Knesset

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Knesset (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f, Eigenname[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Knesset
Genitiv der Knesset
Dativ der Knesset
Akkusativ die Knesset
[1] die Knesset

Alternative Schreibweisen:

Knesseth

Worttrennung:

Knes·set, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈknɛsɛt]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] israelisches Parlamentsgebäude
[2] israelisches Einkammer-Parlament

Herkunft:

Knesset ist eine Entlehnung aus hebräisch כְּנֶסֶת‎ (CHA: kenæsæṯ) → he und bedeutet eigentlich „Versammlung[1][2] in Anspielung auf die כנסת הגדולה (Knesset Ha-Gdola) „große Versammlung“, die im biblischen Buch Nehemia als die Ratsversammlung der aus dem Babylonischen Exil zurückgekehrten Israeliten (vergleiche Sanhedrin) beschrieben wird. Es klingt auch בֵּית הַכְּנֶסֶת‎ (CHA: bēyṯ hak-knæsæṯ) → heSynagoge“ an.

Oberbegriffe:

[1] Gebäude
[2] Parlament

Beispiele:

[1] „Nicht mehr als knappe drei Zeilen war deutschen Zeitungen die Meldung vom 23. Januar 1950 wert. De jure wurde die Proklamation, die schließlich einen Bruch der UN-Resolution bedeutete, von der Staatengemeinschaft nie anerkannt. Dennoch verlegte Israel die Knesset nach Jerusalem.“[3]
[1] „«Die arabischen Jerusalemer können sich das Ausgehen nicht mehr leisten. Man geht lieber in den Supermarkt, deckt sich für eine Woche ein, pflegt das Familienleben und kapselt sich in den eigenen vier Wänden ein.» Grünflächen gebe es kaum mehr. «Ich habe eine Frau und zwei Kinder. Wenn ich mit den Kindern in die Natur, an die frische Luft will, muss ich in die weit entfernte Umgebung der Knesset, des israelischen Parlaments. Wir können das tun, aber man stelle sich dort eine traditionelle palästinensische Familie beim Picknicken vor, die Frauen mit Kopftuch.»“[4]
[1] „Mit Finanzmitteln der Bankiersfamilie Rothschild begann 1958 der Bau für ein neues Parlamentsgebäude im Jerusalemer Stadtteil Givat Ram, arabisch Schejch Badr. Das Gelände dafür ist vom griechisch-orthodoxen Patriarchat in Jerusalem gepachtet. Das Gebäude der Knesset in Givat Ram wurde am 30. August 1966 bezogen und seitdem kontinuierlich ausgebaut.“[5]
[2] „Moledet führt in der Knesset rassistische Tiraden und Angriffe auf arabische Abgeordnete, um sein Programm der ‚Umsiedlung‘ der Bevölkerung des Westjordanlandes und des Gazastreifens zu untermauern.“[6]
[2] „Das israelische Parlament, die Knesset, Hebräisch für «Versammlung», trat erstmals am 15. Schewat 5709 nach jüdischem Kalender, 14. Februar 1949 nach christlichem, zusammen. Der Modus Operandi des Einkammern- Parlaments ist stark von seinen Vorgängerinstitutionen, dem Zionistischen Weltkongress (ab 1897), der Repräsentativorgan der jüdischen Gemeinschaft im britisch kolonisierten Palästina (1917-1948), sowie dem britischen Unterhaus, «House of Commons», geprägt. Der Name «Knesset» und die Zahl der 120 Parlamentsabgeordneten leiten sich laut israelischen Regierungsangaben von der «Knesset Ha-Gdola», der «Großen Versammlung», ab. Diese, im biblischen Buch Nehemia beschriebene, jüdische Ratsversammlung soll im 5. Jahrhundert v.u.Z. getagt haben.“[5]
[2] „Der Jurist David Rotem ist stellvertretender Präsident der Knesset und im neu gewählten israelischen Parlament designierter Vorsitzender des Rechtsausschusses.“[7]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Wikipedia-Artikel „Knesset
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 970.
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 719.
[*] canoo.net „Knesset
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKnesset
[1, 2] The Free Dictionary „Knesset

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 970
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 719
  3. http://www.dradio.de/dlr/sendungen/kalender/338696/; eingesehen am 11.08.2009
  4. Online-Ausgabe der Die Wochenzeitung, Kein Picknick bei der Knesset, 21.04.2005
  5. 5,0 5,1 Online-Ausgabe der Jüdische Zeitung, Jüdisches Lexikon - Knesset, Februar 2009
  6. deutschsprachige Online-Ausgabe der Le Monde diplomatique, Nationalismus und religiöser Fanatismus - Im Namen von Groß-Israel, 15.12.1995
  7. deutschsprachige Online-Ausgabe der Le Monde diplomatique, Araber sein in Israel, 08.05.2009

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Knast, Knesma