Grippe

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Grippe (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Grippe die Grippen
Genitiv der Grippe der Grippen
Dativ der Grippe den Grippen
Akkusativ die Grippe die Grippen

Worttrennung:

Grip·pe, Plural: Grip·pen

Aussprache:

IPA: [ˈɡʀɪpə], Plural: [ˈɡʀɪpn̩], [ˈɡʀɪpm̩]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -ɪpə

Bedeutungen:

[1] Medizin: akute, fieberhafte Virusinfektion, vorwiegend mit Entzündung der Atemwege, welche endemisch, epidemisch oder pandemisch auftritt und durch das Influenzavirus verursacht wird
[2] grippaler Infekt, der durch andere Viren verursacht wird und meist mit Kopfschmerzen und Fieber verbunden ist
[3] Epidemie, bei der sehr viele Menschen an dieser Virusinfektion erkranken

Abkürzungen:

Gr.

Herkunft:

Das Wort ist seit dem 18. Jahrhundert bezeugt. Es handelt sich hierbei um eine Entlehnung aus dem Französischen grippe → fr, welche zuerst mit französischen Artikel als la grippe, dann seit 1800 allgemein als Grippe gebraucht wurde. Das französische Wort ist eine der volkssprachlichen Bezeichnungen, mit denen die einander ähnlichen, aber nicht gleichen epidemischen Krankheiten benannt wurden; als grippe zuerst die von 1743 (während die vorausgehende la follette hieß). Die Bezeichnungen bedeuten häufig „Mode“ oder „Laune“ (unter dem man vielleicht eine „Depression“ zu verstehen hat?), so auch grippe, dessen eigentliche Bedeutung „Grille, Laune“ ist. Auffällig ist das Auftreten laut- und bedeutungsähnlicher Wörter im Deutschen und Slavischen. So ist bereits im 16. Jahrhundert in der Schweiz grüppi für einen epidemischen Schnupfen (modern grupiRheumatismus im Hals, Nackenstarre“) belegt, dann im Zusammenhang mit französisch grippe 1788 in München: Kryps, 1789 in der Oberpfalz Grips „Grippe“. Diese sind wohl Bedeutungsanpassungen eines bereits vorhandenen Mundartworts. Entsprechendes gilt wohl für tschechisch chřipka → cs „Grippe“, welches zu russisch хрип (chrip) → ruHeiserkeit“ zu zählen ist.[1]
Zur Herkunftserklärung des französischen Wortes sei erwähnt, dass es sich hierbei um ein Deverbativ von gripper → fretwas behend und begierig fangen, greifen; fassen, erfassen“ handelt, welches letzendlich eine Entlehnung aus der (nicht belegten aber rekonstruierten) altfränkischen Form *grîpanfassen, greifen, packen“ ist[2]

Synonyme:

[1] Influenza, echte Grippe, Virusgrippe
[2] Erkältung, Schnupfen
[3] Grippeepidemie

Oberbegriffe:

[1] Krankheit, Virusinfektion
[2] Infekt
[3] Epidemie

Unterbegriffe:

[1] asiatische Grippe, mexikanische Grippe, Schweinegrippe, spanische Grippe, Vogelgrippe

Beispiele:

[1] Vor allem für ältere Menschen oder kleine Kinder kann eine Grippe gefährlich sein.
[2] Leider habe ich mir wieder eine Grippe eingefangen.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] an Grippe erkranken, eine Grippe verschleppen
[1] eine abgeklungene Grippe, abklingende Grippe, ausgeheilte Grippe, auskurierte Grippe, banale Grippe, echte Grippe, fiebrige Grippe, grassierende Grippe, handfeste Grippe, harmlose Grippe, hartnäckige Grippe, leichte Grippe, normale Grippe, schwere Grippe, starke Grippe, tödliche Grippe, trotz Grippe, tückische Grippe, überstandene Grippe, üble Grippe, vermeintliche Grippe, verschleppte Grippe

Wortbildungen:

[1] grippeartig, Grippeepidemie, Grippeerkrankung, Grippeimpfung, Grippekranker, Grippepneumonie, Grippevrius, Grippewelle
[2] Grippewetter

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Grippe
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Grippe
[1] Meyers Großes Konversationslexikon „Grippe“ (Wörterbuchnetz), „Grippe“ (Zeno.org)
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Grippe
[*] canoo.net „Grippe
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonGrippe
[1, 2] The Free Dictionary „Grippe
[1] wissen.de – Wörterbuch „Grippe
[1, 2] Wahrig Fremdwörterlexikon „Grippe“ auf wissen.de
[1] wissen.de – Lexikon „Grippe
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Grippe
[1–3] Duden online „Grippe
[1–3] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 721.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Fremdwörterbuch. In: Der Duden in zwölf Bänden. 10., aktualisierte Auflage. Band 5, Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2010, ISBN 978-3-411-04060-5, DNB 1007274220, Seite 397.
[1, 2] Peter Reuters: Springer Klinisches Wörterbuch. Mit 2450 Abbildungen und Tabellen. 1. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, Seite 706.

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 374
  2. Paul Robert: Le Nouveau Petit Robert. Dictionnaire alphabétique et analogique de la langue française ; texte remanié et amplifié sous la direction de Josette Rey-Debove et Alain Rey. Dictionnaires Le Robert, Paris 2007, ISBN 978-2-84902-133-0, Seite 1190

Ähnliche Wörter:

Krippe, Rippe