Opfer

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Opfer (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ das Opfer die Opfer
Genitiv des Opfers der Opfer
Dativ dem Opfer den Opfern
Akkusativ das Opfer die Opfer

Worttrennung:

Op·fer, Plural: Op·fer

Aussprache:

IPA: [ˈɔpfɐ], Plural: [ˈɔpfɐ]
Hörbeispiele: —
Reime: -ɔpfɐ

Bedeutungen:

[1] meist rituelle Gabe an einen Gott
[2] etwas, das man abgibt oder spendet, so dass man selbst darauf verzichten muss
[3] jemand, der durch etwas Schaden erlitten hat
[4] Schach: die freiwillige Hergabe eines Bauern oder einer Figur in der Erwartung, dadurch einen andersartigen (eventuell größeren) Vorteil zu erreichen (Kompensation erlangen)
[5] Slang, beleidigend: angelehnt an [3], jemand der schwach, dumm oder unterlegen ist

Herkunft:

mittelhochdeutsch opfer, althochdeutsch opfar, belegt seit em 8. Jahrhundert, vom deutschen Verb opfern rückgebildet; dieses stammt vom kirchenlateinischen operārī (werktätig sein; einer religiösen Handlung als Opfer dienen)[1]

Synonyme:

[1] Opferung, Opfergabe
[2] Einsatz, Hingabe, Preisgabe, Spende, Verzicht
[3] Geschädigter, Geschädigte, Leidtragender, Leidtragende, Toter, Tote

Unterbegriffe:

[1] Bittopfer, Dankopfer, Gabenopfer, Gedenkopfer, Menschenopfer, Pilgeropfer, Prozessionsopfer, Speiseopfer, Tieropfer, Versöhnungsopfer, Votivopfer
[3] Betrugsopfer, Brandopfer, Entführungsopfer, Kriegsopfer, Justizopfer, Maueropfer, Mordopfer, Prügelopfer, Stalkingopfer, Todesopfer, Unfallopfer, Verbrechensopfer, Vergewaltigungsopfer
[4] Bauernopfer, Damenopfer, Gambit, Läuferopfer, Qualitätsopfer, Springeropfer, Turmopfer

Beispiele:

[1] Die Opfer, die in der Antike den Göttern dargebracht wurden, bestanden häufig aus Lebensmitteln oder Getränken.
[2] Auf die Rechte an seinen frühen Werken zu verzichten, war für den Künstler ein geringes Opfer.
[3] Er sucht sich seine Opfer gezielt aus.
[3] „Meine Großeltern und meine Urgroßmutter hatten schon 1930 ihre Heimat verlassen müssen, als immer mehr Muslime Opfer der Gewalt serbischer Nationalisten wurden.“[2]
[3] „Die sichtbare Verwüstung schließe die Opfer der radioaktiven Verstrahlung nicht ein.“[3]
[3] „Während eine Reihe Frauen und Mädchen Opfer von Massenvergewaltigungen werden, hat Agathe zuerst noch Glück.“[4]
[4] Nach der Inkaufnahme des Opfers konnte Weiß nur noch wenige Züge machen, dann war er matt.
[5] Ey, du Opfer!

Redewendungen:

[3] einer Sache zum Opfer fallen
[3] jemandem zum Opfer fallen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1, 2] Opfer bringen/darbringen

Wortbildungen:

[1] Opfergabe
Opferanode, opferbereit, Opferbereitschaft, Opferdienst, Opferfreudigkeit, Opfergeld, Opferhandlung, Opferinitiative, opfern, Opferstätte, Opferstock, Opfertisch, Opferung, Opferwille, opferwillig

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1–5] Wikipedia-Artikel „Opfer
[1–3] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Opfer
[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Opfer
[1–3] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonOpfer
[1–3] The Free Dictionary „Opfer
[2, 3] canoo.net „Opfer
[1–3] Duden online „Opfer

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer [Leitung]: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1993, ISBN 3-423-03358-4, Stichwort „opfern“.
  2. Mehmet Gürcan Daimagüler: Kein schönes Land in dieser Zeit. Das Märchen von der gescheiterten Integration. Goldmann, München 2013, ISBN 978-3-442-15737-2, Seite 63.
  3. E. W. Heine: Kaiser Wilhelms Wal. Geschichten aus der Weltgeschichte. C. Bertelsmann Verlag, München 2013, ISBN 978-3-570-10148-3, Seite 110.
  4. Sonya Winterberg: Wir sind die Wolfskinder. Verlassen in Ostpreußen. Piper, München/Zürich 2014, ISBN 978-3-492-30264-7, Seite 173.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Oper