Gehirn
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Gehirn (Deutsch)
[Bearbeiten]Substantiv, n
[Bearbeiten]| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | das Gehirn | die Gehirne |
| Genitiv | des Gehirns des Gehirnes |
der Gehirne |
| Dativ | dem Gehirn dem Gehirne |
den Gehirnen |
| Akkusativ | das Gehirn | die Gehirne |
Worttrennung:
- Ge·hirn, Plural: Ge·hir·ne
Aussprache:
Bedeutungen:
- [1] Anatomie: der im Kopf gelegene Teil des Zentralnervensystems der Wirbeltiere
- [2] vergleichende Anatomie: der Ansatz zur Bildung von Nervenzentren
- [3] umgangssprachlich: Verstand, Denkvermögen
Herkunft:
- 15. Jahrhundert, mittelhochdeutsch gehirne, Kollektivbildung zu Hirn[1][2]
Synonyme:
- [3] umgangssprachlich: Denkapparat, graue Zellen, Grips
Sinnverwandte Wörter:
- [3] Gedächtnis; umgangssprachlich: Hinterstübchen; übertragen: Gedächtnispalast
Oberbegriffe:
- [1] Zentralnervensystem, ZNS, Organ
Unterbegriffe:
- [1] Großhirn, Kleinhirn, Zwischenhirn, Hirnstamm, Gehirnhaut, Gehirnrinde, Gehirnlappen, Gehirnnerv
- [1] Frauengehirn, Männergehirn
- [1] Kalbshirn
Kurzformen:
- [1, 3] Hirn
Beispiele:
- [1] Das Gehirn selbst ist schmerzunempfindlich.
- [1] Übermäßiger Drogenkonsum zerstört die Zellen im Gehirn.
- [1] „Daß es ihm schon vor zwanzig Jahren gelungen war, aus animalischen Zellen unter dem Einfluß des magnetischen Feldes und durch mechanische Rotation vollständig ausgebildete Gehirne auf Glasplatten wachsen zu lassen, -- Gehirne, die, nach allem zu schließen, sogar selbständig zu denken vermochten, -- hatte zwar hie und da in Zeitungen gestanden, -- wissenschaftliches, tieferes Interesse aber hatte es nicht geweckt.“[3]
- [1] „Das Gehirn allerdings arbeitete noch gut, noch relativ gut.“[4]
- [1] Mancherorts steht das Gehirn des Kalbes auf der Speisekarte, in Butter geschwenkt und mit einem leichten Blattsalat als Beilage.
- [1] „Auf dem Weg von der Netzhaut zu seinem Gehirn verwandelten sich zum Beispiel die Buchstaben eines Christian von Hohenesch wie durch ein Wunder in Mister Darcy, ohne dass es Carl auffiel.“[5]
- [2] Sobald die Nervenzentren komplexer werden, wie bei den höherentwickelten Insekten, sprechen wir von Gehirnen.
- [3] Sie zermarterte sich das Gehirn, konnte aber partout nicht auf Rolfs Nachnamen kommen.
- [3] Haben sie dir das Gehirn amputiert? Du kannst doch keine Plastiktüten in den offenen Kamin schmeißen!
- [3] „Ehe Krist aber die Giebeltür noch erreicht und von außen her zugeschlossen haben konnte, legte sichs schon schwer und bleiern auf seines Herrn überreiztes Gehirn.“[6]
Redewendungen:
- derb: jemandem hat man ins Gehirn geschissen (= jemand verhält sich unmöglich)
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1] elektronisches, krankes, menschliches Gehirn
- [1] Gehirn stimulieren
- [3] Gehirn aktivieren, einschalten, zermartern
Wortbildungen:
- [1] Gehirnblutung, Gehirnchirurgie, Gehirndurchblutung, Gehirnerschütterung, Gehirnerweichung, Gehirnfunktion, Gehirnhälfte, Gehirnkrankheit, Gehirnoperation, Gehirnprozess, Gehirnquetschung, Gehirnregion, Gehirnrinde, Gehirnschaden, Gehirnschale, Gehirnschlag, Gehirnstamm, Gehirnstoffwechsel, Gehirnstruktur, Gehirntätigkeit, Gehirntod, Gehirntumor, Gehirnverletzung, Gehirnwäsche, Gehirnwindung, Gehirnzelle
- [3] Gehirnakrobat, gehirnamputiert, gehirnblond, Gehirnkasten, Gehirnschmalz, Gehirnschwund, Gehirntätigkeit
- Gehirnleistung
Übersetzungen
[Bearbeiten] [1] Anatomie: der im Kopf gelegene Teil des Zentralnervensystems der Wirbeltiere
[2] Vergleichende Anatomie: der Ansatz zur Bildung von Nervenzentren
[3] umgangssprachlich: Verstand, Denkvermögen
- [1] Wikipedia-Artikel „Gehirn“
- [1, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Gehirn“
- [1, 3] Duden online „Gehirn“
- [*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Gehirn“
Quellen:
- ↑ Duden online „Gehirn“
- ↑ Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Gehirn“
- ↑ Gustav Meyrink, Das verdunstete Gehirn, z.n. Projekt Gutenberg
- ↑ Jens Rehn, Nachwort von Ursula März: Nichts in Sicht. Schöffling, Frankfurt/Main 2018, ISBN 978-3-89561-149-0, Seite 149.
- ↑ Carsten Henn: Der Buchspazierer. Roman. 10. Auflage. Piper, München 2025, ISBN 978-3-492-07400-1, Seite 22. Zuerst 2020.
- ↑ Theodor Fontane: Schach von Wuthenow. Erzählung aus der Zeit des Regiments Gendarmes. Nymphenburger, München 1969, Seite 98. Entstanden 1878-82, erschienen 1882.

