Kaiser

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Kaiser (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Kaiser die Kaiser
Genitiv des Kaisers der Kaiser
Dativ dem Kaiser den Kaisern
Akkusativ den Kaiser die Kaiser
[2] der Kaiser von Japan und Gemahlin Michiko

Worttrennung:

Kai·ser, Plural: Kai·ser

Aussprache:

IPA: [ˈkaɪ̯zɐ]
Hörbeispiele: —
Reime: -aɪ̯zɐ

Bedeutungen:

[1] Titel des höchsten weltlichen Herrschers in bestimmten Monarchien
[2] Inhaber des Titels

Abkürzungen:

[1, 2] Ks.

Herkunft:

mittelhochdeutsch: keiser, althochdeutsch: keisur, keisar; gotisch: kaisar; bereits vor Christi Geburt von lateinisch: Caesar entlehnt; der Titel geht auf dem Eigennamen des römischen Herrschers Julius Ceasar zurück [1] [2]

Gegenwörter:

[2] Bauer, Bettler

Weibliche Wortformen:

[1, 2] Kaiserin

Oberbegriffe:

[1] Titel

Unterbegriffe:

[2] Adoptivkaiser, Schattenkaiser, Soldatenkaiser

Beispiele:

[1] England hat keinen Kaiser, England hat Könige und Königinnen.
[2] Der österreichische Kaiser Franz Joseph war beim Volk sehr beliebt.
[2] „Daher ist das Verlangen des Paares, sich außerhalb von Wien zu verlustieren, weit weg von dem mürrischen alten Kaiser, nur allzu verständlich.“[3]
[2] „Der Kaiser kennt keine Parteien mehr, hier steht es schwarz auf weiß, das Land keine Rassen mehr, alle sprechen eine Sprache, alle verteidigen eine Mutter, Deutschland.“[4]
[1] „Am 23. Dezember 176 ließen sich der Kaiser und sein Sohn Commodus in Rom mit einem Triumphzug feiern.“[5]

Redewendungen:

[1] Heute haben wir Kaiserwetter.
[1] Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.
[1] Da wo selbst der Kaiser zu Fuß hingeht.
[1] Das ist ein Streit um des Kaisers Bart.
[1] Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] „Des Kaisers neue Kleider“;

Wortbildungen:

kaiserlich, kaisertreu
Kaiserplatz, Kaiserpinguin, Kaiserreich, Kaiserschmarren, Kaiserthron, Kaisertitel, Kaisertum, Kaiserwalzer, Kaiserwürde, Kaiserzeit


Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Kaiser
[1, 2] Duden online „Kaiser

Quellen:

  1. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Seite 378.
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 Seite 460.
  3. Yanko Tsvetkov: Atlas der Vorurteile. Knesebeck, München 2013, ISBN 978-3-86873-592-5, Seite 67.
  4. Ernst Toller: Eine Jugend in Deutschland. Reclam, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-018688-6, Seite 53. Erstauflage 1933.
  5. Michael Sontheimer: Vergifteter Triumph. In: Norbert F. Pötzl, Johannes Saltzwedel (Herausgeber): Die Germanen. Geschichte und Mythos. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2013, ISBN 978-3-421-04616-1, Seite 147-154, Zitat Seite 153.

Substantiv, m, f, Nachname[Bearbeiten]

Singular m Singular f Plural 1 Plural 2
Nominativ der Kaiser
(Kaiser)
die Kaiser
(Kaiser)
die Kaisers die Kaiser
Genitiv des Kaiser
des Kaisers
(Kaisers)
der Kaiser
(Kaiser)
der Kaisers der Kaiser
Dativ dem Kaiser
(Kaiser)
der Kaiser
(Kaiser)
den Kaisers den Kaiser
Akkusativ den Kaiser
(Kaiser)
die Kaiser
(Kaiser)
die Kaisers die Kaiser
siehe auch: Grammatik der deutschen Namen
[1] Verteilung des Nachnamens Kaiser in Deutschland

Anmerkung:

Der mündliche, umgangssprachliche Gebrauch des Artikels bei Nachnamen ist nicht einheitlich. Norddeutsch gebraucht man tendenziell keinen Artikel, mitteldeutsch ist der Gebrauch uneinheitlich, in süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Idiomen wird der Artikel tendenziell gebraucht.
Für den Fall des Artikelgebrauches gilt: der „Kaiser“ – für männliche Einzelpersonen, die „Kaiser“ im Singular – für weibliche Einzelpersonen; ein und/oder eine „Kaiser“ für einen und/oder eine Angehörige aus der Familie „Kaiser“ und/oder der Gruppe der Namenträger. Die im Plural gilt für die Familie und/oder alle Namenträger gleichen Namens. Der schriftliche, standardsprachliche Gebrauch bei Nachnamen ist prinzipiell ohne Artikel.

Worttrennung:

Kai·ser, Plural 1: Kai·sers

Aussprache:

IPA: [ˈkaɪ̯zɐ], Plural 1: [ˈkaɪ̯zɐz]
Hörbeispiele: —
Reime: -aɪ̯zɐ

Bedeutungen:

[1] deutschsprachiger Nachname, Familienname

Herkunft:

  1. Übername zu mittelhochdeutsch keiser → gmh bezüglich eines besonders stolzen, angeberischen Auftretens;
  2. Hausname "zum Kaiser";[1]
  3. gelegentlich vielleicht auch der Darsteller des Kaisers im Schauspiel.[Quellen fehlen]

Namensvarianten:

Kayser, Keiser, Keyser, Keysers

Bekannte Namensträger: (Links führen zur Wikipedia)

Roland Kaiser, deutscher Schlagersänger und weitere

Beispiele:

[1] Die neuen Nachbarn heißen Kaiser, wusstest du das schon?
[1] Frau Kaiser ist ein Genie im Verkauf.
[1] Herr Kaiser wollte uns kein Interview geben.
[1] Die Kaisers fliegen heute nach Bali.
[1] Der Kaiser trägt nie die Pullover, die die Kaiser ihm strickt.
[1] Das kann ich dir aber sagen: „Wenn die Frau Kaiser kommt, geht der Herr Kaiser.“
[1] Kaiser kommt und geht.
[1] Kaisers kamen, sahen und siegten.

Wortbildungen:

Kaisers, Rollkaiser

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Kaiser (Name)
[1] Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon. Familien- und Vornamen nach Ursprung und Sinn erklärt. Gondrom Verlag, Bindlach 1991, 1993, 2004, ISBN 3-8112-0294-4, Seite 268
[1] Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 2000, ISBN 3-423-03234-0, Seite 151
[1] Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden Familiennamen. Herkunft und Bedeutung. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2000, ISBN 3-411-70851-4, Seite 358
[1] Kaspar Linnartz: Unsere Familiennamen. Zehntausend Berufsnamen im Abc erklärt. 1. Auflage. Band 1, Ferdinand Dümmler Verlag, Bonn und Berlin 1936, Seite 67
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonKaiser
[1] „Kaiser“ bei Geogen Onlinedienst
[1] Verein für Computergenealogie: MetasucheKaiser
[1] „Kaiser“ bei Geogen Onlinedienst
[1] Kaiser bei forebears.io

Quellen:

  1. Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden, Lexikon der Familiennamen. Herkunft und Bedeutung von 20 000 Nachnamen. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2008, ISBN 978-3-411-73111-4, Seite 328.


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Anagramme: Karies