Seekuh

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Seekuh (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Seekuh

die Seekühe

Genitiv der Seekuh

der Seekühe

Dativ der Seekuh

den Seekühen

Akkusativ die Seekuh

die Seekühe

[1] eine Seekuh aus der Familie der Manatis (Trichechidae);
undatierte Aufnahme von Ramos Keith (U.S. Fish and Wildlife Service)
[1] am Meeresboden grasende Seehkuh der Art Dugong (Dugong dugon) nahe Marsa Alam, Ägypten;
unretuschierte Originalaufnahme von Julien Willem am 1. Juli 2008

Worttrennung:

See·kuh, Plural: See·kü·he

Aussprache:

IPA: [ˈzeːˌkuː]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] Zoologie; im Plural: Ordnung (gesellig in küstennahen Meeresteilen, Flüssen und Binnenseen der Tropen und Subtropen lebender) pflanzenfressender, zu den Huftieren gestellter Meeressäuger mit zwei Familien und insgesamt 4 rezenten Arten, deren 2,5–4 Meter langer und bis maximal fast 400 Kilogramm schwerer Körper massig, walzen- und stromlinienförmig ist, mit einer dicken Speckschicht, einem bis auf wenige Borsten und Tasthaare reduzierten Haarkleid, flossenartigen Vordergliedmaßen, fehlenden Hintergliedmaßen und einem waagerechten, zu einem Ruder verbreiterten Schwanz (Sirenia); im Singular: Vertreter dieser Ordnung

Herkunft:

Determinativkompositum aus den Substantiven See und Kuh

Synonyme:

[1] Meerkuh, Seejungfer, Sirene

Oberbegriffe:

[1] Lebewesen, Tier, Säugetier, Meeressäuger/Meeressäugetier

Unterbegriffe:

[1] Gabelschwanzseekuh (Dugongidae): Dugong/Gabelschwanzseekuh/Seeschwein (Dugong dugon)
[1] Manati, Rundschwanzseekuh (Trichechidae): Afrikanischer Manati (Trichechus senegalensis), Amazonas-Manati (Trichechus inunguis), Karibik-Manati (Trichechus manatus)

Beispiele:

[1] „Manchmal verirren sich sogar Haifische in diese flachen Gewässer, und Seekühe weiden die Seegraswiesen in Deltanähe ab.“[1]
[1] „Die Seekühe der Familie Dugongidae sind akut vom Aussterben bedroht und könnten in 25 Jahren gänzlich verschwunden sein.“[2]
[1] „‚Seekuh schmeckt wie Schweinesteak‘, sagt Bootsmann Sebastião, und ernährt ein mosambikanisches Dorf eine ganze Woche lang, während auch der Rest des Tieres Verwendung findet: das Öl für medizinische Zwecke, die Haut als Schuhleder.“[3]
[1] „Auch könne man das bedächtige Gemüt einer Seekuh nicht mit der Begeisterungsfähigkeit eines Delphins vergleichen – ein Zeichen für mangelnde Intelligenz sei das aber noch lange nicht. Statt mit Eleganz punkten Seekühe mit einer ungeahnten Feinfühligkeit: Über den gesamten Körper verteilt besitzen sie antennenartige Tasthaare.“[4]
[1] „Doch neuere molekulargenetische Untersuchungen zeigen, dass sie tatsächlich mit Elefanten und Seekühen enger verwandt ist als mit Spitzmäusen.“[5]
[1] „Seekühe leben ein eher kontemplatives Leben, und das macht sie anfällig für Kollateralschäden der Zivilisation: Sie werden häufig von Motorbooten schwer verletzt, die mit ihnen zusammenstoßen oder sie überfahren – tiefe Schnittwunden oder Knochenbrüche führen dann häufig zum Tode der wasserlebenden Säugetiere.“[6]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Seekühe
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Seekuh
[*] canoo.net „Seekuh
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Seekuh
[1] Duden online „Seekuh
[1] wissen.de – Wörterbuch „Seekuh
[1] wissen.de – Lexikon „Seekühe
[1] Lexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999 auf spektrum.de, „Seekühe
[1] Kompaktlexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2001 auf spektrum.de, „Sirenia
[*] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Seekuh
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSeekuh
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Seekuh
[1] Meyers Großes Konversationslexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905–1909, Stichwort „Seekuh“ (Wörterbuchnetz), „Seekuh“ (Zeno.org)
[1] Meyers Lexikonredaktion (Herausgeber): Duden, Das Neue Lexikon in zehn Bänden, mit rund 100 000 Stichwörtern und über 7 500 meist farbigen Abbildungen, Spezialkarten, Tabellen und Übersichten im Text. 3. Auflage. Band 8: Raff – Siem, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1996, ISBN 3-411-04333-4, Stichwort »Seekühe«, Seite 3126.
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 7. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2011, ISBN 978-3-411-05507-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Seekuh«.
[1] Renate Wahrig-Burfeind: Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch. Mit einem Lexikon der Sprachlehre. In: Digitale Bibliothek. 9., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. wissenmedia in der inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München 2012, ISBN 978-3-577-07595-4 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Seekuh«.

Quellen:

  1. Claudia Egger: Vom Strand «direkt» auf den Gletscher. In: Neue Zürcher Zeitung. 5. Mai 2001, ISSN 0376-6829, Seite 15 (NZZ Archiv-URL, abgerufen am 30. Juni 2018).
  2. Seekühe vom Aussterben bedroht. In: Spektrum.de. 13. Februar 2002 (URL, abgerufen am 30. Juni 2018).
  3. Thilo Thielke: Das letzte Lied der Sirenen. In: DER SPIEGEL. Nummer 13, 24. März 2003, ISSN 0038-7452, Seite 166 (DER SPIEGEL Archiv-URL, abgerufen am 30. Juni 2018).
  4. Katrin Blawat: Empfindsamer Koloss. In: Süddeutsche Zeitung. 30. August 2006, ISSN 0174-4917, Seite 16.
  5. Neues Rüsseltier. In: DIE ZEIT. Nummer 06, 30. Januar 2008, ISSN 0044-2070, Seite 40 (DIE ZEIT Archiv-URL, abgerufen am 30. Juni 2018).
  6. Daniel Lingenhöhl: Seekühe hören und überhören Motorboote. In: Spektrum – Die Woche. 12. April 2012 (Onlineversion: URL, abgerufen am 30. Juni 2018).

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Seekuh

die Seekühe

Genitiv der Seekuh

der Seekühe

Dativ der Seekuh

den Seekühen

Akkusativ die Seekuh

die Seekühe

[1] Clip von sich ausruhenden Seekühen im Hluhluwe-iMfolozi-Park, KwaZulu-Natal, Südafrika;
Aufnahme von Amada44 am 7. August 2011
[1] eine grasende Seekuh am Letaba im Kruger-Nationalpark, Südafrika;
Aufnahme von Derek Keats am 23. Dezember 2013

Worttrennung:

See·kuh, Plural: See·kü·he

Aussprache:

IPA: [ˈzeːˌkuː]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] veraltet, sonst Namibia umgangssprachlich, Südafrika (nördliches KwaZulu-Natal): (gesellig in und an stehenden und langsam fließenden Binnengewässern des subsaharischen Afrikas lebendes) pflanzenfressendes, nicht wiederkäuendes, zu den Paarhufern und Dickhäutern gehörendes, braunhäutiges Säugetier mit nahezu haarlosem und massigem, plumpem Körper, kurzen, stämmigen Beinen mit Schwimmhäuten an deren Zehen, breitem Kopf mit kleinen Augen und Ohren und einem riesigen Maul mit langen, hauerartigen Eckzähnen (Hippopotamus amphibius)

Herkunft:

Nöckler und Stielau zufolge ist das Wort gleichbedeutend afrikaansem seekoei → af[1] entlehnt[2] beziehungsweise nach diesem lehngebildet.[3]
Laut dem Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm wurden die Tiere auch in Europa so genannt,[4] was die Frage offen lässt, ob es sich nicht auch um einen Archaismus handeln könnte, der unter afrikaansen Einfluss beibehalten wurde.

Synonyme:

[1] Flusspferd, Grossflusspferd, Hippopotamus, Nilpferd
[1] umgangssprachlich: Hippo
[1] veraltet: Flussochs, Flussschwein, Meerpferd, Meerross, Seepferd, Strompferd, Walross

Oberbegriffe:

[1] Lebewesen, Tier, Säugetier
[1] Paarhufer, Dickhäuter

Unterbegriffe:

[1] Seekuhbulle, Seekuhkalb, Seekuhkuh; seltener: Seekuhjunges, Seekuhmännchen, Seekuhweibchen

Beispiele:

[1] „Den Elefanten an der Suhle zu beobachten oder am Fluß zu liegen, wo das drollige Kälbchen einer ‚Seekuh‘[…] emporſteigt, hinter ihm die beſorgte Mutter.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] eine alte, junge Seekuh; eine große, kleine Seekuh; eine aggressive Seekuh
[1] eine Seekuh döst; eine Seekuh frisst, grast; eine Seekuh grunzt, prustet, schnaubt; eine Seekuh läuft, schwimmt, trottet
[1] eine Gruppe, Sippe von Seekühen

Wortbildungen:

Seekuhangriff, Seekuhattacke

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Seekuh
[1] Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Herausgeber): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Stichwort »Seekuh«, Seite 57.
[1] Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Stichwort »Seekuh«, Seite 54.

Quellen:

  1. F.F. Odendal, R.H. Gouws; Laetitia Botha, Irène Wasserfall (Herausgeber): HAT, Verklarende Handwoordeboek van die Afrikaanse Taal. Pearson Education South Africa, Kaapstad 2005, ISBN 978-1-86891-243-8, Seite 980 (Zitiert nach Google Books).
  2. Herbert Carl Nöckler: Sprachmischung in Südwestafrika. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Herausgeber): Schriftenreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart. Wissenschaftlich-publizistische Reihe. 5. Band, Max Hueber Verlag, München 1963, DNB 453597661, Stichwort »Seekuh«, Seite 57.
  3. Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642, Stichwort »Seekuh«, Seite 54.
  4. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Seekuh
  5. Karl Angebauer: Ovambo. Fünfzehn Jahr unter Kaffern, Buſchleuten und Bezirksamtmännern. 1. Auflage. Verlag August Scherl, Berlin 1927, Seite 16 (Zitiert nach Google Books).
    Das Wort ist im Original mit einem Sternchen gekennzeichnet, das auf eine Fußnote verweist, die den Begriff als „Flußpferd“ erklärt.