Schoah

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Wechseln zu: Navigation, Suche

Schoah (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ die Schoah
Genitiv der Schoah
Dativ der Schoah
Akkusativ die Schoah

Alternative Schreibweisen:

Shoah, Schoa, Shoa

Worttrennung:

Scho·ah , kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈʃoːa], [ˌʃoˈʔaː]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Schoah (Info), —
Reime: -oːa, -aː

Bedeutungen:

[1] historisch: Verfolgung, Gettoisierung und Vernichtung europäischer Juden durch das nationalsozialistische Deutschland

Herkunft:

Entlehnung aus hebräisch שׁוֹאָה‎ (CHA: šōʾāh)  ‚plötzlicher (unerwarteter) Untergang; Unheil, Verderben; Katastrophe; Vernichtung‘; das Wort wird im Hebräischen zumeist mit Artikel in der Form הַשׁוֹאָה‎ (CHA: ha-šōʾāh)  ‚das Unheil, die (große) Katastrophe‘ gebraucht, um die einzigartige Massenvernichtung der Juden unter der nationalsozialistischen Herrschaft zu bezeichnen.[1][2]

Synonyme:

[1] Holocaust, Judenmord, Judenvernichtung, Massenmord an den europäischen Juden; sinnbildlich: Auschwitz; nationalsozialistisch euphemistisch: Endlösung

Sinnverwandte Wörter:

[1] Judenverfolgung, Judenpogrom, Pogrom
[1] Poraimos/Porajmos

Oberbegriffe:

[1] Antisemitismus, Verbrechen gegen die Menschheit, Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Beispiele:

[1] „Herr Präsident, es ist die Verantwortung für die Schoah, die Deutschland ganz besonders gegenüber dem Staat Israel verpflichtet.“[3]
[1] „Auf den zweiten Weltkrieg folgte zunächst eine Zeit des Schweigens über die Schoah.[4]
[1] „Wenn der Unterricht kaum Reaktionen provoziert oder wenn die Schüler das Ausmaß und den einmaligen Charakter der Schoah nicht erfassen, haben die Lehrer das Gefühl, ihr Ziel nicht erreicht zu haben.“[5]
[1] „Vilnai habe zwar die in Israel für den Holocaust gebräuchliche Bezeichnung ‚Schoah‘ benutzt, damit aber nicht auf die Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg anspielen wollen, erklärten Sprecher des Verteidigungs- und Außenministeriums fast wortgleich.[…]Der Begriff ‚Schoah‘ wird selten in einem anderen Zusammenhang benutzt, hat aber wörtlich die Bedeutung ‚Katastrophe‘.“[6]
[1] „In der deutschen Sprache gibt es bis heute keinen Ausdruck für diese Zeit der ideologischen Verfolgung der Juden, für die Gräueltaten und die Qualen, die ihnen angetan wurden und für den Massenmord an ihnen, der während des nationalsozialistischen Regimes zwischen 1933 und 1945 begangen wurde. Die Gründe für diese ‚Sprachlosigkeit‘ mögen verschiedene sein. Anstelle eines deutschen Wortes wird entweder das englische Wort ‚Holocaust‘ oder das hebräische Wort ‚Schoah‘ gebraucht, wobei letzteres seltener benutzt wird.“[7]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] der Schoah gedenken

Wortbildungen:

[1] Schoah-Opfer

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1487
[1] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 1218
[1] Wikipedia-Artikel „Schoah
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Schoah
[1] Duden online „Schoah
[*] canoo.net „Schoah
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonSchoah
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Schoah

Quellen:

  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1487
  2. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 1218
  3. Joschka Fischers Rede. „Zivilisationsbruch ohne Beispiel“. In: Süddeutsche Zeitung, 24.01.2005. Online-Ausgabe abgerufen am 13. März 2009.
  4. Paul Virilio: Das absolute Böse. Fragen zur Schoah. In: Le Monde diplomatique, Nummer 6293, 10.11.2000. Seite 23. Deutschsprachige Online-Ausgabe abgerufen am 13. März 2009.
  5. Benoît Falaize: Schwierige Themen in französischen Schulen. Schoah und Algerienkrieg. (übersetzt von Claudia Steinitz) In: Le Monde diplomatique, Nummer 7358, 14.05.2004. Seite 23. Deutschsprachige Online-Ausgabe abgerufen am 13. März 2009.
  6. Wirbel in Israel. Minister rudert zurück: „Meinte nicht Holocaust“. In: Süddeutsche Zeitung, 29.02.2008. Online-Ausgabe abgerufen am 13. März 2009.
  7. Botschaft des Staates Israel, Ministry of Foreign Affairs: Studienplan Israel. Seite 5. Abgerufen am 02. Dezember 2010 (PDF).

Ähnliche Wörter:

Schah, Schia, schor, Schma, Schwa