kleckern

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kleckern (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich kleckere
du kleckerst
er, sie, es kleckert
Präteritum ich kleckerte
Konjunktiv II ich kleckerte
Imperativ Singular kleckere!
Plural kleckert!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gekleckert haben
Alle weiteren Formen: Flexion:kleckern

Worttrennung:

kle·ckern, Präteritum: kle·cker·te, Partizip II: ge·kle·ckert

Aussprache:

IPA: [ˈklɛkɐn]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild kleckern (Info)
Reime: -ɛkɐn

Bedeutungen:

[1] intransitiv: Flüssigkeit heruntertropfen oder Feuchtigkeit enthaltende Speisen herabfallen lassen
[2] transitiv: etwas beflecken
[3] intransitiv: bei einer Tätigkeit zögerlich vorgehen, nur langsam ausführen
[4] intransitiv: nur wenige Mittel für die Erreichung eines Zieles aufwenden

Herkunft:

Iterativbildung zum heute nur mehr mundartlich gebrauchten Verb klecken „wenn Flüssigkeit geräuschvoll fällt“[1]

Synonyme:

[1] schlabbern, tropfen, tröpfeln
[2] beflecken
[3] zaudern, zögern
[3] österreichisch: brodeln
[4] dosieren, geizen, maßhalten, rationieren, umgangssprachlich: knausern, knickern

Sinnverwandte Wörter:

[1] krümeln

Gegenwörter:

[1] aufpassen, schütten
[2] reinigen
[3] hasten
[4] hineinbuttern, klotzen, verschleudern

Oberbegriffe:

[1] vergießen
[2] beschmutzen, verunreinigen
[3] handeln
[4] sparen

Unterbegriffe:

[1] verkleckern
[2] ankleckern, bekleckern, vollkleckern
[3] hinterherkleckern

Beispiele:

[1] Da würde vielleicht der liebe Gott auch dem Melcher das Kleckern noch abgewöhnen, den Heini von Seeburg zur Vernunft bringen und die Puechsteinischen Blutzecken aus der Trutzburg hinausblasen, vor allem dieses schamlose Weibsbild mit dem Hexenhaar und den unsittlichen Waden![2]
[1] Nach einer Weile sagte Doris: »Fräulein müssen nicht so kleckern, ich hab' schon die ganze Taille und das ganze Gesicht voll Farbe.«[3]
[1] Die ersten zwei Löffel ißt er ganz normal, ohne zu kleckern. Den dritten vollen Löffel leert er neben seinen Teller.[4]
[1] Im übrigen hat Frau Ferres ihre Tochter sehr lieb und ist eine gute Mutter, auch wenn Lilli einmal ungezogen ist und auf das Tischtuch kleckert.[5]
[2] Eine normale Druckerpatrone lässt sich bis zu zehnmal auffüllen. Nachteil: Ist die befüllte Patrone nicht richtig zu, kleckert Tinte in den Drucker und das kann zu Schäden führen.[6]
[2] Es existiert das Gerücht, dass der deutsche Chemiker Ferdinand Friedlieb Runge (1794 –1867; Begründer der Anilin-Chemie und Entdecker des Coffeins) zum Entsetzen seiner Frau Rotwein auf das Damast-Tischtuch kleckert – und sich an den entstehenden Farbringen erfreut.[7]
[3] „Regen prasselte aufs Rotterdamer Pflaster, Leute kleckerten langsam vorbei, von den Markisen tröpfelte es, und mein Sound plätscherte so dahin.“[8]
[4] Die FAZ wollte nicht nur kleckern und meinte: "Etwas Besseres konnte der deutschen Literatur nicht passieren".[9]
[4] Russische Millionärinnen kleckern nicht.[10]
[4] Die Große Koalition in Berlin dürfe technologiepolitisch nicht kleckern.[11]

Redewendungen:

Nicht kleckern, sondern klotzen! — keine halben Sachen, sondern ganz und gar

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] daneben, kein, Kinder, nie mehr, nie wieder kleckern
[2] mit etwas (Brei, Eis, Fruchtsaft, Farbe) auf etwas (Fußboden, Hemd, Haut, Gewebe, Hose, Jackett, Kleid, Kleidung, Krawatte, Sakko, Sessel, Stoff, Tischtuch) kleckern
[4] kein, nicht kleckern

Wortbildungen:

Kleckerbetrag, Kleckerburg, Kleckerei, Kleckerfritze, Kleckerkram, Kleckerliese, Kleckern, kleckerweise

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1–4] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „kleckern
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „kleckern
[1, 2] canoonet „kleckern
[1–3] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalkleckern
[1–4] The Free Dictionary „kleckern
[1–4] Duden online „kleckern

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 961, Eintrag „kleckern“.
  2. Ludwig Ganghofer: Die Trutze von Trutzberg. In: Projekt Gutenberg-DE. (URL).
  3. Julius Stinde: Die Familie Buchholz. In: Projekt Gutenberg-DE. Häusliche Kunst (URL).
  4. Selim Özdogan: Kinder: Alt aussehen. zuender.zeit.de, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  5. Finis: Das Letzte. Glosse. In: Zeit Online. Nummer 22/2007, 23. Mai 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2012).
  6. Jump Radio: Nachfüll-Sets. www.octopus-office.de, 19. Januar 2004, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  7. Dr. Martin Frotscher: Grundlagen der Chromatographie. Universität Saarland, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  8. Megaherz: Roman, Bas Böttcher, 2004. Abgerufen am 12. September 2016.
  9. Martin Lüdke: Das Wunder von Estland. Literatur. In: Frankfurter Rundschau. 21. März 2007, ISSN 0940-6980 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2012).
  10. Wellness: Ausgewählte Spas. Für Grüne: Aveda Grand Tirolia. In: DiePresse.com. ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2012).
  11. Dominik Hutter: "Wir stellen keinen Blankoscheck aus". Fragen zum Transrapid. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, ISSN 0174-4917 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2012).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Klägern, klecksen, lecker