Angst

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Angst (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Angst die Ängste
Genitiv der Angst der Ängste
Dativ der Angst den Ängsten
Akkusativ die Angst die Ängste

Anmerkung:

Das Wort Angst findet, zumal im Plural, eher als das sonst oft synonyme Wort Furcht Verwendung, wenn die vom Anlass abgelöste, oft vage oder äußerlich grundlose innere Befindlichkeit genannt oder beschrieben werden soll, wohingegen Furcht die Realität der drohenden Gefahr betont.

Worttrennung:

Angst, Plural: Ängs·te

Aussprache:

IPA: [aŋst]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Angst (Info), Lautsprecherbild Angst (österreichisch) (Info)
Reime: -aŋst

Bedeutungen:

[1] Gefühl der (existentiellen) Furcht oder Sorge, etwa bei einer Bedrohung

Herkunft:

seit dem 8. Jahrhundert bezeugt; althochdeutsch angust; mittelhochdeutsch angest; aus westgermanisch *angusti- „Angst“, zum Adjektiv *angu- „das Engsein“; dieses wiederum stammt von der indogermanischen Wurzel *angʰu- „eng, bedrängend“; vergleiche lateinisch angustus → la „eng“ und altindisch अंहः (aṁhah) → saStamm: अंहस् (aṁhas-) → sa – „Angst, Bedrängnis[1][2]

Synonyme:

[1] Beklemmung, Furcht, Sorge, Phobie, Panik
[1] umgangssprachlich: Bammel, Schiss, Flatter, Muffe, Muffensausen

Gegenwörter:

[1] Freude, Furchtlosigkeit, Gelassenheit, Mut

Oberbegriffe:

[1] Emotion, Gefühl

Unterbegriffe:

[1] Abstiegsangst, Berührungsangst, Bindungsangst, Budenangst, Daseinsangst, Druckangst, Erwartungsangst, Examensangst, Existenzangst, Fallangst, Flugangst, Gewissensangst, Heidenangst, Herzangst, Herzensangst, Höhenangst, Höllenangst, Identitätsangst, Kastrationsangst, Krebsangst, Lebensangst, Lieblingsangst, Platzangst, Potenzangst, Präkordialangst, Prüfungsangst, Raumangst, Redeangst, Reichweitenangst, Scheißangst, Schulangst, Schwellenangst, Seelenangst, Situationsangst, Spinnenangst, Sprechangst, Sterbensangst, Strafangst, Todesangst, Trennungsangst, Urangst, Verlustangst, Wasserangst, Zeugnisangst, Zukunftsangst

Beispiele:

[1] Ich habe Angst vor großen Hunden.
[1] Er hatte Angst um sein Leben.
[1] „Er wurde in dieser Zeit noch einsamer und er wurde immer aggressiver, denn seine Angst wuchs.“[3]
[1] Er [der US-Bürger Walter Wagner] hat Angst, dass die Inbetriebnahme eines Teilchenbeschleunigers in Genf im Herbst den Weltuntergang auslöst.[4]
[1] „Meine Eltern waren aus Angst vor dem Ku Klux Klan nach Birmingham gezogen. In der Stadt fühlten sie sich sicherer als auf dem Land.“[5]
[1] Aber sie [die Partei CSU] setzt beim Thema Zuwanderung […] auf reine Begrenzung, auf eine Politik der Zahlen, immer getrieben von der Angst, weitere Wähler an die AfD zu verlieren.[6]
[1] […] die Kirchen könnten […] gegen die Regierung [des Kongo] auftreten. Und das macht der Regierung Angst, und ihre Rhetorik gegenüber der katholischen Kirche wird immer schärfer.[7]

Redewendungen:

Angst und Schrecken
die Angst sitzt jemandem im Nacken
jemandem Angst einjagen
jemanden Angst und Bange machen
jemanden in Angst und Schrecken jagen

Sprichwörter:

Angst ist ein schlechter Ratgeber.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Angst haben (vor etwas/jemandem oder um etwas/jemanden), in Angst ausbrechen, Angst machen, Angst leiden
[1] vor Angst (er-)beben, (er-)zittern, schreien, davonlaufen, Reißaus nehmen
[1] von Angst überkommen werden, die/seine Angst aushalten, ertragen, bezwingen, der/seiner Angst erliegen, nachgeben, nicht achten, trotzen
[1] jemandem Angst einjagen, die Angst nehmen, jemanden Angst ausstehen lassen
[1] Ängste ausstehen, Ängste hegen vor etwas
[1] begründete Angst (Lautsprecherbild Audio (Info)), grundlose Angst, nackte Angst, panische Angst, permanente Angst, ständige Angst, unbegründete Angst

Wortbildungen:

angstbesetzt, angsterfüllt, angstfrei, angstvoll, ängstlich
Angstanfall, Angstgefühl, Angsthase, Angstmacher, Angstschweiß, Angstschrei, Angststörung, Angstzustand, Politik der Angst
ängstigen

Entlehnungen:

englisch: angst

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Angst
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Angst“.
[1] Goethe-Wörterbuch „Angst
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Angst
[1] canoo.net „Angst
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonAngst
[1] Duden online „Angst

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 45.
  2. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Seite 41.
  3. Rafik Schami: Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat und andere seltsame Geschichten. 4. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011, ISBN 978-3-423-14003-3, Zitat: Seite 141.
  4. Wikinews-Artikel „1.4.2008: Angst vor schwarzem Loch: Inbetriebnahme eines neuen Teilchenbeschleunigers soll gerichtlich verhindert werden
  5. Michael Groth: "Great Migration" in den USA - Aufbruch ins gelobte Land. In: Deutschlandradio. 4. April 2018 (Deutschlandfunk Kultur/Berlin, Sendung: Zeitfragen, Text und Audio zum Nachhören, Dauer: 29:28 mm:ss, URL, abgerufen am 5. April 2018).
  6. 6. April 2018 - Die Presseschau aus deutschen Zeitungen. In: Deutschlandradio. 6. April 2018 (DLF24, Sendung: Presseschau, URL, abgerufen am 5. April 2018).
  7. Dirke Köpp: Demokratische Republik Kongo - Kongo-Expertin: "Kirchen machen der Regierung Angst". In: Deutsche Welle. 16. März 2018 (URL, abgerufen am 5. April 2018).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

Anagramme: nagst, sangt, Tangs