Hafen

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des Jahres 2007 das Wort der Woche.

Hafen (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Kasus Singular Plural
Nominativ der Hafen die Häfen
Genitiv des Hafens der Häfen
Dativ dem Hafen den Häfen
Akkusativ den Hafen die Häfen
[1] Hafen von Dover

Worttrennung:

Ha·fen, Plural: Hä·fen

Aussprache:

IPA: [ˈhaːfn̩], [ˈhaːfm̩], Plural: [ˈhɛːfn̩], [ˈhɛːfm̩]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Hafen (Info), Plural: Lautsprecherbild Häfen (Info)
Reime: -aːfn̩

Bedeutungen:

[1] Ort zum natürlichen oder künstlich geschützten Anlegen von Schiffen (sowie übertragen auf andere Fahrzeuge), mit Anlagen zum Löschen, Laden, Reinigen und Ausbessern, an offener See oder an Flussläufen
[2] übertragen, poetisch: Ruheort
[3] süddeutsch: Topf
[4] Technik: Gefäß für Glasschmelze in der Glasmacherei, Schmelztiegel

Abkürzungen:

[1] Hf., Hfn.

Herkunft:

[1] mittelhochdeutsch „habene“, von mittelniederdeutsch „have(ne)“ entlehnt, das vermutlich auf altnordisch „hǫfn“ zurückgeht. Die weitere Herkunft ist unklar. (Belegt seit dem 13. Jahrhundert, heutige Form 16. Jahrhundert.)[1]
[3] über althochdeutsch havan, mittelhochdeutsch haven „Gefäß, Behälter“[2]
[2] übertragen von [1]

Synonyme:

[1] Anlegestelle, Port (veraltet)
[2] Refugium, Unterschlupf
[3] Glashafen

Verkleinerungsformen:

[3] Haferl, Häferl

Oberbegriffe:

[1] Ort, Reiseziel
[3] Gefäß

Unterbegriffe:

[1] Binnenhafen, Bootshafen, Fährhafen, Flusshafen, Handelshafen, Heimathafen, Hochseehafen, Kriegshafen, Loreleyhafen, Marinehafen, Seehafen, Tiefwasserhafen, Tidehafen, Überseehafen, Yachthafen
[1] übertragen: Flughafen, Lufthafen, Luftschiffhafen, Raumflughafen, Raumhafen, Weltraumhafen
[2] Ehehafen

Beispiele:

[1] Das Schiff läuft den nächsten Hafen an.
[1] Eine Fähre fährt von einem Hafen zum anderen.
[1] „Wir steigen auf einen der alten Fischkutter im Hafen und legen ab zur Fahrt hinein ins Labyrinth.“[3]
[1] „Mittags meldete der Ausguck, dass die zerklüfteten Gipfel von Principe in Sicht gekommen waren, und zwei Tage später lag die Diligent im Hafen der Insel vor Anker.“[4]
[3] „Sie zieht die schreienden, zappelnden Würmer an, wäscht sie und striegelt ihnen das Haar, hilft der Großen ein Feuer anmachen, daß es knistert und kracht, und stellt den Hafen mit dem Kaffeesatz darauf.“[5]
[4] „Das Glas wird mit der Glasmacherpfeife aus dem Hafen entnommen.“[6]

Redewendungen:

[1] eine Braut in jedem Hafen haben
[2] in den Hafen der Ehe einlaufen
[3] Kleine Häfen laufen bald über.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] sicherer Hafen; natürlicher Hafen

Wortbildungen:

[1] Hafenanlagen, Hafenarbeiter, Hafenausfahrt, Hafenbecken, Hafengelände, Hafenkneipe, Hafenmeister, Hafenrundfahrt, Hafenstadt, Hafenumschlag, Hafenzoll
[3] Glückshafen, Hafner, Häfner (süddeutsch: „Töpfer, Ofensetzer“)


Übersetzungen[Bearbeiten]

? Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–3] Wikipedia-Artikel „Hafen
[1, 2, 4] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Hafen
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Hafen
[1, 3] canoo.net „Hafen
[1–3] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonHafen
[3, 4] Duden online „Hafen_Bottich_Gefäß_Topf

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Hafen2“, Seite 382.
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Stichwort „1Hafen“.
  3. Tilman Bünz: Wer das Weite sucht. Skandinavien für Fortgeschrittene. btb Verlag, München 2012, ISBN 978-3-442-74359-9, Seite 62.
  4. Robert Harms: Das Sklavenschiff. Eine Reise in die Welt des Sklavenhandels. C. Bertelsmann Verlag, ohne Ort 2004, ISBN 3-570-00277-2, Seite 354. Kursiv gedruckt: Diligent.
  5. Lena Christ: Die Rumplhanni. In: Projekt Gutenberg-DE. (URL).
  6. Gerhard Neckermann, Hans Wessels: Die Glasindustrie : ein Brachenbild. Beiträge zur Strukturforschung, Heft 95. Duncker & Humblot, 1987, ISBN 9783428462162, Seite 123 (Mitwirkende Personen: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, zitiert nach Google Books).

Ähnliche Wörter:

Hafer, Haffen