Getöse

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Getöse (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ das Getöse
Genitiv des Getöses
Dativ dem Getöse
Akkusativ das Getöse
[1] Das Wasser stürzt mit Getöse zu Tal

Worttrennung:

Ge·tö·se, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ɡəˈtøːzə]
Hörbeispiele: —
Reime: -øːzə

Bedeutungen:

[1] anhaltende, laute Geräusche, verursacht etwa durch Naturereignisse, Wasser, Wind, Verkehr oder eine Menschenmenge
[2] Aufsehen, Wirbel um eine Sache, die großartig angekündigt oder beworben wird

Herkunft:

von mittelhochdeutsch gedœʒe → gmhGeräusch, Lärm, Wasserfall“ im 13. Jahrhundert ist eine Kollektivbildung zum althochdeutschen thōʒ → goh um das Jahr 1000 und dem mittelhochdeutschen dōʒ → gmhSchall, Geräusch“, einem Verbalabstraktum zu althochdeutsch thioʒan → gohtosen, hervorströmen[1]

Synonyme:

[1] Gedröhne, Geräusche, Krach, Lärm, Rumor
[1] umgangssprachlich: Radau, Rabatz
[2] Aufruhr, Aufsehen, Furore, Gerassel, Sensation, Skandal, Spektakel, Wirbel
[2] umgangssprachlich: Drama, Tamtam, Theater, Trara

Gegenwörter:

[1] Geflüster, Geplätscher, Hauch, Ruhe, Stille
[2] Langeweile, Verheimlichung, Verteufelung

Oberbegriffe:

[1] Schall
[2] Ankündigung, Werbung

Unterbegriffe:

[1] Beifallsgetöse
[2] Marketinggetöse, Wahlkampfgetöse

Beispiele:

[1] Die Dampf-Eruptionen sahen aus, als ob ein gewaltiger Geysir Dampf und Erdbrocken mit lautem Getöse in die Luft schleuderte.[2]
[1] Wirklich drang von draußen her das Getöse einer vielköpfigen Menge zu ihnen.[3]
[1] In den Pausen zwischen den Aschen- und Regengüssen hörte man ein unterirdisches Getöse in der Erde und die wild brausenden Wogen des aufgeregten Meeres.[4]
[1] Er sah um sich in der Stube, da hörte er noch einen Schuß fallen und hörte Getöse in der Mühle und Geschrei durch das Geklapper.[5]
[2] Was sich hingegen in den Köpfen der anwesenden Journalisten festsetzte, war der klare Eindruck, dass die mit großem Getöse angekündigte deutsche Präsidentschaft nicht imstande war, eine Pressekonferenz zu organisieren.[6]
[2] Mit viel Getöse als letzte Chance zelebriert, mündete die griechische Expedition in ein Desaster.[7]
[2] Das Getöse der „Reformer“ legt allerdings den Verdacht nahe, dass selbstständiges Denken vom Normalbürger gar nicht gewollt ist, weil es das reibungslose Funktionieren stören könnte.[8]
[2] Die in Wien zur Sensation stilisierten Zellen werden in Innsbruck seit vielen Jahren ohne Getöse erforscht.[9]

Redewendungen:

mit Rauch und Getöse — dramatisches Erscheinen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] anhaltendes, donnerartiges, donnerndes, entsetzliches, fernes, furchtbares, gewaltiges, großes, heftiges, imposantes, infernalisches, krachendes, lautes, nerviges, ohrenbetäubendes, schreckliches, starkes, ungeheures, unheimliches, unterirdisches, wildes, wunderliches Getöse
[2] aggressives, grünes, mediales, merkwürdiges, nationales, optisches, populistisches, unnötiges Getöse

Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Getöse
[*] canoo.net „Getöse
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonGetöse
[1] The Free Dictionary „Getöse

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9, Seite 442, Eintrag „Getöse“.
  2. New York: Explosion mitten in Manhattan. In: DiePresse.com. (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  3. Henryk Sienkiewicz: Sintflut. In: Projekt Gutenberg-DE. Kap. 16 (URL).
  4. Edward Bulwer-Lytton: Die letzten Tage von Pompeji. In: Projekt Gutenberg-DE. Kap. 41 (URL).
  5. Clemens Brentano: Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl. In: Projekt Gutenberg-DE. (URL).
  6. David Gow: Deutsches Getöse. EU. In: Zeit Online. 12. Januar 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  7. Oliver Fritsch: „Der Bayern-Gau“. Fussball. In: Zeit Online. 17. Dezember 2007, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  8. Marian Heitger: Eine Reform der Schule – mit unbekanntem Ausgang. Gastkommentar. In: DiePresse.com. 7. November 2007 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).
  9. „Die Euphorie war am Anfang größer“. In: DiePresse.com. 26. Juni 2007 (URL, abgerufen am 7. Oktober 2012).

Ähnliche Wörter:

Gemüse, Getue