Schöpfung

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[Bearbeiten] Schöpfung (Deutsch)

[Bearbeiten] Substantiv, f

[1] Mosaik "Die Schöpfung" in der Vorhalle des Markusdomes
Kasus Singular Plural
Nominativ die Schöpfung die Schöpfungen
Genitiv der Schöpfung der Schöpfungen
Dativ der Schöpfung den Schöpfungen
Akkusativ die Schöpfung die Schöpfungen

Silbentrennung:

Schöp·fung, Plural: Schöp·fun·gen

Aussprache:

IPA: [ˈʃœpfʊŋ], Plural: [ˈʃœpfʊŋ̍]
Hörbeispiele: Schöpfung, Plural: Schöpfungen

Bedeutungen:

[1a] Religion: das Schaffen / Erschaffen der Welt aus dem Nichts durch ein höheres Wesen
[1b] im übertragen Sinne: das Schaffen / Erschaffen eines bedeutenden Werkes durch eine menschliche Person
[1c] Wissenschaft: das Schaffen / Erschaffen der Welt aus dem Nichts durch die Natur
[2a] Religion: das von diesem höheren Wesen[1a] freigesetzte Geschaffene selbst
[2b] im übertragenen Sinne: ein bedeutendes (künstlerisches) Werk

Herkunft:

bezeugt im Mittelhochdeutschen; zunächst in der Form schepfenunge „(göttliches) Geschöpf“, ab dem 14. Jahrhundert dann schepfunge

Synonyme:

[1] Arbeit, Erschaffung, Produktion, Urknall
[2] Arbeit, Artefakt, Artikel, Ergebnis, Erzeugnis, Fabrikat, Gebilde, Kreation, Leistung, Meisterleistung, Meisterstück, Modell, Kunstwerk, Oeuvre, Opus, Produkt, Schaffung, Ware, Werk, Kreation

Gegenwörter:

[1a] Weltuntergang, Apokalypse, Harmagedon, Nacht ohne Morgen, Jüngstes Gericht, Jüngster Tag, Letztes Gericht, Weltgericht
[1b] Zerstörung, Vernichtung

Oberbegriffe:

[1a] Religion; Gott; Genesis
[1b] Kunst; Kreativität

Unterbegriffe:

[1a, 1c] Welt; Natur; All; Universum
[1b] Lehnschöpfung, Modeschöpfung, Neuschöpfung, Tonschöpfung, Wortschöpfung

Beispiele:

[1a] Nach dem Schöpfungsbericht des Pentateuch hat die Schöpfung der Erde sieben Tage gedauert.
[1a] „... Andererseits stellt jede Schöpfung, da sie ein göttliches Werk ist, auch einen Einbruch schöpferischer Energie in die Welt dar. Jede Schöpfung ist Ausfluß einer Fülle. Die Götter, die Demiurgen, die mystischen Ahnen erschaffen aus einem Übermaß von Macht, aus einer Überfülle von Energie. Die Schöpfung ist Folge eines ontologischen Überflusses. ...“ [1]
[1a] "... Es kann nicht bestritten werden, daß die Traditionen, die von der Erschaffung des Himmels und der Erde, der Pflanzen und der Tiere, des Mannes und der Frau sprachen, damit wirkliches Geschehen meinten. Die Kategorie des Symbolischen ist diesem Reden fremd. Aber auch die Betonung des rein religiösen Charakters des Redens von Schöpfer und Schöpfung ist dem Text nicht gemäß; denn gerade dieses Reden kennt die Sonderung eines religösen Bereiches noch nicht, es steht noch jenseits der Scheidung von Religion, Philosophie und Wissenschaft. Auch die in der protestantischen Exegese heilsgeschichtliche Deutung der Schöpfung ... ist den Texten selbst fremd. ..." [2]
[1b] Für die Schöpfung dieses Kunstwerkes hat er Jahre gebraucht.
[1b] Mit der Schöpfung des Requiems hat der Komponist sein Meisterwerk vollbracht.
[1b] Die Schöpfung des modernen Menschen ist ein Werk der Renaissance.
[2a] „Wir sind alle Teil von Gottes Schöpfung.“
[2b] Gestern sind die jüngsten Schöpfungen des großen ]]Modemacher]]s vorgestellt worden.
[2b] Voltaires Dramen werden heutzutage als mindere Schöpfungen des Autors angesehen.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1a] der Tag der ~, die ~ währte … lang, von Anbeginn der ~ (an), zur Zeit der ~, die ~ bewahren
[1b] etwas ist eine ~ von jemandem
[2a] ein Teil der ~ sein, seine ~ annehmen
[2a,2b] seine ~ vollenden, seine ~ verwerfen
[2b] die neueste, gelungenste, spektakulärste, eine unvollendete ~ eines Künstlers

Abgeleitete Begriffe: Schöpfungsgeheimnis

[1a] Schöpfungsbericht, Schöpfungsgeschichte, Schöpfungslehre, Schöpfungsmythos, Schöpfungstheorie, Schöpfungstheologie,
[1a,1b] Schöpfungsakt, Schöpfungsmangel, Schöpfungstag, Schöpfungszeit,
[2a,2b] Gegenschöpfung,
[1] Geldschöpfung, Wertschöpfung

[Bearbeiten] Übersetzungen

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Schöpfung
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Schöpfung
[1] canoo.net „Schöpfung
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSchöpfung

Quellen:

  1. Mircea Eliade (Herausgeber): Die Schöpfungsmythen – Ägypter, Sumerer, Hurriter, Hethiter, Kanaaniter und Israeliten – mit einem Vorwort von Mircea Eliade, Seite 12, Darmstadt 1980 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), ISBN 3-534-04544
  2. Claus Westermann: Genesis 1 - 11, 2. unveränderte Auflage, in: Erträge der Forschung Band 7, Darmstadt 1976 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), S. 22 f.

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