ausziehen

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ausziehen (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich ziehe aus
du ziehst aus
er, sie, es zieht aus
Präteritum ich zog aus
Konjunktiv II ich zöge aus
Imperativ Singular zieh aus!
ziehe aus!
Plural zieht aus!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
ausgezogen sein, haben
Alle weiteren Formen: Flexion:ausziehen
[6] Strümpfe ausziehen
[7] sich ausziehen
[12] Wenn du aus einer Wohnung ausziehst, musst du Kisten schleppen

Worttrennung:

aus·zie·hen, Präteritum: zog aus, Partizip II: aus·ge·zo·gen

Aussprache:

IPA: [ˈaʊ̯sˌʦiːən], Präteritum: [ˌʦoːk ˈaʊ̯s], Partizip II: [ˈaʊ̯sɡəˌʦoːɡn̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild ausziehen (Info), Präteritum: —, Partizip II:

Bedeutungen:

[1] transitiv, auch mit Dativ: etwas (für jemanden) durch Ziehen entfernen
[2] transitiv: etwas die farbliche Intensität nehmen, bleich machen
[3] transitiv, Chemie, Pharmazie: etwas herauslösen, indem es ausgekocht wird; einen Extrakt von etwas herstellen
[4] transitiv, veraltend oder fachsprachlich: etwas häufig in gekürzter Fassung herausschreiben
[5] transitiv: etwas verlängern oder vergrößern, indem die ineinandergeschobenen Teile auseinandergezogen werden
[6] transitiv, auch mit Dativ: (für jemanden) etwas vom Körper abziehen oder ablegen, das als Kleidungsstück getragen wird
[7] transitiv, auch mit Dativ oder reflexiv: jemandem alle Kleidungsstücke abnehmen
[8] transitiv, Jägersprache: das Gescheide mit einem Haken herausziehen
[9] transitiv: etwas Gezeichnetes mit Tusche nachziehen, um es gut sichtbar zu machen
[10] transitiv: etwas zu einer Linie vervollständigen
[11] intransitiv: aus einem Gebäude ins Freie gehen
[12] intransitiv: von seinem derzeitigen Wohnort oder Arbeitsraum weggehen, um sich meist an einem anderen Ort niederzulassen
[13] intransitiv: herausziehen und nicht mehr vorhanden sein

Herkunft:

Derivation (Ableitung) des Verbs ziehen mit dem Präfix aus-

Synonyme:

[1] herausziehen
[2] ausbleichen
[3] extrahieren
[4] exzerpieren
[7] entkleiden

Sinnverwandte Wörter:

[6] ablegen, abstreifen
[7] auskleiden, freimachen
[11] aufbrechen, ausrücken, ausmarschieren, hinausziehen

Gegenwörter:

[6] anziehen
[7] ankleiden, anziehen

Oberbegriffe:

[12] umziehen

Unterbegriffe:

[7] strippen

Beispiele:

[1] Er zog sich einen Splitter aus.
[2] Das Sonnenlicht zieht die Farbe aus.
[4] Wenn die Gäste kommen, wird der Tisch ausgezogen.
[6] Zieh sofort diese schreckliche Jacke aus!
[6] „Zieht den Bayern die Lederhosen aus, Lederhosen aus - zieht den Bayern die Lederhosen aus, Lederhosen aus - …“ (hämischer Sprechgesang gegnerischer Fans in deutschen Stadien, wenn die Profi-Mannschaft des Fußballvereins FC Bayern München ein Spiel verliert)
[7] Der Arzt zu seinem Patienten: „Wenn ich Sie untersuchen soll, müssen Sie sich erst ausziehen.
[10] Sie zog die punktierte Linie aus.
[11] Die Männer sind zur Jagd ausgezogen.
[12] Wenn ich 20 bin, ziehe ich aus dieser Bruchbude aus.
[13] Da die Kaffeedose nicht richtig verschlossen war, ist das Kaffeearoma ausgezogen.

Redewendungen:

[7] jemanden ausziehen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] einen Nagel ausziehen, Haare ausziehen, Rüben ausziehen
[3] Pflanzenstoffe ausziehen
[4] einen Roman ausziehen
[5] ein Sofa ausziehen
[6] einen BH ausziehen, ein Hemd ausziehen, eine Jacke ausziehen, einen Mantel ausziehen, Schuhe ausziehen, Socken ausziehen, eine Unterhose ausziehen
[7] ein Kind ausziehen, seinen Partner/seine Partnerin ausziehen; sich nackt ausziehen
[8] ein Huhn ausziehen
[9] Umrisse ausziehen
[12] zu Hause ausziehen (= als junge Frau oder junger Mann von den Eltern wegziehen und seine erste eigene Wohnung nehmen)

Wortbildungen:

Adjektiv: ausziehbar
Konversionen: ausgezogen, Ausziehen, ausziehend
Substantive: Ausziehfeder, Ausziehmädchen, Ausziehtisch, Ausziehtusche, Auszug

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2, 4–6, 11] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „ausziehen“.
[1, 2, 3, 11, 12] Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Zweyte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig 1793–1801 „ausziehen“.
[1–13] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „ausziehen
[*] canoo.net „ausziehen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonausziehen
[1, 6, 7, 11, 12] The Free Dictionary „ausziehen
[1, 3, 5–7, 9–12] wissen.de – Wörterbuch „ausziehen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „ausziehen
[1–7, 9–13] Duden online „ausziehen
[1–7, 9–13] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 234.