Wurm

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Wurm (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Wurm die Würmer
Genitiv des Wurmes
des Wurms
der Würmer
Dativ dem Wurm
dem Wurme
den Würmern
Akkusativ den Wurm die Würmer
[1] ein Wurm

Worttrennung:

Wurm, Plural: Wür·mer

Aussprache:

IPA: [vʊʁm], Plural: [ˈvʏʁmɐ]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -ʊʁm

Bedeutungen:

[1] Biologie: wirbelloses, bilateral-symmetrisches, langgestrecktes Tier
[2] veraltet: volkstümliche Bezeichung von Krankheiten, die man durch Ausschneiden eines Nervs, den man für den Wurm hielt, zu bessern suchte
[3] Biologie: ein Parasit der Haustiere
[4] sinnbildlich: armseliges, hilfloses Wesen
[5] Informatik: ein sich selbständig verbreitender Schadcode oder Spionagecode

Herkunft:

von althochdeutsch, altniederdeutsch, mittelhochdeutsch wurm, verwandt an gleichbedeutend lateinisch vermis → la, ursprünglich alles Kriechende, auch Schlangen (Lindwurm) [Quellen fehlen]

Gegenwörter:

[5] Malware, Trojaner, Virus

Verkleinerungsformen:

[1] Würmchen, Würmlein, Würmelein, Würmleinchen, Würmeleinchen

Oberbegriffe:

[1] Plattwürmer (Plathelminthes), Kelchwürmer (Kamptozoa), Schnurwürmer (Nemertea), Schlauchwürmer (Nemathelminthes), Ringelwürmer (Annelida), Rundwürmer (Nematoda)
[2] Krankheit
[3] Tierkrankheit
[5] Schadcode

Unterbegriffe:

[1] Baumwollwurm, Dungwurm, Lindwurm, Regenwurm, Saugwurm, Wattwurm, Medinawurm (im Unterschenkel oder Fuß des Menschen; Westafrika bis Indien)
[2] Fingerwurm, Tollwurm

Beispiele:

[1] Der Regenwurm gehört zu den Würmern und ist ein zwittriger Ringelwurm.
[2] Der Wurmsegen sollte früher den Wurm als Krankheitsdämon beschwören.
[3] Hunde können schnell mal Würmer kriegen. Bandwürmer, Spol- oder Hakenwürmer sind gar nicht so selten.
[4] Nimm mir bitte mal den Wurm ab, ich will jetz in die Küche, Milch warmmachen.
[5] Der Wurm hatte eine Schwäche beim Netzwerkbetreiber ausgenutzt.
[5] „Der besonders raffiniert programmierte Wurm lässt Experten rätseln.“[1]
[5] „Der Wurm kann Schäden anrichten und die Sicherheit des Computers gefährden.“[2]
[5] „Anders als ein Virus ist ein Wurm nicht darauf angewiesen, dass Wechseldatenträger verwendet werden, um sich auszubreiten.“[3]
[5] „Als normaler Anwender kann man einen Wurm ohne Virenscanner im Allgemeinen nicht erkennen.“[4]
[5] „Im Glauben, die gefälschte E-Mail sei eine legitime E-Mail, öffnet der Empfänger diese und löst damit den Wurm aus, der dann nach weiteren Adressen sucht.“[5]

Redewendungen:

einem die Würmer aus der Nase ziehen (Geheimnisse entlocken), da ist / steckt der Wurm drin (da ist etwas nicht in Ordnung, da stimmt etwas nicht), sich wie ein getretener Wurm winden, es wurmt ihn (er ärgert sich),
ich aber bin ein Wurm und kein Mensch (Bibel, Psalm 21,7), ein Wurm bin ich - kein Mensch mehr - Gespött der Leute, alle behandeln mich wie Dreck (König David, Psalm 22 Altes Testament)

Sprichwörter:

der frühe Vogel fängt den Wurm

Charakteristische Wortkombinationen:

[?] das arme Wurm (kleines Kind), elender Wurm

Wortbildungen:

wurmen, Lindwurm, Bücherwurm, wurmstichig, Wurmfortsatz, Wurmkrankheiten, Wurmkur, Wurmfraß, Wurmfarn, Wurmstich, Wurmloch

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–3] Wikipedia-Artikel „Wurm
[1–4] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Wurm
[4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wurm
[1] canoo.net „Wurm
[1, 4] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonWurm
[5] Diese Bedeutung lässt sich nur anhand der angegebenen Beispielsätze belegen.

Quellen:

  1. Computervirus Stuxnet: Der Wurm, der aus dem Nichts kam. Spiegel Online - Netzwelt, 22. September 2010, abgerufen am 26. April 2015.
  2. Peter Haas: Gesundheitstelematik: Grundlagen, Anwendungen, Potenziale. Springer-Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-540-20740-5, Seite 84 (Google Books, abgerufen am 26. April 2015).
  3. Mike Meyers: CompTIA A+ All in One: Prüfungsvorbereitung und Hardware-Buch. MITP-Verlag, 2013, ISBN 978-3-8266-9427-1, Seite 1280 (Google Books, abgerufen am 26. April 2015).
  4. Peter Monadjemi: Windows XP Home: Das kompakte Wissen. Markt+Technik Verlag, München 2005, ISBN 978-3-8272-6822-8, Seite 37 (Google Books, abgerufen am 26. April 2015).
  5. Kenneth C. Laudon, Jane P. Laudon, Detlef Schoder: Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung. Prentice Hall, München 2010, ISBN 978-3-8273-7348-9, Seite 1028 (Google Books, abgerufen am 26. April 2015).