Medium

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Medium (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ das Medium die Medien
Genitiv des Mediums der Medien
Dativ dem Medium den Medien
Akkusativ das Medium die Medien
[1] das Medium Zeitung
[4] ein Medium der Datensicherung
[7] Wachstum im Medium
[10] ein Medium stellt Kontakt her

Worttrennung:

Me·di·um, Plural: Me·di·en

Aussprache:

IPA: [ˈmeːdi̯ʊm]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Medium (Info) Plural: Lautsprecherbild Medien (österreichisch) (Info)

Bedeutungen:

[1] MedienwissenschaftPublizistik: meist im Plural: Kommunikationsmittel zur Informationsübertragung, zum Beispiel Presse, Rundfunk, Internet
[2] MedienwissenschaftPublizistik: eine einzelne Publikationsform, beziehungsweise ein Datenträger, zum Beispiel Buch, Tonband, CD-ROM
[3] Philosophie: vermittelndes Element, ein allgemeiner Begriff der Medienphilosophie
[4] Informatik: ein Übertragungsmedium oder ein Datenspeicher
[5] Physik: ein Träger von Wellen
[6] Chemie: Sammelbegriff für Stoffe, die andere Stoffe aufnehmen, unter anderem Lösungs- und Dispersionsmittel
[7] Biologie: eine Nährlösung oder ein Nährboden für Bakterien, Pilze oder Pflanzen
[8] Sprachwissenschaft: ein unter anderem im Griechischen vorkommendes, zwischen Aktiv und Passiv stehendes Genus verbi
[9] Technik: Sammelbegriff für flüssige, gasförmige oder fein zerteilte feste Stoffe
[10] {{K|Okkultismus]], Esoterik, Grenzwissenschaften: eine Person, die (angeblich) Verbindung mit spirituellen Wesen, zum Beispiel Geistern und Verstorbenen, herstellen kann
[11] Filtration: Oberbegriff für das Filtermaterial
[12] PädagogikUnterricht: Darstellungsmittel für den Unterrichtsstoff
[13] BildungPädagogik: Bildungsträger

Herkunft:

im 17. Jahrhundert von lateinisch medium → laMitte, Mittelpunkt, Zentrum, dazwischen liegend, in der Mitte befindlich“ entlehnt[1]

Synonyme:

[2] Publikation, Datenträger

Sinnverwandte Wörter:

[4] Datenspeicher, Datenträger

Unterbegriffe:

[1] Boulevardmedium, Massenmedium, Onlinemedium, Printmedium, Qualitätsmedium, Werbemedium
[4] Datenübertragungsmedium, Speichermedium
[4, 5] Übertragungsmedium
[9] Kühlmedium, Zielmedium

Beispiele:

[1] Medien sind wie Sprache und Texte analysierbar und erforschbar.[2]
[1] „Diese Zukunftsangst ist die eigentliche Leitkultur der Deutschen, sagt Gauck, und zu allem Überfluss haben es sich die Medien zur Aufgabe gemacht, diese Kultur zu verstärken.“[3]
[1] In der Schulbibliothek kann man alle möglichen Medien ausleihen: vom Buch über CD zur DvD, Zeitschriften, Zeitungen, was man für das Projekt so braucht, dort gibt es das passende Medium.
[1] Die Medien haben sie in den Tod gehetzt.
[1] Er wurde auf Schritt und Tritt von den Medien verfolgt.
[1] „Dieser Diskurs wird durch die Dynamik moderner Medien enorm beschleunigt.“[4]
[3] Man kann die Medien untersuchen, die in der Philosophie betrachtet wurden, zum Beispiel, was Platon über die Schrift zu sagen hatte.
[4] Man sollte seine Daten immer auf einem sicheren Medium speichern.
[5] Wasser ist ein geeignetes Medium um die Verbreitung von Wellen zu untersuchen.
[6] Wenn man in dem gewählten Medium, zum Beispiel dem Wasser, Feststoffe transportiert, braucht man spezielle Pumpen, damit diese nicht verstopfen.
[6] Als Medium wählen wir in diesem Versuch reinen Alkohol.
[7] Das Medium für die Bakterienkultur ist ein fertig zubereitetes Gelee, das wir im Großhandel kaufen.
[8] Das Medium ist in manchen Sprachen eine Flexionskategorie bei Verben.
[9] Das kälteste Medium im Prozess bestimmt die maximal mögliche Mindesttemperatur der Abgase.
[10] Ich bin sehr gespannt auf den Termin mit dem Medium.
[10] „Eine Frau umarmte und küßte das Medium.“[5]
[11] Bei diesem Filter ist das Medium mit leicht zu bedienenden, seitlichen Federn fixiert.
[12] Welche Medien wollen Sie in der nächsten Unterrichtseinheit einsetzen? Hoffentlich mehr als nur den Overhead.
[12] Das Medium Fernsehen kann man schon als Bildungsträger auffassen, es dient nicht nur dem Zeitvertreib.

Wortbildungen:

[1] medienscheu
[1] Medienbericht, Medienereignis, Medienexperte, Mediengeschichte, Mediengesetz, Medienkonzern, Medienlandschaft, Medienmogul, Medienpolitik, Medienwissenschaft, Medienzar

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[5, 10] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Medium
[1–12] Vorlage:Ref-Duden Vermittler Traeger (Vermittler, Träger)
[1, 4] canoo.net „Medium
[4, 5, 10] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonMedium
[1–8, 10] Wikipedia-Artikel „Medium“ (Begriffsklärung)

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Medium“, Seite 608.
  2. Knut Hickethier: Einführung in die Medienwissenschaft, 2003
  3. Stefan Berg, Markus Feldenkirchen, Jan Fleischhauer, Konstantin von Hammerstein: Apostel der Freiheit. In: Der Spiegel. Nummer 12/2012, ISSN 0038-7452, Seite 29–35 (Zitat Seite 29).
  4. Anna Schächtele: Sprachlicher Wandel als Kollateralschaden der Unwortwahl?. Eine diachrone Begriffsanalyse. In: Sprachreport. Nummer Heft 2, 2014, Seite 16-21, Zitat Seite 21. Kursiv gedruckt: Kollateralschaden.
  5. Isaac Bashevis Singer: Max, der Schlawiner. Roman. Axel Springer Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-942656-32-0, Seite 121. Englisches Original 1991.