gera

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gera (Färöisch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Zeitform Person Wortform Aussprache
Präsens
eg geri [ˈʤeːɹɪ]
gert [ˈʤɛɹt]
hann, hon, tað ger [ˈʤeːɹ]
vit
tit
teir, tær, tey
tygum
gera [ˈʤeːɹa]
Imperfekt
eg gjørdi [ˈʤœɹdɪ]
hann, hon, tað
vit
tit
teir, tær, tey
tygum
gjørdu [ˈʤœɹdʊ]
Imperativ Sg,   ger! [ˈʤeːɹ]
Imperativ Pl.   gerið! [ˈʤeːɹɪ]
Partizip Präsens   gerandi [ˈʤeːɹandɪ]
Partizip Perfekt   gjørdur [ˈʤœɹdʊɹ]
Supinum   gjørt [ˈʤœɹt]

Worttrennung:

Aussprache:

IPA: []
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] tun
[2] machen, bereiten
(Beides oft in - für deutsche Ohren - ungewöhnlichen Konstruktionen mit vielen Bedeutungen)

Herkunft:

[1] Das färöische Wort stammt von gleichbedeutend altnordisch gera; germanisch *garwjan „bereiten, fertigmachen, zubereiten“; indogermanisch *gʰrebʰ „ergreifen, erraffen“. Zu dieser Wortfamilie gehören deutsche Wörter wie gar und gerben.

Beispiele:

[1] bitte: kunnu tygum gjørt so væl at bílagt bussin fyri meg?
können Sie mir bitte den Bus bestellen? (wortwörtl.: „könnten Sie getan so gut, zu bestellt Bus-den für mich“)
[2] alt gjørdi tú!
alles hast du gemacht! (das ist alles deine Schuld!)
[2] sama ger
das macht das Gleiche, kommt aufs Selbe hinaus, ist egal
[2] ger tað fyri manndóm tín!
mach das für deine Ehre!
Dinge, die man machen kann:
[2] gera boð
warnen („Botschaft machen“)
[2] gera bók
ein Buch verfassen („Buch machen“)
[2] gera ein brest
eine gewaltsame Bewegung machen („einen Knall machen“)
[2] gera brúdleyp
Hochzeit feiern, eine Hochzeitsgesellschaft abhalten („Hochzeit machen“)
[2] gera bøn
beten („Gebet machen“)
[2] ger mær ta bøn, eg biði teg!
tu mir den Gefallen! („mach mir das Gebet, (um das) ich dich bitte“)
[2] gera døgurða
Mittagessen machen
[2] gera eið
einen Eid leisten („Eid machen“)
[2] gera eldsløkking
löschen („Feuerlöschen machen“)
[2] gera enda á
beenden („Ende drauf machen“)
[2] gera enda á sær
Selbstmord machen („Ende auf sich machen“)
[2] gera ferð
verreisen („Fahrt machen“)
[2] gera garð
einen Steinwall bauen
[2] gera eina gongu
spazieren gehen, wandern („einen Gang machen“)
[2] gera ilt
Schaden verursachen („böse machen“)
[2] gera mat
Essen machen
[2] gera mótistøðu
Widerstand leisten
[2] gera mun
Unterschied machen
[2] hann gjørdi óveður
es gab ein Unwetter („er machte Unwetter“)
[2] gera rímu
dichten („Reim machen“)
[2] gera roknskap
Rechenschaft ablegen
[2] gera róp í
Alarm schlagen („Ruf hinein machen“)
[2] gera skemtan
unterhalten („Spaß machen“)
[2] gera eina synd
eine Synde begehen
[2] gera søgu
sich eine Erzählung ausdenken („Geschichte machen“)
[2] gera uppskot
einen Vorschlag machen
[2] gera hansara vilja
seinen Willen ausführen
[2] hann gjørdi vind
es fing an, zu stürmen („er machte Wind“)

Redewendungen:

[1] ger so væl [ˈʤɛʃɔ ˌvɛaːl] - „tu so gut“ (bitte)
[1] gerið so væl [ˈʤeːɹɪ sɔ ˌvɛaːl] - „tun Sie so gut“ (bitte)
Anmerkung: Dieser Ausdruck steht immer vor einer wirklichen Bitte - bei „bitte“ als höfliches Anhängsel an einen Wunsch, sagt man statt „bitte“ „danke“: takk, sodass ein Satz etwa lauten kann:
[1] ger so væl, at ..., takk! - sei so gut, und ..., danke!
Siehe auch:' værsgu! („bitte sehr!“ beim Überreichen von Geld, etc.)
[2] neyð ger nasadjarvan - Not macht frech

Charakteristische Wortkombinationen:

[2] gera aftur - reparieren, heil machen
[2] gera afturat - ausbauen, anbauen, ausweiten

mit dem Infinitivpartikel at:

[1] so tun als ob: eg geri mær at sova - „ich tu mich zu schlafen“ (ich stelle mich schlafend)
[2] können: eingin ger at forða , nornir leggja á - „nichts macht zu verhindern das, was die Nornen auflegen“ (keiner kann das Schicksal abwenden)
[2] brauchen: gert einki at fara - „du machst keins zu gehen“ (du brauchst nicht zu gehen)

mit der Präposition av (ab):

[2] fyrr gjørdu føroyingar nógv av at hava svín - früher war es normal, dass die Färinger viele Schweine hielten
[2] hann gjørdi nógv av brennivín - er trank oft Schnaps („er machte (sich) viel aus Branntwein“)
[2] gera av við ein um nakað - etwas mit jemanden abmachen, verabreden
[2] gerið av! - „macht ab!“ (kommt zu einem Beschluss!)
[2] gertav - jetzt übertreibst du, jetzt nimmst du den Mund zu voll
[2] gera langt av - umständlich, weitschweifig sein
[2] gera stutt av - sich kurz fassen
[2] gera skjótt av - zusehen, schnell fertig zu werden; schnell wieder zurück kommen

mit avstað (vondannen):

[2] gera seg avstað - sich klar zur Abreise machen
[2] gera bát avstað - das Boot klar zum Ablegen machen

mit eftir (nach):

[2] gera eftir (e-m) - verarbeiten (nach Vorlage von jemandem)
[2] ~ - nach jemandes Vorbild handeln, auf jemandes Befehl
[2] ~ - zaubern, etwas Verschwundenes wieder hervor zaubern:
[2] hann kundi at gera eftir - er konnte (verschwundene Dinge wieder hervor) zaubern

mit frá (von):

[2] gera frá - bewerkstelligt bekommen (z.B. die tägliche Arbeit)

mit til (zu):

[2] gera til - zubereiten
[2] gera seg til - sich fertig machen
[2] til tað at gera - in dieser Hinsicht, so gesehen

mit um (um) und seg (sich):

[2] gera einki um seg - bescheiden sein
[2] gera nógv um seg - angeben, protzen

mit út (aus):

[2] gera út - ausrüsten, ausstatten
[2] gera skip út - das Schiff ausrüsten

mit við (mit):

[2] gera við - behandeln
[2] fáa eitt mál við at gera - eine Sache zur Verhandlung bringen
[2] tað var ilt við at gera - das war eine schwierige Angelegenheit
[2] tað er einki við at gera - darüber kann man keine zwei Meinungen haben („da ist nichts mit zu machen“)
[2] gera kvinnu við barn - schwängern („eine Frau mit Kind machen“)

Wortbildungen:

[1] gerð (Tat, Handlung), gerning (Tat)
[2] gero negotia (lat. ich mache Geschäfte), gesta (lat. Taten)

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1]

Verb[Bearbeiten]

Zeitform Person Wortform Aussprache
Präsens
eg geri [ˈʤeːɹɪ]
gerar [ˈʤeːɹaɹ]
hann, hon, tað
vit
tit
teir, tær, tey
tygum
gera [ˈʤeːɹa]
Imperfekt
eg geraði [ˈʤeːɹajɪ]
hann, hon, tað
vit
tit
teir, tær, tey
tygum
geraðu [ˈʤeːɹavʊ]
Imperativ Sg,   gera! [ˈʤeːɹa]
Imperativ Pl.   gerið! [ˈʤeːɹɪ]
Partizip Präsens   gerandi [ˈʤeːɹandɪ]
Partizip Perfekt   geraður (L6) [ˈʤeːɹavʊɹ]
Supinum   gerað [ˈʤeːɹa]

Worttrennung:

Aussprache:

IPA: [ˈʤeːɹa]
Hörbeispiele: —

Bedeutungen:

[1] gären

Herkunft:

Das färöische Wort entstand analog wie dänisch gære unter dem Einfluss von niederdeutsch geren. Vergleiche hochdeutsch gären, das aus mittelhochdeutsch jesen, althochdeutsch jesan gebildet wurde. Hiermit verwandt ist germanisch *jestram „Hefe, Schaum, Gischt“ aus dem altnordisch jǫstr „Gärung, Hefe“ gebildet wurde. Die indogermanische Wurzel ist *ies- „(auf)wallen, sieden brodeln“.

Beispiele:

[1]


Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1]

Ähnliche Wörter:

ger (Hefe)