Anzug

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Anzug (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Anzug die Anzüge
Genitiv des Anzugs
des Anzuges
der Anzüge
Dativ dem Anzug
dem Anzuge
den Anzügen
Akkusativ den Anzug die Anzüge
[4] Mann im Anzug

Worttrennung:

An·zug, Plural: An·zü·ge

Aussprache:

IPA: [ˈanˌʦuːk]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Anzug (Info)

Bedeutungen:

[1] das Heranziehen, Heranziehen, Heranrücken
[2] der erste Zug bei Brettspielen, das erste Ausspielen, Aufdecken, Nehmen bei Kartenspielen
[3] die Art und Weise, wie man sich anzieht, angezogen ist, die Art der Bekleidung
[4] zweiteilige (Jacke und Hose) oder dreiteilige (Jacke, Hose und Weste) Bekleidung für Herren
[5] Schweiz: (Kissen-, Bett-)Bezug, Überzug
[6] Schweiz, Kanton Basel-Stadt: schriftlich eingereichte Anregung im Großen Rat (Kantonsparlament) zu Händen der Regierung, Postulat
[7] Technik: eine Schräge an einem Bauteil

Herkunft:

Substantivierung von anziehen

Synonyme:

[3] Aufzug, Outfit
[5] Bezug, Überzug
[6] Postulat

Gegenwörter:

[1] Abzug, Auszug
[4] Kombination

Oberbegriffe:

[3, 4] Bekleidung, Mode, Kultur
[4] Bekleidung, Herrenbekleidung, Kultur, Mode

Unterbegriffe:

[4] Abendanzug, Arbeitsanzug, Astronautenanzug, Badeanzug, Bettanzug, Duvetanzug, Firmungsanzug, Frack, Gabardineanzug, Geschäftsanzug, Hochzeitsanzug, Hosenanzug, Jogginganzug, Kampfanzug, Kissenanzug, Maßanzug, Nadelstreifenanzug, Neoprenanzug, Raumanzug, Schlafanzug, Schutzanzug, Schwimmanzug, Smoking, Sonntagsanzug, Tarnanzug, Taucheranzug, Trainingsanzug

Beispiele:

[1] Der Anzug des Gewitters kündigte sich mit dunklen Wolken und aufkommendem Wind an.
[2] „Verteidigungen im Anzug sind ja bekanntlich Schwarze Systeme, die von Weiß gespielt werden, allerdings mit einem Tempo Vorsprung.“[1]
[3] Wie sieht denn dein Anzug heute aus?
[4] Für manchen Herren reicht alle zehn Jahre ein neuer Anzug.
[4] „Die Wege des Blaus sind unergründlich. Vielleicht kann ein Ausriss aus einer Modezeitschrift weiterhelfen: Ein Mann im blauen Anzug ist zu sehen, fotografiert von schräg unten, mit einem knallblauen Himmel als Hintergrund. Das ist ein wunderschönes Foto, aber hilft das weiter?“[2]
[4] „Es war die Zeit, als sich die Jugend an der Universität noch siezte, als Studenten Anzüge und Krawatten trugen und ihre Kommilitoninnen Kleider mit weißen Kragen oder Perlenketten.“[3]
[4] „Wenn Sie das erste Loch im Ärmel bemerken, dann wissen Sie, es ist höchste Zeit, sich um einen neuen Anzug zu kümmern.“[4]
[4] „Die meisten aber sind im dunklen Anzug erschienen.“[5]
[5] „Dralon-Flachdecken extra leicht, mit fast gewichtslosen bügelfreien Anzügen.“[6]
[5] „›Liebs Grosi, Urgrosi, schlaf guet, träum süess‹, steht auf dem Anzug des Kissens, auf das sie ihren Kopf legt.“[7]
[6] „Der Anzug ist das am häufigsten gewählte parlamentarische Instrument. Per Anzug (der dem Postulat beim Bund und den meisten Kantone entspricht) kann jedes Ratsmitglied oder eine ständige Kommission dem Regierungsrat oder dem Grossen Rat Anregungen zur Änderung der Verfassung, zu Gesetzen oder Beschlüssen oder zu Massnahmen der Verwaltung vorlegen.“[8]
[7]

Redewendungen:

etwas ist im Anzug - etwas zieht heran, herauf

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] einen Anzug tragen

Wortbildungen:

Anzughose, Anzugstoff, Anzugsvorteil, Anzugträger

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[4] Wikipedia-Artikel „Anzug
[2, 4, 6] Wikipedia-Artikel „Anzug (Begriffsklärung)
[1, 4] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Anzug“.
[1, 4] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Anzug
[(4)] canoo.net „Anzug
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonAnzug
[1, 4] The Free Dictionary „Anzug
[(1), 4, 5, 6] Duden online „Anzug
[2] Otto Borik (Herausgeber): Meyers Schachlexikon. Meyers Lexikonverlag, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 1993, ISBN 3-411-08811-7 „Anzug“, Seite 22.
[5, 6] Kurt Meyer: Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz. Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2006, ISBN 978-3-7193-1382-1, Seite 65.
[5, 6] Hans Bickel, Christoph Landolt; Schweizerischer Verein für die deutsche Sprache (Herausgeber): Duden, Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. 1. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2012, ISBN 978-3-411-70417-0, Seite 15.
[5, 6] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Seite 46.
[7] Hans Koepf: Bildwörterbuch der Architektur. 2. (unveränderter Nachdruck) Auflage. Kröner, Stuttgart 1985, ISBN 3-520-19402-3 „Anzug“, Seite 18.

Quellen:

  1. Antibiont: Verteidigungen im Anzug. Schachmatt.de, 20. August 2004, archiviert vom Original am 20. August 2004 abgerufen am 15. Januar 2012 (HTML, Deutsch).
  2. JÜRGEN VON RUTENBERG, BLAU und andere Probleme, in: DIE ZEIT 18.11.1999, Seite 2, Seite 3
  3. Sabine Bode: Die vergessene Generation. Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen. 3. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-608-94797-7, Seite 62.
  4. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1965, ISBN 3-423-00295-6, Seite 225. Erstveröffentlichung 1929.
  5. Reymer Klüver: Die letzten Tage des Patrice Lumumba. In: GeoEpoche: Afrika 1415-1960. Nummer Heft 66, 2014, Seite 140-151, Zitat Seite 142.
  6. Neue Zürcher Zeitung, 1967, Blatt 3550; zit. nach Schweizer Wörterbuch a. a. O.
  7. Basler Zeitung vom 6. Februar 2013, Seite 10; zit. nach Variantenwörterbuch a. a. O..
  8. Grosser Rat des Kantons Basel-Stadt: Parlamentarische Vorstösse.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: ANZUS, Anziehung, Einzug