Orden

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Orden (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural 1 Plural 2
Nominativ der Orden die Orden die Örden
Genitiv des Ordens der Orden der Örden
Dativ dem Orden den Orden den Örden
Akkusativ den Orden die Orden die Örden
[1] Angehörige des Ordens der Franziskaner
[4] ein liechtensteinischer Orden

Anmerkung:

Die Pluralform Örden[1] ist veraltet und heute gänzlich ungebräuchlich.

Worttrennung:

Or·den, Plural 1: Or·den Plural 2: Ör·den

Aussprache:

IPA: [ˈɔʁdn̩], Plural 1: [ˈɔʁdn̩], Plural 2: [ˈœʁdn̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Orden (Info), Plural 1: —, Plural 2:
Reime: -ɔʁdn̩

Bedeutungen:

[1] (klösterliche) Gemeinschaft, die unter einem Oberen oder einer Oberin nach bestimmten Regeln lebt und deren Mitglieder bestimmte Gelübde abgelegt haben müssen
[2] seltener: weltlicher Verband, dessen Mitglieder nach bestimmten Vorschriften leben
[3] Kurzform für Ritterorden (geistlich und weltlich)
[4] Ehrenzeichen als Auszeichnung für besondere Verdienste und Leistungen zum Beispiel im militärischen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder sozialen Bereich, das häufig vom Staat einer Einzelperson oder einer Gruppe von Personen verliehen wird
[5] veraltet: Reihenfolge, Ordnung
[6] veraltet: gewohnte Art und Weise, Brauch
[7] veraltet: Anordnung, Befehl, Gesetz
[8] veraltet: verbindliche Regel, unter der eine Gemeinschaft von Menschen lebt (zum Beispiel Mönche, Nonnen oder Ritter)
[9] veraltet: im 13. und 14. Jahrhundert nach dem Vorbild der Ritterorden[3] und geistlichen Orden[1] entstandene Gesellschaften und Vereine, die verschiedene Zwecke verfolgten

Herkunft:

Orden geht auf das lateinische ordo → la (Reihenfolge, Glied, Stand) zurück, das bereits im Mittellateinischen für ‚religiöse, mönchische Gesellschaft‘ stand.[2] Zwischenformen waren das althochdeutsche ordina[2] oder ordena[3] (Ordnung, Reihe, Reihenfolge) und das mittelhochdeutsche orden (Regel, Ordnung, Auftrag, Gesetz, Rang, unter einer verbindlichen Regel lebende Gemeinschaft).[2]
Die Verwendung des Wortes hat sich im Lauf der Zeit immer weiter auf spezielle Bereiche beschränkt. Schon früh bezeichnete Orden die Regel, unter der bestimmte christliche, später auch weltliche Gemeinschaften lebten. Davon ging es auf die Gemeinschaften selbst über[4] und stand im Frühneuhochdeutschen dann für deren äußeren Zeichen (insbesondere für das Kreuz der Ordensritter)[2]. Zu heutigen Bedeutung ‚Ehrenzeichen‘ kam das Wort, da diese äußeren Zeichen, die ursprünglich bei der Aufnahme in eine Gemeinschaft vergeben wurden[5], dann auch zu deren Ehren getragen wurden.[6]

Synonyme:

[4] Ehrenzeichen

Unterbegriffe:

[1] Arten von Orden: Bettelorden, Frauenorden, Männerorden, Mönchsorden, Nonnenorden, Predigerorden, Ritterorden
[1] spezielle Gemeinschaften: Benediktinerorden, Dominikanerorden, Franziskanerorden, Jesuitenorden, Zisterzienserorden
[3] Christusorden, Hosenbandorden, Johanniterorden, Mercedarierorden, Santiagoorden, Schwertbrüderorden, Templerorden
[4] Hausorden, Leninorden, Rotbannerorden, Verdienstsorden
[9] Freimaurerorden, Illuminatenorden, Palmenorden

Beispiele:

[1] Einen bekannten katholischen Orden bilden die Benediktiner.
[4] Er bekam für seine besonderen Verdienste einen Orden verliehen.
[5] Stellet euch nach dem Orden eures Alters auf.
[6] Solches Tun ist nach der Heiden Orden.
[7] Man handelt gern meinem Orden zuwider.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1, 2] einem Orden angehören/beitreten, einen Orden auflösen/gründen/stiften, in einen Orden aufgenommen werden/eintreten
[4] einen Orden verliehen bekommen, einen Orden erhalten/stiften, mit einem Orden ausgezeichnet/dekoriert sein, Träger eines Ordens

Wortbildungen:

[1] Ordensbruder, Ordensburg, Ordensfrau, Ordenshabit, Ordensgeistlicher, Ordensgelübde, Ordensgemeinschaft, Ordensgeneral, Ordenskette, Ordenskleid, Ordensmann, Ordensname, Ordensregel, Ordensritter, Ordensschule, Ordensschwester, Ordensstaat, Ordenstracht
[4] Ordensband, Ordensspange, Ordensstern, Ordensverleihung
[5] ordentlich

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2, 4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Orden
[1, 3, 4] Wikipedia-Artikel „Orden
[1, 3–9] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Orden
[1, 4] canoo.net „Orden
[1, 4] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonOrden
[1, 4] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion, Annette Klosa u. a. (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-05504-9, „Orden“, Seite 1167

Quellen:

  1. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Orden
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „Orden“, Seite 954
  3. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 3. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-04073-4, „Orden“, Seite 574
  4. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 3. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-04073-4, „Orden“, Seite 574f.
  5. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, „Orden“, Seite 669
  6. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 3. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-04073-4, „Orden“, Seite 575

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: erden, irden, Norden, orten, Orten