sticheln

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sticheln (Deutsch)[Bearbeiten]

Verb[Bearbeiten]

Person Wortform
Präsens ich stichele
stichle
du stichelst
er, sie, es stichelt
Präteritum ich stichelte
Konjunktiv II ich stichelte
Imperativ Singular stichele!
stichle!
Plural stichelt!
Perfekt Partizip II Hilfsverb
gestichelt haben
Alle weiteren Formen: Flexion:sticheln

Worttrennung:
sti·cheln, Präteritum: sti·chel·te, Partizip II: ge·sti·chelt

Aussprache:
IPA: [ˈʃtɪçl̩n]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild sticheln (Info)

Bedeutungen:
[1] veraltet: mit einem spitzen Instrument in etwas einstechen
[2] figürlich: jemanden durch Spitzen, spitze Bemerkungen oder boshafte Anspielungen verspotten und ärgern
[3] veraltend: nähen mit vielen kleinen Stichen (eifrig und schnell)

Synonyme:
[2] frotzeln, piesacken

Sinnverwandte Wörter:
[2] aufziehen, foppen, hänseln, hetzen, höhnen, mäkeln, mobben, malträtieren, mockieren, necken, plagen, quälen, schikanieren, traktieren, triezen, tyrannisieren, zusetzen
[3] flicken, handarbeiten, steppen, sticken, zunähen

Gegenwörter:
[2] liebkosen, verwöhnen

Oberbegriffe:
[2] reden
[3] nähen, schneidern

Unterbegriffe:
[2] besticheln

Beispiele:
[1] „Meister Marks hatte kein Wort der Entgegnung, er stichelte so heftig mit der Nadel in seine Arbeit, daß man hätte meinen sollen, es stünde Einer mit der Peitsche hinter ihm.“ (1857)[1]
[2] Mein Bruder stichelte so lange gegen mich, bis ich ihm eine scheuerte. Dann war Ruhe!
[2] Deutsche sogenannte Fußballfans sticheln gerne gegen holländische und englische Mannschaften. Da sollten sie sich nach "Leistungen" deutscher Schützen in Elfmeterschießen lieber vorsehen.
[2] Rakitin hatte schon früher Pjiotr Iljitsch bei mir getroffen, und immer stichelte und stichelte er gegen ihn und brummte ihn wegen irgend etwas an.[2]
[2] In weiteren ca. 80 Prozent der Fälle werden die Opfer [von Mobbing] gestichelt und gehänselt oder als unfähig dargestellt.[3]
[2] "Die stärkste Macht der EU [Deutschland] unterhält anscheinend eine Armee, die weder fahren noch fliegen noch schwimmen kann", stichelte die renommierte "Neue Zürcher Zeitung".[4]
[3] Sie stichelte eifrig am Saum des Leintuches.[5]

Charakteristische Wortkombinationen:
[2] mit Adverb: gegeneinander sticheln, gerne sticheln, weiter sticheln
[2] mit Substantiv: gegen Mitbewerber sticheln, gegen Konkurrenten sticheln

Wortbildungen:
[*] Stichelei

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „sticheln
[2, 3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „sticheln
[2, 3] canoonet „sticheln
[2, 3] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonsticheln
[2, 3] wissen.de „sticheln
[2] The Free Dictionary „sticheln
[2, 3] Duden online „sticheln
[2] PONS – Deutsche Rechtschreibung „sticheln

Quellen:

  1. Sächsische Dorfzeitung: Anzeiger für Stadt und Land; Amtsblatt. Abgerufen am 20. April 2017.
  2. Fjodor M. Dostojewski: Die Brüder Karamasow. Vollständige Ausgabe, mit interaktivem Personenverzeichnis. In der Übersetzung von Hermann Röhl, 1924. 2. Auflage. Null Papier Verlag, 2014, ISBN 978-3-95418-120-9, Seite 1099 (Zitiert nach Google Books, Google Books)
  3. Neue Studie - Immer mehr Erwachsene Opfer von Cybermobbing. Private Fotos stehen plötzlich im Netz, Beleidigungen anonym per E-Mail oder aufs Smartphone …. In: Bild.de. 25. März 2014 (URL, abgerufen am 17. September 2016).
  4. Nina Werkhäuser: Bundeswehr - An der Belastungsgrenze. Kaputte Flugzeuge, marode Ausrüstung - die Bundeswehr ist in keinem guten Zustand. Das passt nicht zur Rolle, die sie in der deutschen Außenpolitik spielen soll - mit immer neuen Auslandseinsätzen. In: Deutsche Welle. 7. November 2014 (URL, abgerufen am 17. September 2016).
  5. Ludwig Ganghofer: Der Dorfapostel. In: Projekt Gutenberg-DE. 1. Kapitel (URL).
  6. Oxford Advanced Learner's Dictionary tease
  7. Merriam-Webster Online Dictionary „tease
  8. Oxford Advanced Learner's Dictionary taunt
  9. Merriam-Webster Online Dictionary „taunt