ficken

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch

Wechseln zu: Navigation, Suche
Padlock.svg
Aufgrund regelmäßigen Vandalismus musste die Seite ficken leider für nicht angemeldete und neue Benutzer gesperrt werden. Diese Benutzer können die Seite zwar sehen, aber keine Änderungen darin vornehmen. Sie können jedoch über die Seite diskutieren oder eine Entsperrung beantragen.
Nuvola apps korganizer.png Dieser Eintrag war 2009
29. Wort der Woche.

ficken (Deutsch)

Verb

Zeitform Person Wortform
Präsens ich ficke
du fickst
er, sie, es fickt
Präteritum ich fickte
Partizip II   gefickt
Konjunktiv II ich fickte
Imperativ Singular fick(e)!
Plural fickt!
Hilfsverb   haben
Alle weiteren Formen: ficken (Konjugation)

Silbentrennung:

Neue Rechtschreibung: fi·cken, Präteritum: fick·te, Partizip II: ge·fickt
Alte Rechtschreibung: fik·ken, Präteritum: fick·te, Partizip II: ge·fickt

Aussprache:

IPA: [ˈfɪkən], [ˈfɪkn̩], [ˈfɪkŋ̩], Präteritum: [ˈfɪktə], Partizip II: [ɡəˈfɪkt]
Hörbeispiele: ficken, Präteritum: —, Partizip II: gefickt

Bedeutungen:

[1] vulgär, transitiv, intransitiv: den Geschlechtsakt vollziehen, koitieren
[2] Soldatensprache, Jugendsprache, transitiv: jemanden hart rannehmen
[3] vulgär, transitiv: jemanden hereinlegen
[4] umgangssprachlich, eher ungebräuchlich: hin und her bewegen, reiben

Herkunft:

Bei ficken kann es sich wie beim norwegischen fikle → no (sich heftig bewegen, pusseln) um eine lautmalerische Bildung handeln, die an die alten Bedeutungen ‚hin und her bewegen‘, ‚reiben‘ und ‚jucken‘ angelehnt ist. Vorformen des Verbs waren das mittelhochdeutsche ficken (reiben) und im 16. Jahrhundert das niederrheinische vycken (mit Ruten schlagen).[1] Andere Verben mit der Bedeutung ‚reiben‘ oder ‚hin und her fahren‘ wären zum Beispiel facken oder fucken. Es ist indes nicht sicher, ob sie Vorformen von ficken sind, von diesem abgeleitet sind oder ob sie überhaupt eine direkte Verbindung zu dem Verb haben. Eine Verbindung zum neuenglischen fuck → en könnte darauf hindeuten, dass ficken das ältere Wort ist, und würde zugleich nahelegen, dass das -i- in ficken eine im Neuhochdeutschen entstandene Entrundung von -ü- ist. Das -ck- ist eine intensivierende Verdopplung des Lautes und ermöglicht es, das Verb in Verbindung mit vögeln zu bringen. Dazu muss eine germanische Lautform *fug- vorausgesetzt werden, von welcher auch das niederländische fokken → nl, das norwegische fukka → no und das schwedische fokka → sv abstammen. Eine frühere Ursprungsform des Verbs kann das indogermanische *peuk- oder *peug- (stechen, stoßen) sein.[2] Laut dem heute nicht mehr uneingeschränkt anerkannten Wörterbuch der Gebrüder Grimm ist der Ansatz, dass es sich bei ficken um eine Ableitung vom lateinischen fricare → la (abreiben, reiben) handelt, bei der das -r- getilgt wurde, indessen nicht zielführend. Ebenfalls scheiden nach dieser Quelle das lateinische figere → la (anheften, befestigen, festnageln), das italienische ficcare → it (rammen, stopfen) und das französische ficher → fr (einrammen, einschlagen) als verwandte Wörter aus.[3]
Die Bedeutung ‚miteinander schlafen‘ ist ab dem 16. Jahrhundert in allen Mundarten des deutschen Sprachraumes verbreitet. Da diese Verwendungsweise des Wortes zunächst metaphorisch und aufgrund der ursprünglichen Bedeutungen (siehe oben) äußerst anstößig ist, wird ficken im Neuhochdeutschen ein überaus derber Ausdruck, der kaum in schriftlichen Quellen zu finden ist.[4]
Verwandte Wörter in anderen Sprachen sind das niederländische figgelen → nl (hin und her bewegen), das schwedische fickla → sv (ungeschickt sein) und das englische fidge → en (unruhig sein).[5]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Sex haben, Liebe machen, koitieren, kopulieren, penetrieren
weiteres siehe WikiSaurus:koitieren

Beispiele:

[1] „Ich möchte dich gern ficken!
[1] „Ich möchte mit dir ficken!
[1] Er fickt besser als jeder andere.
[2] Heute haben die Ausbilder unsere Einheit wieder richtig gefickt.
[3] Du willst mich mit deiner Behauptung doch nur ficken.

Redewendungen:

fick dich (selbst)! – Beleidigung
fick dich ins Knie! – Beleidigung
gefickt sein – sich in einer misslichen Lage befinden

Abgeleitete Begriffe:

abficken, anficken, durchficken, Fick, Ficker, Fickerei

Übersetzungen

Dialektausdrücke:

  • Westniederdeutsch:
  • Westmitteldeutsch:
    • Hessisch: [1] bärschde, figge, dorschnämme
    • Moselfränkisch: [1] figgn
    • Rheinfränkisch (Süd-): [1] figgn
      • Pfälzisch: [1] fieke
    • Ripuarisch:
  • Westoberdeutsch (Alemannisch):
    • Elsässisch (Niederalemannisch): [1] figge
    • Schwäbisch: [1] schnackseln
    • Schwyzerdütsch (meist Hochalemannisch): [1] figgä
  • Ostniederdeutsch:
  • Ostmitteldeutsch:
  • Ostoberdeutsch:

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Geschlechtsverkehr
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „ficken
[1] canoo.net „ficken
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonficken
[1–3] Duden, Universal4Wiktionary:Literaturliste, „ficken“, S. 541
[4] Duden, Rechtschreibung15Wiktionary:Literaturliste, „ficken“, S. 258

Quellen:

  1. Duden, Etym3Wiktionary:Literaturliste, „ficken“, S. 215
  2. Kluge24Wiktionary:Literaturliste, „ficken“, S. 291
  3. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „ficken
  4. Pfeifer8Wiktionary:Literaturliste, „ficken“, S. 341
  5. Pfeifer8Wiktionary:Literaturliste, „ficken“, S. 341

Ähnliche Wörter:

Ficken, fickerig, fiktiv, flicken, ticken, kicken, nicken, picken, zicken
Persönliche Werkzeuge