehnt, persōna → la Maske, Rolle, auch Charakter (… eines Schauspielers).[2][3][4][5] Das lateinische persōna → la stammt wohl wiederum aus dem Etruskischen persuh Maske.[5]; eine weitere Möglichkeit ist die Zusammensetzung aus lateinisch per → la durch und sōnāre → la tönen, da die römischen Theatermasken einen Schalltrichter besaßen.[6] Diese Etymologie wird allerdings massiv in Frage gestellt.[7]
„Ein vergleichbarer Erklärungsversuch nimmt die Abstammung von per-sônare beziehungsweise per-zônare (langes -o-) für verkleiden (zu altgriechisch ζώνη (zônê) → grc Gürtel) an. […] Manche Wissenschaftler halten den Begriff für eine Entlehnung aus dem neutestamentlichen griechischen πρόσωπον (prosôpon) → el Maske, Rolle, Mensch (ältere Bedeutung: Angesicht, Gesicht, Miene, Blick, äußere Gestalt, Aussehen).[8]
Ganz allgemein scheint die Herleitung noch in der Schwebe befindlichen und umstritten zu sein.[3]
Ebenso neuniederländisch persoon, neuenglisch person, neufranzösisch personne, neuschwedisch person und neuisländisch persóna.[3]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Mensch, Individuum, Charakter, Subjekt, Typ (umgangssprachlich), Leute (Plural)
[4] Part, Rolle

Gegenwörter:

[1] Gegenstand, Objekt
[3] Numerus, Tempus, Modus

Verkleinerungsformen:

[1] Persönchen

Oberbegriffe:

[1] Lebewesen

Unterbegriffe:

[1] Frau, Mann, Junge, Kind, Mädchen
[1] veraltet: Frauenperson, Mannsperson, Weibsperson
[1] Amtsperson, Autoritätsperson, Begleitperson, Einzelperson, Lehrperson, Ombudsperson, Vertrauensperson
[2] natürliche Person, juristische Person
[3] erste, zweite, dritte Person

Beispiele:

[1] Die Person kann ich nicht ausstehen.
[2] Juristische Personen müssen im Handelsregister eingetragen werden.
[3] Er spricht von sich selbst in der dritten Person.
[3] „Es weist Züge einer restflektierenden, aber auch einer agglutinierenden Sprache auf: Alle Kasus der Nominalflexion sind bis auf den Genitiv (einheitlich auf -s) verschwunden und im verbalen Bereich gibt es nur noch eine Einheitsflexion, die keine Kongruenzbeziehungen mehr in bezug auf Numerus oder Person aufweist.“[9]
[3] „Er“ ist ein Personalpronomen der 3. Person.
[4] Weißt Du, welche Personen in Goethes Faust vorkommen?

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] männliche/weibliche Person/en

Wortbildungen:

personal (→ personalintensiv), personaliter, personell
Personal, Personenaufzug, Personenbeförderung, Personenbeförderungsgesetz, Personenbeschreibung, personenbezogen, Personenfirma, personengebunden, Personengesellschaft, Personengesellschafter, Personengruppe, Personenkontrolle, Personenkraftwagen, Personenkreis, Personenkult, Personennahverkehr, Personenname, Personenschaden, Personenschifffahrt, Personenschutz, Personenschützer, Personenstand, Personenstandsregister, Personentransport, Personentransportmittel, Personenvereinzelungsanlage, Personenverkehr, Personenversicherung, Personenverzeichnis, Personenwaage, Personenwagen, Personenzahl, Personenzug, Personifikation, personifizieren, Personifizierung, persönlich, Persönlichkeit, persönlichkeitsbewusst, Persönlichkeitsbildung, Persönlichkeitsentfaltung, Persönlichkeitsentwicklung, persönlichkeitsfremd, Persönlichkeitskult, Persönlichkeitsrecht, Persönlichkeitsstörung, Persönlichkeitswahl, Persönlichkeitswert, Personsbeschreibung (österreichisch), Unperson
personalisieren

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Wikipedia-Artikel „Person
[3] Wikipedia-Artikel „Person (Grammatik)
[1–4] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Person“.
[1–4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Person
[1, 3] canoo.net „Person
[1, 4] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonPerson
[1–4] The Free Dictionary „Person
[1, 4] Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Zweyte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig 1793–1801 „Person“.
[1, 4] Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz „Person
[1] Elsässisches Wörterbuch „Person
[1] Lothringisches Wörterbuch „Person
[1] Rheinisches Wörterbuch „Person
[1] Pfälzisches Wörterbuch „Person
[1, 2] Deutsches Rechtswörterbuch „Person
[1] Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon „Person
[*] Redensarten-Index „Person

Quellen:

  1. Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch „përsône përsôn““
  2. Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Zweyte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig 1793–1801 „Person“.
  3. 3,0 3,1 3,2 Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, Seite 694, unter Person
  4. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Person“.
  5. 5,0 5,1 Günther Drosdowski (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich 1963, ISBN 3-411-00907-1, Seite 502, unter Person
  6. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Person“.
  7. Klaus Robra: Und weil der Mensch Person ist … Person-Begriff und Personalismus im Zeitalter der (Welt-)Krisen. Die Blaue Eule, Essen 2003, ISBN 3-89924-069-3, Seite 16
  8. Wikipedia-Artikel „Person
  9. Kurt Braunmüller: Die skandinavischen Sprachen im Überblick. Francke, Tübingen 1991, ISBN 3-7720-1694-4. Zitat Seite 89f. Kursiv gedruckt: -s.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Perron