Hafer

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des Jahres 2009 das Wort der Woche.

Hafer (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Hafer die Hafer
Genitiv des Hafers der Hafer
Dativ dem Hafer den Hafern
Akkusativ den Hafer die Hafer
[1] Hafer auf dem Feld
[2] geernteter Hafer

Worttrennung:

Ha·fer, Plural: fachsprachlich: Ha·fer

Aussprache:

IPA: [ˈhaːfɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Hafer (Info)

Bedeutungen:

[1] Getreideart, die über locker ausgebreitete oder zur Seite ausgerichtete Rispen verfügt
[2] Frucht der Pflanze unter [1]

Herkunft:

Woher das Wort Hafer stammt, ist nicht geklärt. Das althochdeutsche habaro → goh, das mittelhochdeutsche haber → gmh oder habere → gmh sowie das altsächsische haƀoro → osx und das mittelniederdeutsche hāvere' → gml' oder hāver → gml werden oftmals als Ableitungen zum germanischen *haƀra- → gem (Bock) eingeordnet. Da diese Tiere früher wohl viel mit Hafer gefüttert wurden, soll das Wort Hafer für „Bockskorn“ stehen.
Eine andere Ansicht geht davon aus, dass die Bezeichnung des Getreides aus einer vorindoeuropäischen Substratsprache übernommen worden sei.
Sicher ist, dass die dem Niederdeutschen entstammende Form
Hafer → nds das hochdeutsche Haber verdrängt hat und seit dem 18. Jahrhundert in der Literatursprache Verwendung findet.[1]

Synonyme:

[1] süddeutsch, österreichisch, schweizerisch: Haber, wissenschaftlich: Avena

Gegenwörter:

[1] Dinkel, Gerste, Roggen, Weizen

Oberbegriffe:

[1] Getreide, Feldfrucht, Nutzpflanze, Pflanze; botanisch: Gras

Unterbegriffe:

[1] Bart-Hafer, Flaum-Hafer, Flug-Hafer, Gelbhafer, Nackt-Hafer, Saat-Hafer, Sand-Hafer, Schwarzhafer, Strandhafer, Tauber Hafer, Weißhafer

Beispiele:

[1] Auf diesem Feld wächst Hafer.
[1] „Die Skandinavier bauen Gerste und Hafer an, doch sie fischen auch und gehen auf die Jagd - im Norden zählen etwa Elche und Rentiere zu ihrer Beute.“[2]
[1] „Hafer und Gerste ließen sich als widerstandsfähige Sorten überall anbauen, während Weizen und Spelt im wärmeren Süden und Westen besser gediehen als im Norden und Osten, wo der Roggenanbau dominierte.“[3]
[1] „Der Anbau von Gerste, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Faserflachs und Rotklee ist in den letzten Jahrzehnten auf Kosten von Hafer, Futterrüben und Kartoffeln erweitert worden.“[4]
[2] Wir müssen noch Hafer für die Pferde kaufen.

Redewendungen:

[1] jemanden sticht der Hafer

Wortbildungen:

[1] Haferbrei, Haferfeld, Haferflocke, Hafergrütze, Haferkorn, Hafermehl, Hafermotor, Hafersack, Haferschleim, Haferschrot, Haferstroh

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Hafer
[1] canoo.net „Hafer
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Hafer
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion, Annette Klosa u. a. (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2001, ISBN 3-411-05504-9, „Hafer“, Seite 696

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, „Hafer“, Seite 492
  2. Martin Paetsch: Der Tod aus dem Norden. In: GeoEpoche: Die Wikinger. Nummer Heft 53, 2012, Seite 24-35, Zitat Seite 27.
  3. Hans K. Schulze: Vom Reich der Franken zum Land der Deutschen. Merowinger und Karolinger. Siedler Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-88680-500-X, Seite 234.
  4. VEB Hermann Haack, Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha/Leipzig (Herausgeber): Haack Hausatlas. 3. Auflage. VEB Hermann Haack, Geographisch-Kartographische Anstalt, Gotha/Leipzig 1973, ISBN ohne, Seite 119

Ähnliche Wörter:

Hafen