Jude

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Jude (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Jude die Juden
Genitiv des Juden der Juden
Dativ dem Juden den Juden
Akkusativ den Juden die Juden

Anmerkung:

Gelegentlich wird die Bezeichnung Jude, Jüdin wegen der Erinnerung an den nationalsozialistischen Sprachgebrauch als diskriminierend empfunden. In diesen Fällen werden dann meist Formulierungen wie jüdische Menschen, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger oder Menschen jüdischen Glaubens gewählt.[1]

Worttrennung:

Ju·de, Plural: Ju·den

Aussprache:

IPA: [ˈjuːdə], Plural: [ˈjuːdn̩]
Hörbeispiele: —, Plural:
Reime: -uːdə

Bedeutungen:

[1] ein Mensch (meist Mann), welcher der Religion des Judentums angehört
[2] ein Mensch (meist Mann), welcher der Ethnie der Juden angehört
[3] beim Anstreichen (Malerhandwerk bis etwa 1960) nicht von Farbe bedeckte kleine Fehlstelle

Herkunft:

[1] bezeugt in den mittelhochdeutschen Formen jude, jüde, die ihrerseits den althochdeutschen Formen judeo, judo entstammen; diese wurden aus dem Lateinischen Iudaeus → la entlehnt, welches wiederum aus dem Griechischen Ioudaĩos übernommen wurde; dieses geht auf das hebräische Wort יְהוּדִי‎ (CHA: yehūḏī)  ‚Einwohner des Landes Juda‘ zurück[1]

Weibliche Wortformen:

[1, 2] Jüdin

Oberbegriffe:

[1] Menschen / Männer nach Religion, Lebewesen

Beispiele:

[1] „Man sprach die Juden schuldig, ein Pogrom begann, und lange genug war die Kapelle ein Wallfahrtsort der Verfolger.“[2]
[1] „Eine Welt, in der ein junger Mann wie Somekh die Chance hätte, sich als Jude und Araber zu betrachten.[…]Die irakischen Juden, die in ihrem Heimatland eine Elite gewesen waren, sah man jetzt als "primitive" Menschen an; die Nachkommen der einst verachteten Ostjuden waren fest entschlossen, in dem neuen Staat jede Spur von Orient auszulöschen.“[3]
[2] Albert Einstein war Jude.
[2] „Die Behauptung, ein Jude könne kein Faschist sein, ist reiner Antisemitismus! Oder Philosemitismus. Philosemitismus und Antisemitismus sind ja nicht so weit voneinander entfernt. Man sieht nicht mehr das Individuum, man sieht nur noch: Er ist Jude und darum so und so. Das hat mich fasziniert, wie schwierig es noch immer ist – so viele Jahre nach dem Krieg – unbefangen über Juden zu reden.“[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Israel, Jehova, Tora
[1] Holocaust, Nationalsozialismus, Nazi

Wortbildungen:

[1] Judäa, judäisch, jüdisch, jüdeln, Judendeutsch, Judenfrage, Judenheit, botanisch Judenkirsche, Judenpogrom, Judenstern, Judentum, Judenverfolgung, Judenviertel, Jüdin

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 909
[1, 2] Wikipedia-Artikel „Juden
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm „Jude
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Jude
[1] canoo.net „Jude
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonJude

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 909
  2. Christian Graf von Krockow: Die Rheinreise. Landschaften und Geschichte zwischen Basel und Rotterdam. Engelhorn, Stuttgart 1998, ISBN 3-87203-255-0, Seite 50f.
  3. deutschsprachige Online-Ausgabe der Le Monde diplomatique, Das babylonische Paradies - Die irakischen Juden: ein unbekanntes Kapitel aus dem 20. Jahrhundert , 03.04.2009
  4. Britta Behrend (Interviewerin), Arnon Grünberg (Interviewter): GESPRÄCH: »Mit politischer Korrektheit spielen«. Der niederländische Schriftsteller Arnon Grünberg über schiefe Israel-Debatten, unsympathische Juden und seinen Roman »Der jüdische Messias«. In: Jüdische Allgemeine. Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und jüdisches Leben. Nummer 21/13, 23. Mai 2013, ISSN 1618-9698, Seite 17.

Ähnliche Wörter:

Jade, Juda, Judo, Judy, Jute