Kartoffel

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Dieser Eintrag war 2008
Wort der Woche 40

[Bearbeiten] Kartoffel (Deutsch)

[Bearbeiten] Substantiv, f

[1] Blüten der Kartoffel
[2] Kartoffeln
Kasus Singular Plural
Nominativ die Kartoffel die Kartoffeln
Genitiv der Kartoffel der Kartoffeln
Dativ der Kartoffel den Kartoffeln
Akkusativ die Kartoffel die Kartoffeln

Silbentrennung:

Kar·tof·fel, Plural: Kar·tof·feln

Anmerkung:

In einigen deutschen Dialekten ist „Kartoffel“ maskulin, da heißt es dann „der Kartoffel“.

Aussprache:

IPA: [kaʁˈtɔfl̩], Plural: [kaʁˈtɔfl̩n]
Hörbeispiele: Kartoffel (Österr.) ?, Plural:

Bedeutungen:

[1] eine Nutzpflanze mit weiß-bläulichen Blüten und grünen Beeren
[2] eine essbare Knolle von [1]
[3] scherzhaft: Knollennase
[4] ironisch, scherzhaft: Taschenuhr
[5] ironisch, scherzhaft: großes Loch im Strumpf

Herkunft:

über die noch im 18. Jahrhundert verbreiteten Bezeichnungen Tartuffel und Tartüffel abgeleitet vom italienischen tartufolo → it, der Verkleinerungsform von tartufo → it (Trüffel); zu diesem Namen kam die Kartoffel, da sie mit dem ebenfalls unterirdisch wachsenden Trüffel verwechselt wurde[1]

Synonyme:

[2] Bramburi, Bulwe, Erdäppel, Erdapfel, Erdbirne, Grundbirn, Knolle, Krumbiir, Pudel
[3] Kartoffelnase, Knollennase
[4] Zwiebel
[5] Kuhloch

Oberbegriffe:

[1] Nachtschattengewächs, Pflanze
[2] Nahrungsmittel

Unterbegriffe:

[2] Annakartoffel, Bratkartoffel, Frühkartoffel, Futterkartoffel, Haushofkartoffel, Herzoginkartoffel, Industriekartoffel, Konsumkartoffel, Lagerkartoffel, Mastkartoffel, Ofenkartoffel, Pellkartoffel, Pflanzkartoffel, Saatkartoffel, Salzkartoffel, Schweinekartoffel, Schnürsenkelkartoffel, Spätkartoffel, Speisekartoffel, Streichhölzerkartoffel, Süßkartoffel

Beispiele:

[1] Man pflanzet die Kartoffel nicht, / Damit sie Blatt und Blüten bringe / Doch ist das, was sie treibt ans Licht, / Bedingung, daß sie selbst gelinge. [2]
[2] Dennoch erinnere ich mich gar wohl, daß ich erst volle vierzig Jahre später, also 1785 etwa, bei Stargard zu meiner Verwunderung die ersten Kartoffeln im freien Felde ausgesetzt gefunden habe. [3]
[3] Er besaß auch nicht die Nase Lord Henrys, jene berühmte rötliche Kartoffel, welche nach der Versicherung eines frivolen Franzosen einzig und allein von der großen Erdäpfelseuche des Jahres 1845 verschont geblieben sein soll – nein, der Buchhalter Lenz besaß seine eigene Nase, er konnte sich bei seiner eigenen Nase ziehen. [4]
[4] Wirf mal einen Blick auf deine Kartoffel! (→Diskussion)
[5] So eine Kartoffel kann doch kein Mensch mehr stopfen! (→Diskussion)

Redewendungen:

jemanden wie eine heiße Kartoffel fallen lassen - sich unloyal verhalten; sich plötzlich von jemandem abwenden
sich die Kartoffeln von unten ansehen -
rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln, nordddeutsch und teils mitteldeutsch: rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln -

Sprichwörter:

Die dümmsten Bauern ernten die größten Kartoffeln

Charakteristische Wortkombinationen:

~ anbauen, ~ ernten, ~ pflanzen, ~ essen, ~ kochen, ~ schälen, ~ schneiden, ~ servieren, ~ zubereiten, frische ~, gekochte ~

Abgeleitete Begriffe:

[1] Kartoffelacker, Kartoffelanbau, Kartoffelblüte, Kartoffelfäule, Kartoffelfeld, Kartoffelkäfer, Kartoffelkrankheit, Kartoffelkraut, Kartoffelpflanze, Kartoffelseuche, Kartoffelsorte, Kartoffelstaude,
[2] Kartoffelauge, Kartoffelbrei, Kartoffelbovist, Kartoffelbrot, Kartoffelchips, Kartoffeldiät, Kartoffeldruck, Kartoffelernte, Kartoffelfäule, Kartoffelfeuer, Kartoffelgericht, Kartoffelgratin, Kartoffelkeller, Kartoffelkloß, Kartoffelknödel, Kartoffelkroketten, Kartoffelmehl, Kartoffelnase, Kartoffelpuffer, Kartoffelpüree, Kartoffelrösti, Kartoffelsack, Kartoffelsaft, Kartoffelsalat, Kartoffelschale, Kartoffelschäler, Kartoffelschnaps, Kartoffelstampfer, Kartoffelstärke, Kartoffelstempel, Kartoffelstock, Kartoffelsuppe, Kartoffelwasser, Marzipankartoffel, Stampfkartoffeln

[Bearbeiten] Übersetzungen

Dialektausdrücke:

  • Ostniederdeutsch:
    • Märkisch-Brandenburgisch:
    • Vorpommersch: [1, 2] Tüfte
  • Ostmitteldeutsch:
    • Berlin-Brandenburgisch:
      • Berlinisch: Kartoffel
    • Lausitzisch:
      • Oberlausitzisch: [1, 2] Arber
  • Ostoberdeutsch:
    • Bairisch-Österreichisch: [1, 2] Erdäpfe, Kartoffe
      • Nordbairisch:
        • Bayrischer Wald: Krumbern
    • Wienerisch: [1, 2] Erdapfel
    • Ostfränkisch: [1, 2] Grumber
      • Oberfränkisch: [1, 2] Erpfl

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1, 2] Wikipedia-Artikel „Kartoffel
[2] Wikibooks-Kochbuch „Speisen mit und aus Kartoffeln
[2] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Kartoffel
[1-6] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Kartoffel
[1-6] canoo.net „Kartoffel
[1-6] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKartoffel

Quellen:

  1. Gutknecht, PustekuchenWiktionary:Literaturliste, „Kartoffel“, S. 122
  2. Gustav Theodor Fechner, Fürs Tischlein ein Wischlein, z. n. Projekt Gutenberg
  3. Joachim Nettelbeck, Des Seefahrers Joachim Nettelbeck höchst erstaunliche Lebensgeschichte, z.n. Projekt Gutenberg
  4. Georg Weerth, Humoristische Skizzen aus dem deutschen Handelsleben, III, z.n. Projekt Gutenberg

Ähnliche Wörter:

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Häufige Falschschreibungen: Katoffel

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