Wiek

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Wiek (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, f, n[Bearbeiten]

Singular

Plural

Nominativ die Wiek

die Wieken

Genitiv der Wiek

der Wieken

Dativ der Wiek

den Wieken

Akkusativ die Wiek

die Wieken

Singular

Plural

Nominativ das Wiek

die Wieke

Genitiv des Wiekes
des Wieks

der Wieke

Dativ dem Wiek

den Wieken

Akkusativ das Wiek

die Wieke

[1] die zwei größten Wieken Rügens: Prorer und Tromper Wiek

Anmerkung:

Das Wort ist häufig Teil von Eigennamen (Gewässernamen, Hydronymen).

Anmerkung zum Genus:

Den Wörterbüchern zufolge ist das Wort ausschließlich ein Femininum. Der Gebrauch als Neutrum ist jedoch ebenso üblich (siehe Beispiele).

Worttrennung:
Wiek, Plural: Wie·ken
Wiek, Plural: Wie·ke

Aussprache:
IPA: [viːk]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:
[1] norddeutsch; historisch (West- und Ostpreußen): (kleinere, flachere) Bucht (innerhalb eines Boddens, einer Lagune an der Ostseeküste)

Herkunft:
Bei dem Wort handelt es sich um eine seit dem 16. Jahrhundert[1] bezeugte Entlehnung des mittelniederdeutschen wik → gml,[2][3] welches zurückgeht auf altnordisches vík → nonBucht‘ (vergleiche isländisches vík → is und schwedisches vik → sv), das wohl mit dem gleichbedeutend altenglischen wīk → ang n (vergleiche den englischen Ortsnamen-Bestandteil -wick → en) urverwandt ist.[1] Die weitere Herkunft ist umstritten – die Anknüpfung an weichen als ‚das zurückweichende (Ufer)‘ ist unverbindlich.[1]

Sinnverwandte Wörter:
[1] Bodden
[1] Geografie: Creek

Gegenwörter:
[1] Fjord, Förde, Golf, Meerbusen, Meeresarm
[1] Geografie: Ria

Oberbegriffe:
[1] Bai, Bucht, Meeresbucht

Unterbegriffe:
[1] Dänische Wiek, Eggers Wiek, Hagensche Wiek, Krumminer Wiek, Mellnitz-Üselitzer Wiek, Pötenitzer Wiek, Prohner Wiek, Prorer Wiek, Putziger Wiek, Schoritzer Wiek, Spandowerhagener Wiek, Tromper Wiek, Udarser Wiek, Wohlenberger Wiek

Beispiele:
[1] „Keysers Geschichte der Stadt Danzig: ‚während des Deutsch-Französischen Krieges anno siebenzig-einundsiebenzig liefen am Nachmittag des einundzwanzigsten August achtzehnhundertsiebenzig vier französische Kriegsschiffe in die Danziger Bucht ein, kreuzten auf der Reede, richteten schon ihre Geschützrohre gegen Hafen und Stadt, da gelang es während der folgenden Nacht der Schraubenkorvette »Nymphe« unter der Führung des Korvettenkapitäns Weickhmann, den im Putziger Wiek ankernden Flottenverband zum Rückzug zu zwingen‘.“[4]
[1] „Am Abend fuhr Cresspahl mit einem gemieteten Auto zurück nach Mecklenburg, über den Priwall, entlang der Pötenitzer Wiek, entlang der Küste nach Jerichow.“[5]
[1] „Unten liegt die Steilküste des Krumminer Wieks, die von den Schwalbennestern an manchen Stellen regelrecht durchlöchert ist.“[6]
[1] „Vom Saßnitzer Hafen starten regelmäßig Schiffsausflüge entlang der durch Bodden und Wieken zerklüfteten Küste.“[7]
[1] „Dabei besitzt Rügen, die größte deutsche Insel, mit ihrer Fläche von 926 Quadratkilometern eine Küstengesamtlänge von immerhin 574 Kilometern, die von zahlreichen Meeresbuchten, Bodden oder Wieken sowie vorspringenden Halbinseln und Landzungen stark zergliedert wird.“[8]
[1] „Das nahe Wohlenberger Wiek in der Wismar-Bucht ist ein Surfer-Dorado.“[9]
[1] „Natur und Landschaft der Ostsee stehen unter dem besonderen Schutz des Landes. Hierzu gehören insbesondere die marinen Lebensräume, Tiere und Pflanzen im gesamten Bereich der Küstengewässer einschließlich der Sund- und Boddengewässer sowie der Haffe und Wieke.[10]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Wiek
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wiek
[1] Duden online „Wiek
[1] wissen.de – Wörterbuch „Wiek
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Wiek
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonWiek
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Wiek
[1] Hermann Frischbier: Preussisches Wörterbuch. Ost- und westpreussische Provinzialismen in alphabetischer Folge. Zweiter Band: L — Z. Nachträge und Berichtigungen, Verlag von Th. Chr. Fr. Enslin, Berlin 1883, Stichwort »Wîk«, Seite 469.
[1] Meyers Großes Konversationslexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905–1909, Stichwort „Wiek“ (Wörterbuchnetz), „Wiek“ (Zeno.org)
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »¹Wiek«.
[1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 978-3-11-016574-6, DNB 972128115, Stichwort »Wiek«, Seite 877.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Die deutsche Rechtschreibung. In: Der Duden in zwölf Bänden. 25. Auflage. Band 1, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04015-5 (CD-ROM-Ausgabe), Stichwort »Wiek«.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Wiek«, Seite 2024.
[1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »Wiek«, Seite 826.

Quellen:

  1. 1,0 1,1 1,2 Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort »Wiek«, Seite 988.
  2. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »Wiek«, Seite 2024.
  3. Duden online „Wiek
  4. Günter Grass: Die Blechtrommel. Roman. 323.–372. Tausend, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1964, Seite 192 (Erstausgabe 1962).
  5. Uwe Johnson: Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl. [Band 1], Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1970, Seite 18.
  6. Weit weg von künstlichen Urlaubswelten. In: Süddeutsche Zeitung. Nummer 52, 4. März 1997, ISSN 0174-4917.
  7. Stralsund: Ein Schmuckstück mit viel Charme. In: Berliner Kurier. Nummer 77, 18. März 2000, ISSN 1437-3475, Seite 63.
  8. Katharina Matzig: Sand in Sicht. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Juli 2008, ISSN 0174-4917, Seite 41.
  9. Ein Stück unverdorbene Küste. In: Hannoversche Allgemeine. 2. August 2008, Seite 2.
  10. Udo Timm: BESCHLUSSEMPFEHLUNG UND BERICHT des Agrarausschusses (6. Ausschuss) zu dem Gesetzentwurf der Fraktionen der SPD und CDU - Drucksache 5/3026 -. Entwurf eines Gesetzes zur Bereinigung des Landesnaturschutzrechts. (Drucksache 5/3260). In: Landtag Mecklenburg-Vorpommern. 5. Wahlperiode. 15. Februar 2010, Seite 42 (URL: PDF 245 KB, abgerufen am 17. November 2018).
  11. Jürgen Utrata: Utrata Fachwörterbuch: Geographie. Englisch-Deutsch Deutsch-Englisch. 1. Auflage. Utrata Fachbuchverlag, Gelsenkirchen 2014, ISBN 978-3-944318-31-8, Seite 265 (Zitiert nach Google Books).

Substantiv, m, n[Bearbeiten]

Singular 1 Singular 2

Plural

Nominativ der Wiek das Wiek

die Wieke

Genitiv des Wiekes
des Wieks
des Wiekes
des Wieks

der Wieke

Dativ dem Wiek dem Wiek

den Wieken

Akkusativ den Wiek das Wiek

die Wieke

Alternative Schreibweisen:
Wik

Worttrennung:
Wiek, Plural: Wie·ke

Aussprache:
IPA: [viːk]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:
[1] im frühen Mittelalter (zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert) befestigter Ort (am Wasser) für Kaufleute mit nur teils fester Anwohnerschaft, an dem Handel/Fernhandel betrieben und Güter umgeschlagen wurden

Herkunft:
Das Wort ist lateinischem vīcus → laDorf; Gehöftentlehnt.[1][2]

Sinnverwandte Wörter:
[1] Handelsplatz, Umschlageplatz

Oberbegriffe:
[1] Ort, Platz

Beispiele:
[1] „Zum anderen dürfte ein Wiek an der Stelle gelegen haben, wo die westöstlich verlaufende Heerstraße den südnördlich fließenden handelswichtigen Okerfluß überschritt. Unter einem ‚Wiek‘ haben wir einen Warenumschlagplatz zu verstehen, an dem zwar nicht ständig – wie an dem jüngeren ‚Markt‘ –, wohl aber an regelmäßig wiederkehrenden Terminen, besonders an den Jahrmarktstagen, Kauf und Verkauf stattfanden.“[3]
[1] „Der ‚Handelsplatz am Wasser‘ heißt Wiek.[4]
[1] „Um das Jahr 861 war das. Das dortige Wiek gab der Stadt den Namen: Brunos Wieck – Brunswieck.“[5]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] canoonet „Wiek
[1] Duden online „Wiek
[1] wissen.de – Lexikon „Wik
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonWiek
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »²Wiek, Wik«.

Quellen:

  1. Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 10 Bände auf CD-ROM ; mehr als 200 000 Stichwörter mit rund 90 000 Belegen aus mehreren Hundert Quellen ; vielfältige Recherchemöglichkeiten ; für MS Windows und Apple Macintosh. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2000, ISBN 978-3-411-71001-0, Stichwort »²Wiek«.
  2. Duden online „Wiek
  3. Werner Spieß: Geschichte der Stadt Braunschweig im Nachmittelalter. Vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende der Stadtfreiheit. 1491-1671. Erster Halbband, Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1966, Seite 13 (Zitiert nach Google Books).
  4. Wo der Löwe seine Krallen am Dom wetzt. In: Braunschweiger Zeitung. 12. Februar 2007.
  5. Norbert Jonscher: [Titel nicht einsehbar]. In: Braunschweiger Zeitung. 13. April 2007.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
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