liken

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liken (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich like
du likst
likest
er, sie, es likt
liket
Präteritum ich likte
likete
Konjunktiv II ich likte
likete
Imperativ Singular like!
Plural likt!
liket!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gelikt
geliket
haben
Alle weiteren Formen: Flexion:liken

Anmerkung:

„Bei schwachen Verben, denen ein englisches Lexem zugrunde liegt, das auf ein stummes -e endet (engl. like), kann durch Tilgung dieses -e (lik) im Deutschen – siehe hier Partizip Perfekt gelikt – das Erkennen der englischen Herkunft des Verbstamms (like) und damit dessen richtige Aussprache [la͜ik] erschwert sein. Dies betrifft die 2. Person Singular Indikativ Präsens, die 3. Person Singular Indikativ Präsens, die 2. Person Plural Indikativ Präsens, das Präteritum und das Partizip Perfekt.
Als nicht normgerecht zu betrachten ist die morphologische Mischform des Partizips Perfekt mit dem deutschen Präfix ge- und der englischen Endung -ed: geliked. Durch die Endung -ed ist allerdings die richtige Aussprache des Verbstamms [la͜ik] gesichert.“[1]

Worttrennung:
li·ken, Präteritum: lik·te/like·te, Partizip II: ge·likt/ge·liket

Aussprache:
IPA: [ˈlaɪ̯kn̩] ~ [ˈlaɪ̯kŋ̩][2]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild liken (Info)
Reime: -aɪ̯kn̩

Bedeutungen:
[1] Namibia, sonst selten: etwas nach seinem Geschmack finden, Wohlgefallen an etwas finden; jemanden leiden mögen
[2] gemeindeutsch; speziell: im Internet, zumeist in einem sozialen Netzwerk, eine die Anzahl der Klicks zählende Schaltfläche anklicken, um einen Beitrag positiv zu bewerten

Herkunft:
Das Verb ist englischem to like → enmögenentlehnt.[1][3][4][5] Die zweite Bedeutung ist seit Anfang des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts in Gebrauch.[1]

Wortfamilie:
[2] Like, Liking

Synonyme:
[1] gernhaben, mögen

Beispiele:
[1] „Ich like Lena, weil die net sich selber ist - und nicht worried[,] was die Leute von der denken.“[6]
[1] „Aber ich like das mehr, als wenn ich total dismatched nadelbestreift im Festzelt auftauchen würde.“[7]
[2] Luxemburg: „Die meisten Facebook-Nutzer haben mittlerweile wohl gelernt, nur zu posten oder liken, was die Freunde auch wirklich sehen sollen.“[8]
[2] Schweiz: „Und dann: «Doofe Frage, aber fällt das deinen Freunden nicht langsam auf, dass du sehr viel von mir postest oder likest? […]»“[9]
[2] Österreich: „246 User likten diesen Eintrag bereits, von Harvard bis China, Taiwan bis Spanien - es scheint, als wäre die Facebook-Page unseres Museums zur internationalen Kunst-Plattform avanciert.“[10]
[2] Deutschland: „Wenn Tweets, Videos und Posts über #grumpycat mir auf Facebook, YouTube oder Twitter prominenter angezeigt werden als News über #Ferguson, dann spiegelt das auch wider, was mich interessiert, welche Links ich anklicke, welche Nachrichten ich like.[11]
[2] Deutschland: „Grandios, man likt oder ignoriert Urlaubsschnappschüsse - noch bevor der gute Freund aus dem Urlaub zurückgekehrt ist und seine Einladung zum gestalteten Bilderabend mit Häppchen und landestypischem Getränk ausgesprochen hat.“[12]
[2] Liechtenstein: „So gehört es zum abendlichen Ritual vieler Menschen, vor dem Zubettgehen noch einen letzten Blick auf Instagram zu werfen, einige Posts auf Facebook zu liken oder noch etwas mit dem Smartphone zu chatten.“[13]
[2] Rumänien: „Der Vorteil des Message-Blubbs liegt auf der Hand: Endlich kann man auch vom OP-Tisch herunter, aus dem Whirlpool oder von der Eiger-Nordwand hängend in Echtzeit Knuts soeben gepostete Katze liken.[14]
[2] Argentinien: „Für alle sichtbar, frei zum Liken, Teilen, Übertrumpfen.“[15]
[2] Belgien: „Die Nachrichten können andere Nutzer anschauen, jedoch nicht direkt kommentieren oder liken.[16]
[2] Namibia: „Dieser Tweet geht gerade durchs Netz, wird immer und immer wieder geteilt und wurde schon 13 000 Mal gelikt.[17]

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] jemand likt/liket etwas/jemanden
[2] jemand likt/liket etwas/jemanden (irgendwo); eine Fanseite, Seite (unbedingt) liken; ein Foto liken lassen; ein Video liken können; Fans liken die Finalisten; auf Facebook liken und kommentieren; viel posten und liken

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „liken
[2] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Neologismenwörterbuch „liken
[2] Duden online „liken
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonliken
[1] Joe Pütz: Das grosse Dickschenärie. Dickschenärie I & II Kommbeind Riekonndischend Gemoddifeid und Gesuhpt. 1. Auflage. Peters Antiques, Swakopmund 2001, ISBN 978-9-991-65046-3, Stichwort »leiken«, Seite 77.
[2] Karin Adam [Projektleitung]: PONS, Wörterbuch der Jugendsprache. Mit 1.500 Einträgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. 1. Auflage. PONS, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-12-010038-6, Stichwort »liken«, Seite 76 (Google Books).
[2] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »liken«, Seite 1132.
[2] Langenscheidt-Redaktion (Herausgeber): 100 % Jugendsprache 2017. Deutsch · Englisch. Langenscheidt, München 2016, ISBN 978-3-468-69451-6, Stichwort »liken«, Seite ‹ohne Seitenangabe› (Google Books).

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Neologismenwörterbuch „liken
  2. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »liken«, Seite 1132.
    Duden online „liken
    Zur Transkription […kn̩] ~ […kŋ̩] siehe Anmerkungen in Max Mangold und Dudenredaktion: Duden Aussprachewörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 6. Auflage. Band 6, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2005, ISBN 978-3-411-04066-7, DNB 975190849, Seite 38 („Anstelle von […] [kn̩][…] wird im Allgemeinen häufiger […] […kŋ̩][…] gesprochen:[…]“) sowie Stefan Kleiner, Ralf Knöbl und Dudenredaktion: Duden Aussprachewörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 7., komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage. Band 6, Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-04067-4, DNB 1070833770, Seite 55.
  3. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »liken«, Seite 1132.
  4. Duden online „liken
  5. Joe Pütz: Das grosse Dickschenärie. Dickschenärie I & II Kommbeind Riekonndischend Gemoddifeid und Gesuhpt. 1. Auflage. Peters Antiques, Swakopmund 2001, ISBN 978-9-991-65046-3, Stichwort »leiken«, Seite 77.
  6. EES: Lena will somma wieder trein zu gewinnen. In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 25. Februar 2011, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. Februar 2017).
  7. Der Ball der Tradition. In: Neue Kronen Zeitung. 21. Juli 2013, Seite 22.
  8. owi: Die Rache des Like-Buttons. In: L’essentiel Online. 16. Juli 2012 (URL, abgerufen am 19. Februar 2017).
  9. «Zersch SMS, denn es E-Mail». In: SonntagsZeitung. 23. Dezember 2012, Seite 69.
  10. www.facebook.com/KHMWien. In: Neue Kronen Zeitung. 1. März 2013, Seite 34.
  11. Meike Laaff: Wer Lolcats sät, wird Lolcats ernten. In: taz.die tageszeitung. 23. August 2014, ISSN 0931-9085, Seite 10–11 (Onlineausgabe: URL, abgerufen am 19. Februar 2017).
  12. Wer schaut denn da vom Hemd. In: Norddeutsche Neueste Nachrichten. 6. Oktober 2014, Seite 21.
  13. Nomophobie – die Angst, mobil unerreichbar zu sein. In: Liechtensteiner Vaterland Online. 3. März 2015 (URL, abgerufen am 19. Februar 2017).
  14. Nina May: Dein Telefon blubbert! In: ADZ Online. 20. März 2016 (URL, abgerufen am 19. Februar 2017).
  15. Sophie Rohrmeier (dpa): Verrohung in der Asyldebatte. In: Argentinisches Tageblatt Online. Nummer 32.097, 127. Jahrgang, 12. August 2016, Seite 7 (URL, abgerufen am 19. Februar 2017).
  16. Boris Cremer: Dank Grégory Schommers hat Snapchat jetzt einen Eupen-Geofilter. In: GrenzEcho Online. 1. September 2016 (URL, abgerufen am 19. Februar 2017).
  17. Marlene J. Solveig: Was Schüler wirklich lernen sollten! In: Allgemeine Zeitung Online (Windhoek, Namibia). 16. Januar 2017, ISSN 1560-9421 (URL, abgerufen am 19. Februar 2017).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: biken, hiken, piken
Levenshtein-Abstand von 2: leaken, leiden
Anagramme: klein


liken (Englisch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Zeitform Person Wortform
simple present I, you, they liken
he, she, it likens
simple past   likened
present participle   likening
past participle   likened

Worttrennung:
lik·en

Aussprache:
IPA: [ˈlaɪkən]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:
[1] transitiv, mit »to« oder »unto«: auf die Gleichartigkeit (von etwas oder jemanden zu etwas oder jemand Anderem) hinweisen

Herkunft:
Das seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert bezeugte Verb ist eine Ableitung zum Adjektiv like → en mit dem Ableitungsmorphem (Derivatem) -en → en.[1]

Synonyme:
[1] compare to, equate

Sinnverwandte Wörter:
[1] allude, analogize, assimilate, associate, assort, bracket, categorize, class, classify, connect, correlate, couple, equal, grade, group, identify, join, link, match, parallel, refer, relate

Gegenwörter:
[1] contrast
[1] ferner: differentiate, discern, discriminate, distinguish, separate

Beispiele:
[1] “A crackdown on immigration, in which 140 people were arrested, was likened to science fiction novel ‘The Hunger Games’ after the Home Office was accused of targeting people based on their ethnicity before bundling them into vans.”[2]
„Eine Razzia gegen Einwanderung, bei der 140 Personen verhaftet wurden, wurde mit dem Science-Fiction-Roman ‚The Hunger Gamesverglichen, nachdem das Innenministerium beschuldigt worden war, Menschen gezielt anhand ihrer Abstammung markiert zu haben, bevor sie in Lieferwagen eingesammelt wurden.“

Charakteristische Wortkombinationen:
[1] liken somebody/something to/unto somebody/something

Wortbildungen:
likening, likened, unlikened

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Oxford English Dictionary „liken
[1] Cambridge Dictionaries: „liken“ (britisch), „liken“ (US-amerikanisch)
[1] Macmillan Dictionary: „liken“ (britisch), „liken“ (US-amerikanisch)
[1] Longman Dictionary of Contemporary English: „liken
[1] Merriam-Webster Online Dictionary „liken
[1] Merriam-Webster Online Thesaurus „liken
[1] Dictionary.com Englisch-Englisches Wörterbuch, Thesaurus und Enzyklopädie „liken
[1] PONS Englisch-Deutsch, Stichwort: „liken
[1] dict.cc Englisch-Deutsch, Stichwort: „liken
[1] LEO Englisch-Deutsch, Stichwort: „liken

Quellen:

  1. Online Etymology Dictionary „liken
  2. Hayley Dixon: Home Office immigration crackdown likened to ‘Hunger Games’. In: The Telegraph. 1. August 2013 (Onlineversion: URL, abgerufen am 18. Oktober 2013).

Ähnliche Wörter (Englisch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 2: lichen