schneiden
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[Bearbeiten] schneiden (Deutsch)
[Bearbeiten] Verb
| Zeitform | Person | Wortform |
|---|---|---|
| Präsens | ich | schneide |
| du | schneidest | |
| er, sie, es | schneidet | |
| Präteritum | ich | schnitt |
| Partizip II | geschnitten | |
| Konjunktiv II | ich | schnitte |
| Imperativ | Singular | schneide! |
| Plural | schneidet! | |
| Hilfsverb | haben | |
| Alle weiteren Formen: schneiden (Konjugation) | ||
Silbentrennung:
- schnei·den, Präteritum: schnitt, Partizip II: ge·schnit·ten
Aussprache:
- IPA: ['ʃnaɪ̯dn̩], Präteritum: ['ʃnɪt], Partizip II: [ɡəˈʃnɪtn̩]
- Hörbeispiele: schneiden
Bedeutungen:
- [1] konkret, durch Ziehen eines Messers oder eines anderen scharfen Gegenstandes mit merklichem Druck:
- [a] transitiv den Gegenstand oder einen Teil von ihm abtrennen
- [b] transitiv oder reflexiv einem Gegenstand oder einer Person eine tiefe Furche beibringen; die Person dadurch verletzen
- [c] transitiv den Gegenstand in Stücke zerteilen
- [d] transitiv mehrere separate Gegenstände durch Teilung herstellen
- [2] im übertragenen Sinne:
- [a] transitiv ein Produkt durch Tätigkeiten formen oder gestalten, die ein schneidendes Zerteilen oder Entfernen wie unter [1a-1d] umfassen
- [b] reflexiv, Geometrie, von Geraden, aber auch anderen beteiligten geometrischen Gebilden wie Ebenen, Kreisen …: einen oder mehrere Punkte gemeinsam haben
- [c] transitiv, mit einem Fahrzeug: eine Straßenkurve unzulässig abkürzen
- [d] Rennsport: unfair überholen
- [e] Kartenspiel: wenn der Gegner keine lückenlose Kette von Karten von oben herab besitzt, eine unsichere untere Karte von ihm mit einer stärkeren eigenen Karte stechen.
- [f] reflexiv, umgangsssprachlich, oft mit Häme gesagt: sich täuschen
- [g] transitiv jemanden absichtlich und demonstrativ übersehen
Herkunft:
- [1–10] plattdeutsch und mittelhochdeutsch sniden, althochdeutsch snīdan
Synonyme:
- [1a] abschneiden,
- [1c] zerschneiden, kleinschneiden
- [2g] nicht sehen wollen, unbeachtet lassen
Gegenwörter:
- [1] fehlerhaft schneiden: (sich) verschneiden
- [1] nur eine Schnittebene führen: durchschneiden
- [1a]
- [1b] an einem vorstehenden Gegenstand durch Eigenbewegung: sich reißen
- [1b] eine Person durch Bewegen von Nägeln, spitzem Gerät an sich selbst, meist hin und her oder wiederholt: sich kratzen
- [1b] nur eine unbedeutende Furche erzeugen: ritzen
- [1c] in betont kleine Stücke, sehr gewaltsam bzw. zugleich starke Missbilligung ausdrückend: zerstückeln
- [2a] Film, Ton, Musik …, andere Produktionsphase: aufnehmen
- [2c] ausfahren
- [2f] umgangssprachlich: richtig liegen, es getroffen haben
- [2g] grüssen, begrüssen, ansprechen
Oberbegriffe:
- [1] von Sachen, von Personen jedoch nur ironisch oder zynisch: bearbeiten
- [1a] entfernen
- [1a] einen Teil abtrennen, auch mit Säge und anderem Gerät: beschneiden
- [1c] zerteilen, kleinmachen
- [2c] fahren
- [2e] einstechen; stechen
- [2g] meiden, missachten
Unterbegriffe:
- [1a] ein Werkstück auf Endmaß bringen: zuschneiden
- [2a] im Material Holz: schnitzen
Beispiele:
- [1a] Der Friseur schneidet die Haare mit der Schere.
- [1a] Der Nonnenmacher schneidet die Ferkel.
- [1b] Die Kleine hat sich an einer Kante Papier in den Finger geschnitten.
- [1c] Ich lasse mir den Schinken immer gleich beim Fleischer schneiden.
- [1d] Um Grieben auszulassen, muss man sie erst einmal schneiden, dabei braucht man ein scharfes Messer und man achtet dabei tunlichst auf seine Finger.
- [2a] wegen des alten bandförmigen Aufnahmematerials, bei elektronischem Filmschnitt nur noch bildhaft: Nachdem der Film gedreht ist, muss er erst noch geschnitten werden.
- [2b] „Parallele Geraden schneiden sich im Unendlichen“, das ist eine jargonhaft gewordene Redeweise, die vermutlich aus der projektiven Geonetrie stammt, in der üblichen Verwendung aber ein bloßer Widersinn ist.
- [2b] Zwei Kreise schneiden sich gar nicht, in einem oder in zwei Punkten, oder sie sind kongruent.
- [2c] Die Kurve zu schneiden ist sehr gefährlich.
- [2d] Der Ferrari hat den Mercedes geschnitten.
- [2e] Wenn du glaubst, ich räume immer die Wohnung auf, wenn du nur lange genug untätig zuwartest, dann hast du dich aber geschnitten!
- [2f] Mit einem schlappen König hat er die Dame in meiner langen Farbe geschnitten, daraufhin kam ich dann schon gar nicht mehr rein.
- [2g] Es kränkt ihn, dass du ihn schneidest.
Redewendungen:
- [1a] Friseursjargon: Einmal Schneiden und Legen!
- [1b] sich ins eigene Fleisch schneiden = sich selbst schaden
- [2a] bildhaft: ein Gesicht schneiden = willkürlich oder unwillkürlich seinem Gesicht einen bestimmten Ausdruck geben
- [2b] sich im Unendlichen schneiden
- [2f] da hast du dich aber geschnitten!
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1a] sich oder jemandem den Bart oder die Haare oder die (Finger-, Zehen-), Nägel oder die Hühneraugen schneiden (lassen)
- [1b] sich blutig schneiden
- [1b] sich ins eigene Fleisch schneiden
- [1c] in Stücke, in Scheiben, in Würfel schneiden
- [1d] in Stücke, in Würfel schneiden
- [2a] einen Film, eine Sendung, ein Video schneiden
- [2c] eine Kurve, eine Kreuzung, eine Abzweigung schneiden
Abgeleitete Begriffe:
- [1] Schneide
- [1, 2] Schnitt, schneidend
- [1a,1c,1d,2a] Schneider
- [2a] überschneiden
- [2b] Schnittpunkt
[Bearbeiten] Übersetzungen
Dialektausdrücke:
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? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1, 2] Wikipedia-Artikel „schneiden“
- [1, 2] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „schneiden“
- [?] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „schneiden“
- [?] canoo.net „schneiden“
- [?] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon „schneiden“
Ähnliche Wörter: