Gefängnis

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Gefängnis (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, n[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ das Gefängnis die Gefängnisse
Genitiv des Gefängnisses der Gefängnisse
Dativ dem Gefängnis
dem Gefängnisse
den Gefängnissen
Akkusativ das Gefängnis die Gefängnisse
[1] Ein ehemaliges US-amerikanisches (Bundes-)Gefängnis auf der Insel Alcatraz in Kalifornien, USA.

Worttrennung:

Ge·fäng·nis, Plural: Ge·fäng·nis·se

Aussprache:

IPA: [ɡəˈfɛŋnɪs], Plural: [ɡəˈfɛŋnɪsə]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Gefängnis (Info), Plural: Lautsprecherbild Gefängnisse (Info)
Reime: -ɛŋnɪs

Bedeutungen:

[1] Gebäude oder Anlage, in dem Personen, die vom Gericht zu einer unbedingten Haftstrafe verurteilt wurden, unter Verschluss gehalten werden
[2] kein Plural:: zeitliche Strafe, die in [1] verbracht werden muss

Herkunft:

mittelhochdeutsch (ge)vancnisse, (ge)vencnisse; Ableitung von (ge)fangen, belegt seit dem 13. Jahrhundert; bis zum 15. Jahrhundert in der Bedeutung „Gefangenschaft, Gefangennahme[1]

Sinnverwandte Wörter:

[1] Gefangenenhaus, Haftanstalt, Justizvollzugsanstalt (abgekürzt: JVA), Strafanstalt, Arrest, Zuchthaus, Kerker
[1] umgangssprachlich: Bau, Bunker, Cafe Viereck, Österreich salopp: Häfen, Deutschland, Schweiz: Kiste, Kittchen, Knast, Kotter, Schembeis, schwedische Gardinen
[2] Haft, Haftstrafe

Oberbegriffe:

[1] Anstalt
[2] Strafe, Haft

Unterbegriffe:

[1] CIA-Gefängnis, Foltergefängnis, Frauengefängnis, Jugendgefängnis, Militärgefängnis, Untersuchungsgefängnis

Beispiele:

[1] „Hier in der engen krummen Straße, die so bergan steigt, liegt ein Haus, in dessen Keller war einst das Gefängnis, in das die Bischöfe ihre besten Feinde stecken ließen“[2]
[1] „Doch am sehnsüchtigsten wurde das Eintreffen der Gesetzesbrecher erwartet, die - in Eisen gelegt - aus dem Gefängnis heranschlurften und ihre Geschichten erzählten.“[3]
[1] „Man kann im Gefängnis streng sein, man kann dies verbieten und jenes, aber Wanzen liegen außerhalb jedes Bestrafungsplanes.“[4]
[1] „Im Dezember 1788 lebten einhunderteinundfünfzig weibliche Sträflinge in den drei Frauenzellen des Gefängnisses Newgate, das eigentlich nur für höchstens siebzig Insassen gebaut war.“[5]
[2] Wer eine schwere Körperverletzung begeht, wird mit Gefängnis nicht unter 2 Jahren bestraft.
[2] „Später hören wir, dass er zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden ist und die Strafe wortlos angenommen hat.“[6]

Redewendungen:

[1] mit einem Bein im Gefängnis stehen

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] im Gefängnis sitzen/einsitzen, jemanden ins Gefängnis stecken
[2] Lautsprecherbild -> (Info) zu Gefängnis verurteilt

Wortbildungen:

[1] Gefängnisarzt, Gefängnisaufseher, Gefängnisbeamter, Gefängnisdirektor, Gefängnisgeistliche, Gefängnishaft, Gefängnisinsasse, Gefängniskrankenhaus, Gefängnismauer, Gefängnispfarrer, Gefängnisrevolte, Gefängnisschiff, Gefängnisstrafe, Gefängniswärter, Gefängniszelle, Landesgefängnis, Staatsgefängnis

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Gefängnis
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Gefängnis
[1] canoo.net „Gefängnis
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonGefängnis

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Gefängnis“, Seite 337.
  2. :Kurt Tucholsky: Unter anderem in den Pyrenäen, Saint-Jean-Pied-de-Port: Die Basken - Quelle: Projekt Gutenberg
  3. Siân Rees: Das Freudenschiff. Die wahre Geschichte von einem Schiff und seiner weiblichen Fracht im 18. Jahrhundert. Piper, München/Zürich 2003, ISBN 3-492-23999-4, Seite 45.
  4. Hans Fallada: Drei Jahre kein Mensch. In: Günter Caspar (Herausgeber): Hans Fallada, Sachlicher Bericht über das Glück, ein Morphinist zu sein. Aufbau, Berlin 2011, ISBN 978-3-7466-2790-8, Seite 26-55, Zitat Seite 32. Entstanden um 1929.
  5. Siân Rees: Das Freudenschiff. Die wahre Geschichte von einem Schiff und seiner weiblichen Fracht im 18. Jahrhundert. Piper, München/Zürich 2003, ISBN 3-492-23999-4, Seite 59.
  6. Erich Maria Remarque: Der Weg zurück. Axel Springer, Berlin 2013, ISBN 978-3-942656-78-8, Seite 274. Erstveröffentlichung 1931.

Ähnliche Wörter:

Gedächtnis