Wehe

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Wehe (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n, Schmerz[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ das Wehe

Genitiv des Wehes

Dativ dem Wehe

Akkusativ das Wehe

Nebenformen:

Weh

Worttrennung:

We·he, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈveːə]
Hörbeispiele:
Reime: -eːə

Bedeutungen:

[1] veraltet gehoben: seelischer Schmerz
[2] veraltet seltener: körperlicher Schmerz

Redewendungen:

[1, 2] das Wohl und Wehe

Alle weiteren Informationen zu diesem Begriff befinden sich im Eintrag Weh.
Ergänzungen sollten daher auch nur dort vorgenommen werden.

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wehe³
[*] Duden online „Wehe
[1, 2] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »¹Wehe«.

Substantiv, f, Geburtsschmerz[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Wehe

die Wehen

Genitiv der Wehe

der Wehen

Dativ der Wehe

den Wehen

Akkusativ die Wehe

die Wehen

Worttrennung:

We·he, Plural: We·hen

Aussprache:

IPA: [ˈveːə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Wehe (Info)
Reime: -eːə

Bedeutungen:

[1] zumeist im Plural: Kontraktion der Gebärmutter während der Geburt

Herkunft:

Es handelt sich um ein Erbwort, das über die mittelhochdeutschen Formen  → gmh, wēhe → gmh[1] und wēwē → gmhSchmerz, Leid; Geburtswehe[2] wohl auf althochdeutsches wēwo → goh zurückgeht.[2]

Synonyme:

[1] Geburtswehe
[1] veraltet, nur im Plural: Kindesnöte / Kindsnöte

Unterbegriffe:

[1] Eröffnungswehe, Nachgeburtswehe, Nachwehe, Presswehe, Senkwehe, Stillwehe, Treibwehe, Übungswehe, Vorwehe

Beispiele:

[1] Es waren schmerzhafte Wehen.
[1] „Die Wehen hatten am Morgen eingesetzt, aber noch war kein Laut nach außen gedrungen.“[3]
[1] „Sie hebt mich auf die Beine, weil ich mich bewegen soll, sobald die Wehen eine Pause einlegen.“[4]
[1] „Da bäumte sich wieder eine Wehe in ihr auf.“[5]
[1] „Die Wehen setzen ein, als Charlotte zusammen mit ihrem Freund dort einem Boxkampf beiwohnt.“[6]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] die Wehen haben begonnen, kommen, setzen ein; die Wehen hören auf, lassen nach, setzen aus
[1] in die Wehen kommen; in den Wehen liegen
[1] heftige, starke Wehen haben; schwache Wehen haben

Wortbildungen:

Adjektive: wehenartig, wehenfördernd, wehenhemmend
Substantive: Wehenhemmer, Wehenschmerz, Wehenschreibung, Wehenschwäche, Wehentätigkeit, Wehentropf, Wehfrau, Wehmutter

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wehe¹
[1] The Free Dictionary „Wehe
[1] Duden online „Wehe
[1] wissen.de – Wörterbuch „Wehe²
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Wehe¹
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWehe
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »²Wehe«.

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Wehe“.
  2. 2,0 2,1 Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9, Stichwort »Weh«, Seite 917.
    Duden online „Wehe
  3. Ralph Giordano: Die Bertinis. Roman. 22. Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-596-25961-8, Seite 95 (Erstauflage 1982).
  4. Christian Graf von Krockow: Die Stunde der Frauen. Bericht aus Pommern 1944 bis 1947. Nach einer Erzählung von Libussa Fritz-Krockow. 11. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2000, ISBN 3-421-06396-6, Seite 80 (Erstauflage 1988).
  5. Katharina Adler: Ida. Roman. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-00093-6, Seite 152.
  6. Yves Buchheim, unter Mitarbeit von Franz Kotteder: Buchheim. Künstler, Sammler, Despot: Das Leben meines Vaters. Heyne, München 2018, ISBN 978-3-453-20197-2, Seite 17.

Substantiv, f, Anhäufung[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Wehe

die Wehen

Genitiv der Wehe

der Wehen

Dativ der Wehe

den Wehen

Akkusativ die Wehe

die Wehen

Worttrennung:

We·he, Plural: We·hen

Aussprache:

IPA: [ˈveːə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Wehe (Info)
Reime: -eːə

Bedeutungen:

[1] Deutschland:[1] durch den Wind aufgewehte, zusammengewehte Anhäufung, vor allem von Schnee oder Sand

Herkunft:

Es handelt sich um eine seit dem 18. Jahrhundert[2] bezeugte explizite Ableitung zum Verb wehen.[1]

Synonyme:

[1] Italien (Südtirol), Liechtenstein, Süddeutschland, Österreich, Schweiz: Wechte[1]
[1] veraltet: Wehde[3]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Verwehung

Oberbegriffe:

[1] Anhäufung

Unterbegriffe:

[1] Sandwehe, Schneewehe

Beispiele:

[1] „Und ſie ſah der davonrollenden Britſchka und dem polternden Karren nach, bis beide verſchwunden waren hinter einer Wehe von Staub, hinter einer Woge von goldenen Aͤhren.“[4]
[1] „Trotzdem überwältigt ihn der Katarakt von Getöse immer wieder, der die Luft erfüllt, vom Walde her, wo mit dem Brausen eines unermüdlichen Wasserfalls schwellend und stoßend der Wind den Schnee zu Wehen bläst, Zweige aneinanderschlägt und hin und wieder ein schußartiges Dröhnen verursacht, dadurch, daß unter seinem Ansturm und der Sprödigkeit des Frostes ein Baum einen seiner schweren Äste krachend hergeben muß.“[5]
[1] „Dad hat in der Nähe des Flusses gelegen, am Waldrand, in einer Wehe aus vorjährigen Blättern und Schnee.“[6]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wehe²
[1] The Free Dictionary „Wehe
[1] Duden online „Wehe
[1] wissen.de – Wörterbuch „Wehe¹
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Wehe²
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWehe
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Wehe
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »³Wehe«.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 Autorenteam unter der Leitung von Christa Dürscheid, Stephan Elspaß und Arne Ziegler: Wächte, Wechte / Wehe. In: Variantengrammatik des Standarddeutschen.. 12. Dezember 2018, abgerufen am 20. Juli 2019.
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort „Wehe²“.
  3. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Wehe
    Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Wehde
  4. Clara Viebig: Das ſchlafende Heer. Roman. Zwoͤlfte Auflage. Egon Fleiſchel & Co., Berlin 1904, Seite 517–518 (Zitiert nach Internet Archive).
  5. Arnold Zweig: Der Streit um den Sergeanten Grischa. Roman. Gustav Kiepenhauer Verlag, Berlin 1929, Seite 21 (Zitiert nach Internet Archive; Erstauflage 1927).
  6. Wolfdietrich Schnurre: Der Schattenfotograf. Aufzeichnungen. Paul List Verlag, München 1978, ISBN 3-471-78726-7, Seite 308 (Zitiert nach Google Books).

Deklinierte Form[Bearbeiten]

Worttrennung:

We·he

Aussprache:

IPA: [ˈveːə]
Hörbeispiele:
Reime: -eːə

Grammatische Merkmale:

  • Nominativ Plural des Substantivs Weh
  • Genitiv Plural des Substantivs Weh
  • Akkusativ Plural des Substantivs Weh
Wehe ist eine flektierte Form von Weh.
Alle weiteren Informationen findest du im Haupteintrag Weh.
Bitte nimm Ergänzungen deshalb auch nur dort vor.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Weh, wehe, wehen