Kohle

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Kohle (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Kohle

die Kohlen

Genitiv der Kohle

der Kohlen

Dativ der Kohle

den Kohlen

Akkusativ die Kohle

die Kohlen

[1] Kohle
[1] Kohle erzeugt große Hitze beim Verbrennen.
[2] ein Haufen Kohle

Worttrennung:

Koh·le, Plural: Koh·len

Aussprache:

IPA: [ˈkoːlə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Kohle (Info)
Reime: -oːlə

Bedeutungen:

[1] dunkelbraune oder schwarze, stark kohlenstoffhaltige, brennbare Substanz, meist aus fossilisierten Pflanzen entstanden
[a] speziell, nur Plural, nach dem Material [1]: elektrische Schleifkontakte eines Elektromotors oder Generators
[2] umgangssprachlich: Geld
Mehrere Bedeutungen fehlen noch.

Herkunft:

seit dem 8. Jahrhundert bezeugt; mittelhochdeutsch: kol; althochdeutsch: kolo; aus germanisch: *kula , *kulon; vergleiche: altfranzösisch: kole, altenglisch: col; altnordisch: kol, kul; Bedeutung erst Holzkohle dann zu Braunkohle und Steinkohle übertragen[1][2]

Synonyme:

[1] schwarzes Gold
[2] Asche, Kies, Geld, Kiesel, Knete, Kröten, Mäuse, Moneten, Moos, Schotter, Zaster

Sinnverwandte Wörter:

[1] Brikett

Gegenwörter:

[1] anderer Aggregatzustand: Graphit; Diamant
[2] Schulden

Oberbegriffe:

[1] Brennmaterial, Heizmaterial

Unterbegriffe:

[1] Aktivkohle, Braunkohle, Eierkohle, Grillkohle, Holzkohle, Pflanzenkohle, Steinkohle, Tierkohle, Torfkohle, Zeichenkohle

Beispiele:

[1] Leg noch etwas mehr Kohle in den Grill!
[1] „Oder könnte jemand auf Kohlen gehen, ohne dass seine Füße verbrannt würden?“[3]
[1] „Über Jahrhunderte war die Kohle die zentrale Energieressource. Durch die Kohle wurde aus vereinzelten kleinen Dörfern das größte Industrierevier Deutschlands, das Ruhrgebiet.“[4]
[1] „Die Wirtschaft im Saarland hat sehr lange von der Kohle profitiert und einige sagen auch: Ohne die Kohle gäbe es das Saarland gar nicht.“[5]
[1] „Kohle [muss] in Deutschland aus sehr großen Tiefen von mehr als 1.000 Metern unter schwierigen geologischen Bedingungen ans Tageslicht geholt werden, [das] macht sie extrem teuer, so dass sie auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig ist. Deutsche Kohle wird deshalb schon seit vielen Jahren vom Staat subventioniert und komplett im eigenen Land verbraucht.“[6]
[1] „Im Dezember 2018 ist für die 1.800 verbliebenen Kumpel von Prosper Haniel Schluss. Symbolisch wird dann ein allerletztes Stück Kohle an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht.“[7]
[1] „Im Vergleich zur Kohle galt Erdgas bisher immer als klimafreundlichere Energie.“[8]
[1] „[Landesregierung und RWE] wollen den uralten Hambacher Wald unwiederbringlich der Kohle opfern, bevor auf Bundesebene der Kohleausstieg besiegelt ist.“[9]
[1] „Die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Stroms wird aus Kohle erzeugt. Und die wird häufig aus Russland importiert - unter oft schwer vorstellbaren Bedingungen.“[10]
[1] „Betrachtet man den Stellenwert der Kohle in Deutschland, kann von einem Lückenfüller […] nicht die Rede sein. Denn bei der Stromerzeugung ist der fossile Brennstoff immer noch der wichtigste Energielieferant. Über 42 % der in Deutschland gewonnenen Elektrizität stammt aus Kohlekraftwerken.“[11]
[1] „[…] die aktuell geförderte Kohle [wird] ein künftiges Problem für die Gewässerbelastung sein: 'Auch durch die heute aktiven Tagebaue werden Schadstoffe freigesetzt, die auf Jahrzehnte hinaus die umliegenden Fließgewässer belasten werden.'“[12]
[1] „Die Munich Re will künftig nicht mehr in Aktien und Anleihen von Unternehmen investieren, die mehr als 30 Prozent des Umsatzes mit Kohle machen.“[13]
[1] „Als im London des vorvergangenen Jahrhunderts verbreitet mit Kohle geheizt wurde, und an Maßnahmen zur Luftreinhaltung noch nicht zu denken war, stieg während […] herbstlicher und winterlicher Inversions-Wetterlagen die Sterberate regelmäßig stark an, da sich die Schadstoffe nahe am Erdboden ansammelten und die Belastung der unteren Luftschichten entsprechend in die Höhe schnellte.“[14]
[1a] Ehe du den Motor gleich wegwirfst, tausche erst mal probehalber die Kohlen aus!
[2] Ich hab keine Kohle mit, kannst du mir etwas leihen?
[2] Hast Du genügend Kohle für eine eigene Wohnung?
[2] „Geld regiert die Welt. Kohle ist noch immer das Einzige, was wirklich zählt.“[15]
[2] Was ist der Unterschied zwischen Kohle und Knete? – Kohle ist das, was man zum Leben braucht, und Knete ist, was man zum Gestalten benutzen kann.
[2] „Holen Sie sich ihre Kohlen wie der Krupp von Bohlen aus dem großen Weltgeschäft!“[16]

Redewendungen:

[1] feurige Kohlen auf jemandes Haupt sammeln/glühende Kohlen auf jemandes Haupt sammeln
[1] wie auf glühenden Kohlen sitzen, auf heißen Kohlen sitzen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Verb: an der Kohle sparen, Kohle(n) schaufeln, Kohle(n) schippen, Kohle verkoken, Kohle verbrennen, mit Kohle heizen
[1] mit Verb: Kohle brennt, glimmt, heizt (ein), verglüht, zündet
[1] mit Adjektiv: geförderte Kohle, glühende Kohle(n), heimische Kohle, importierte Kohle, klimaschädliche Kohle, subventionierte Kohle
[2] jede Menge Kohle, massenhaft Kohle, ein Haufen Kohle, Kohle abdrücken

Wortbildungen:

(oft Schwankung zwischen den Kompositionselementen Kohlen- und Kohle-)

[1] kohlehaltig
[1] Kohleabbau, Kohleausstieg, Kohlefeuer/Kohlenfeuer, Kohleförderung, Kohlegrube/Kohlengrube, Kohlehändler, Kohlekommission, Kohlekraftwerk, Kohleofen, Kohlepapier, Kohlepreis, Kohleregion, Kohlestrom, Kohletablette, Kohleveredlung, Kohleverflüssigung, Kohlevergasung, Kohleverstromung, Kohlenarbeiter, Kohlenasche, Kohlenbecken, Kohlenbergbau, Kohlenbergwerk, Kohlenbrand, Kohlendioxid, Kohleneimer, Kohlenfadenlampe, Kohlenfeuer, Kohlenflöz, Kohlenglut, Kohlenhalde, Kohlenhydrat, Kohlenkammer, Kohlenkeller, Kohlenklau, Kohlenkrise, Kohlenmangel, Kohlenmeiler, Kohlenmonoxid, Kohlenoxid, Kohlenruß, Kohlenrutsche, Kohlensäure, Kohlenschaufel, Kohlenschippe, Kohlenstaub, Kohlenstoff, Kohlenwasserstoff, Kohlenvorrat/Kohlevorrat, Kohlplatte, Kohlwald, Köhler, Köhlerei
[1] kohlen

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Kohle
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Kohle
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Kohle
[1, 2] canoo.net „Kohle
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKohle
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Kohle
[1, 2] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Kohle
[1, 2] The Free Dictionary „Kohle
[1] Deutsches Rechtswörterbuch „Kohle
[1, 2] Duden online „Kohle
[1, 2] wissen.de – Wörterbuch „Kohle
[1, 2] Wahrig Synonymwörterbuch „Kohle“ auf wissen.de
[1] Commons-Eintrag: Bilder, Videos oder Audiodateien zu „Kohle
[1, 2] Deutsche Welle, Deutsch lernen – Wort der Woche: Katharina Boßerhoff: Die Kohle. In: Deutsche Welle. 30. Dezember 2016 (Text und Audio zum Download, Dauer 01:19 mm:ss, URL, abgerufen am 7. Dezember 2018).

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Seite 425.
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 Seite 509.
  3. Sprüche 6,28 LUT
  4. Moritz Küpper, Britta Fecke: Bergbau– Glückauf Kumpel! Abschied von der Steinkohle in Deutschland. In: Deutschlandradio. 8. Dezember 2018 (Deutschlandfunk Köln, Sendereihe: Das Wochenendjournal, Text und Audio, Dauer 45:58 mm:ss, URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  5. Das SR 1 Kohle-Album. In: Saarländischer Rundfunk. (URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  6. Deutscher Wikinews-Artikel „Berlin, Deutschland, 31.01.2007: Aus für die Steinkohleförderung in Deutschland
  7. Richard Fuchs: Nach der Kohle. In: Südwestrundfunk. 26. November 2018 (SWR2 - Wissen, Text und Audio zum Download, Dauer: 27:41 mm:ss, URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  8. Gero Rueter: Wissen & Umwelt – US-Gas könnte so klimaschädlich sein wie Kohle. In: Deutsche Welle. 10. Juli 2018 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  9. Patrick Große, Gero Rueter: Wissen & Umwelt – RWE will Wald für Braunkohle weiter roden und bekommt Recht. In: Deutsche Welle. 24. November 2017 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  10. Birgit Wetzel: Wirtschaft – Russische Kohle in deutschen Kraftwerken. In: Deutsche Welle. 29. Juli 2004 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  11. Robert Schöffel: Ausstieg aus der Kohle – Dauerbrenner statt Auslaufmodell. In: Bayerischer Rundfunk. 17. November 2016 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  12. Elisa Luzius, Vanessa Kockegei: Braune Spree – "Dieses Gewässer ist ökologisch tot". In: Rundfunk Berlin-Brandenburg. 17. März 2017 (Aussage von Gunnar Luderer, Klimaforscher am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK), URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  13. Dario Pelosi: Schutz des Klimas - Die Munich Re verabschiedet sich vom Klimakiller Kohle. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 6. August 2018 (URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  14. Tim Staeger: Rauchfahnen und Wetter. In: Hessischer Rundfunk. 30. Oktober 2018 (wetter.tagesschau.de, URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  15. Lukas Hammerstein: Kampf um die Kohle – Auf dem Holzweg. In: Bayerischer Rundfunk. 21. September 2018 (Sender: Bayern 2, URL, abgerufen am 9. Dezember 2018).
  16. Hazy Osterwald-Sextett, Konjunktur-Cha-Cha (1960)

Deklinierte Form[Bearbeiten]

Worttrennung:

Koh·le

Aussprache:

IPA: [ˈkoːlə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Kohle (Info)
Reime: -oːlə

Grammatische Merkmale:

  • Variante für den Dativ Singular des Substantivs Kohl
  • Nominativ Plural des Substantivs Kohl
  • Genitiv Plural des Substantivs Kohl
  • Akkusativ Plural des Substantivs Kohl
Kohle ist eine flektierte Form von Kohl.
Alle weiteren Informationen findest du im Haupteintrag Kohl.
Bitte nimm Ergänzungen deshalb auch nur dort vor.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Bohle, Dohle, Kehle, Kuhle, Kühle, kühle, Pole, Sohle, Wohle