Diamant

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nuvola apps korganizer.png Dieser Eintrag war in der 13. Woche
des Jahres 2014 das Wort der Woche.

Diamant (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ der Diamant

die Diamanten

Genitiv des Diamanten

der Diamanten

Dativ dem Diamanten

den Diamanten

Akkusativ den Diamanten

die Diamanten

[1] verschiedene Diamanten
[2] Gut zu erkennen sind die weißen Diamanten auf den Banden.
[3] Tonabnehmer, in dem ein Diamant verbaut wurde

Worttrennung:

Di·a·mant, Plural: Di·a·man·ten

Aussprache:

IPA: [ˌdiaˈmant]
Hörbeispiele:
österreichisch: Lautsprecherbild Diamant (Info)
deutsch: Lautsprecherbild Diamant (Info)
Reime: -ant

Bedeutungen:

[1] härtester, aus Kohlenstoff bestehender Kristall mit starker Lichtbrechung, Mineral, Edelstein, Heilstein
[2] Markierung auf den Banden eines Billardtisches (Poolbillard, Carambolage), die das Bandenspiel erleichtern
[3] Nadel zum Abtasten von etwas, die mit einer diamantenen Spitze versehen ist

Herkunft:

Dem heutigen Substantiv Diamant gingen im Mittelhochdeutschen dīamant[1][2], dīamante[1] und dīemant[1][2] voraus. Im Mittelniederdeutschen existierte im 15. Jahrhundert dēmant[2], welches genau wie die mittelhochdeutschen Formen eine Entlehnung des 13.Jahrhunderts aus dem altfranzösischen diamant darstellt[1][2]. Es ging diesem das mittellateinische diamas[1][2] oder diamans[2] voraus, dessen Wortstamm jeweils diamant- lautete[1][2]. Die mittellateinischen Formen sind wahrscheinlich über *adimas auf das lateinische adamās → la oder adamāns, adamantis → la ‚Stahl, Diamant[1]‘ und das entsprechende altgriechische ἀδάμας (adámās) → grc ‚sehr hartes Material, Stahl, Diamant‘ zurückzuführen[2]. Beim altgriechischen ἀδάμας, das eigentlich für ‚der unbezwingbare (Stein)‘ steht, handelt es sich um eine – wohl volksetymologisch[1] – auf das Verb δαμνάναι (damnánai) → grc ‚bezwingen‘ bezogene Bildung mit Alpha privativum[2]. Bevor man die Eigenschaften von Metallen und Mineralien mit wissenschaftlichen Mitteln untersuchte, waren diese Gegenstand von abergläubischen und allegorischen Deutungen.[1] Beim Diamanten stand hierbei seine besondere Härte im Vordergrund, aufgrund derer man ihn als unbezwingbar ansah.[1] Der Wortanfang mit dia- kam zuerst in romanischen Sprachen auf[1] und kann zum einen nach dem Vorbild von Präfixkomposita mit dia- entstanden sein[2] oder aber es liegt eine volksetymologische Anlehnung an das Verb διαφαίνειν (diaphaínein) → grcdurchscheinen‘ zur Abgrenzung von der Bedeutung ‚Metall‘ vor[1].

Synonyme:

[1] Adamas, Demant

Oberbegriffe:

[1] Kristall, Edelstein

Unterbegriffe:

[1] Blutdiamant, Brillant, Cullinan, Glaserdiamant, Industriediamant, Konfliktdiamant, Rohdiamant, Schneidediamant

Beispiele:

[1] Ein Diamant hat eine sehr hohe Lichtbrechung und einen starken Glanz, gepaart mit einer auffallenden Dispersion, weshalb er traditionell als Edelstein geschliffen wird.
[1] „Der Diamant ist das Symbol für Ewigkeit / ewige Liebe schlechthin, er braucht Jahrtausende, um zu entstehen, und er überdauert uns Menschen und meist auch die Liebe.“[3]
[1] „Doch dann wird 1866 an der Grenze des Oranje-Freistaats zur Kapkolonie ein Diamant entdeckt; als drei Jahre später noch ein zweiter, größerer Stein gefunden wird, beginnen Buren, Briten sowie Glücksritter aus Europa zu Zehntausenden in die Region zu strömen.“[4]
[1] „Deshalb ist der Wechsel des Wohnorts der erste Reflex eines jeden Grubenarbeiters, der einen Diamantten findet.“[5]
[2] „Es gibt achtzehn Diamanten, jede Bandenseite ist mit deren drei markiert. Die Abstände zwischen den Diamanten sind alle gleich groß.“[6]
[2] „Für das Karambol-Billard sind diese Diamanten außerordentlich wichtig, da dieses Spiel auf dem Bandenspiel aufgebaut ist.“[6]
[3] „Kaum jemand besitzt noch einen der guten alten Plattenspieler mit einem Diamanten, der die Rillen einer Schallplatte abtastet und die darauf gepressten Unebenheiten mit seinem Verstärker in Klänge umwandelt.“[7]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] das Feuer des Diamanten, schwarze Diamanten (Steinkohle)

Wortbildungen:

[1] Bordiamant, diamantbesetzt, Diamantbohrer, Diamantcollier, diamanten, diamantenbesetzt, diamantene Hochzeit, Diamantenindustrie, Diamantenmine, Diamantennadel, Diamantenring, Diamantenschleifer, Diamantenstaub, Diamantfeld, Diamantgravierung, diamantieren, diamantisieren, Diamantleim, Diamantnadel, Diamantquader, Diamantring, Diamantschildkröte, Diamantschleifer, Diamantschliff, Diamantschmuck, Diamantstaub, Diamanttinte


Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Diamant
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Diamant
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Diamant“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Diamant
[1] wissen.de – Wörterbuch „Diamant
[1, 3] Duden online „Diamant
[2] Wikipedia-Artikel „Diamant (Poolbillard)
[2] Billard-Lexikon: Diamant. Abgerufen am 17. November 2013.
[*] canoo.net „Diamant
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonDiamant

Quellen:

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, „Diamant“, Seite 197.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 2,9 Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „Diamant“, Seite 222.
  3. Helge Jepsen: Frauenspielzeug. Eine beinahe vollständige Sammlung lebensnotwendiger Dinge. Hoffmann und Campe, Hamburg 2010, ISBN 978-3-455-38079-8, Seite 23.
  4. Bertram Weiss: Aufstand unter Tage. In: GeoEpoche: Afrika 1415-1960. Nummer Heft 66, 2014, Seite 116-125, Zitat Seite 120.
  5. Fiston Mwanza Mujila: Tram 83. Zsolnay, Wien 2016, ISBN 978-3-552-05797-5, Seite 95. Französisches Original 2014.
  6. 6,0 6,1 Das Spiel über die Bande. Abgerufen am 17. November 2013.
  7. Annette Kast-Zahn: Jedes Kind kann Regeln lernen. Gräfe und Unzer, 2013, ISBN 978-3833836169, Seite 64 (Google Books).

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Diamant

Genitiv der Diamant

Dativ der Diamant

Akkusativ die Diamant

Worttrennung:

Di·a·mant, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˌdiaˈmant]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Diamant (Info)
Reime: -ant

Bedeutungen:

[1] Druckwesen, Typographie: Schriftgrad mit einer Kegelhöhe von vier Didot-Punkten

Herkunft:

wahrscheinlich assoziativ wegen der seltenen Verwendung des Schriftgrades und des seltenen Vorkommens des Diamanten[1]

Oberbegriffe:

[1] Schriftgrad

Beispiele:

[1] Dieses Wort ist in Diamant gesetzt.
[1] Nach dem Doppelpunkt folgen Worte in Diamant: Herr Winkelmann betreibt ein Nachtlokal.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Diamant (Schriftmaß)
[1] Duden online „Diamant
[1] Wahrig Fremdwörterlexikon „Diamant“ auf wissen.de
[*] canoo.net „Diamant

Quellen:

  1. Duden online „Diamant“.

Ähnliche Wörter:

Diamat