Binder

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Binder (Deutsch)[Bearbeiten]

Substantiv, m[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ der Binder die Binder
Genitiv des Binders der Binder
Dativ dem Binder den Bindern
Akkusativ den Binder die Binder
[1] Ein Binder
[2] Getreideernte mit dem Binder
[6] Der Binder in seiner Werkstatt

Worttrennung:

Bin·der, Plural: Bin·der

Aussprache:

IPA: [ˈbɪndɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Binder (Info)
Reime: -ɪndɐ

Bedeutungen:

[1] veraltet: um den Hals gebundenes Kleidungsstück
[2] Landwirtschaft, veraltet: kurz für Mähbinder, eine landwirtschaftliche Maschine zur Ernte von Getreide
[3] Bauwesen: horizontales, tragendes Konstruktionselement
[4] Bauwesen: Mauerstein, der quer eingemauert ist, so dass die Schmalseite sichtbar ist
[5] Bauwesen: Bindemittel
[6] süddeutsch, österreichisch: Böttcher
[7] Person, die etwas bindet

Herkunft:

[6] von althochdeutsch bintāri, mittelhochdeutsch binder „Böttcher“[1]

Synonyme:

[1] Halsbinder
[2] Mähbinder, Bindemäher
[4] Binderstein
[5] Bindemittel
[6] Böttcher, Küfer

Gegenwörter:

[4] Läufer

Weibliche Wortformen:

[6, 7] Binderin

Oberbegriffe:

[1] Oberbekleidung, Kleidungsstück
[2] Landmaschine, Maschine
[3] Tragwerk
[4] Mauerstein
[5] Baustoff
[6] Handwerker

Unterbegriffe:

[1] Fliege, Krawatte, Langbinder, Mascherl, Querbinder, Schleife, Schlips, Selbstbinder
[3] Betonbinder, Dachbinder, Fachwerkbinder, Holzbinder, Kehlbalkenbinder, Leimbinder, Nagelbinder, Nagelplattenbinder, Parallelbinder, Sparrenbinder, Stahlbinder, Trapezbinder
[5] Anhydritbinder, Asphaltbinder, Emulsionsbinder, Harzbinder, HT-Binder, Magnesiabinder, Mischbinder, PM-Binder, Putz- und Mauerbinder, Schnellbinder, Tragschichtbinder
[6] Fassbinder, Rotbinder, Schwarzbinder, Weißbinder
[7] Ballenbinder, Besenbinder, Blumenbinder, Buchbinder, Bürstenbinder, Garbenbinder, Getreidebinder, Kranzbinder, Strohbinder

Beispiele:

[1] „Legen Sie den Binder um den Hals und justieren Sie die Länge.“[2]
[2] „Der Binder mäht, bindet, und befördert das Getreide gleichzeitig zur Seite.“[3]
[3] „Die Bohlen geben dem Dach nur die Form; der tragende Teil sind in erster Linie die Sparren und dann die Binder.“[4]
[4] „Die Quader jeder Mauer haben die gleiche rechteckige Gestalt, so daß die durch die Mauer reichenden Binder von den in der Mitte der Mauer gestoßenen Läufern sich äußerlich nicht unterscheiden.“[5]
[5] „Infolge ihres hohen Gehaltes an fetten Ölen darf der Binder nur mit Terpentinölersatz verdünnt werden.“[6]
[6] „Das Faß selbst machte der Binder.“[7]
[7] „Die Disteln bereiteten dem Mäher wenig, dem Binder jedoch viel Probleme.“[8]

Wortbildungen:

[3] Binderbalken, Binderdach
[4] Binderschicht, Binderverband
[7] Binderei

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Binder
[2] Wikipedia-Artikel „Mähbinder
[3] Wikipedia-Artikel „Binder (Tragwerk)
[4] Wikipedia-Artikel „Mauerwerksverband
[5] Wikipedia-Artikel „Bindemittel
[6] Wikipedia-Artikel „Küfer
[1–6] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Binder
[1, 5] canoo.net „Binder
[1–6] The Free Dictionary „Binder
[1–7] Duden online „Binder

Quellen:

  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-423-03358-4
  2. Ronald Schweppe, Aljoscha Long: Einfach gut. 99 Dinge, die nichts kosten und uns bereichern. Riemann EBOOKS (Google Books)
  3. Hans Roemer: Zur Standortsfrage der wichtigsten Landmaschinen. Landwirtschaftliche Hochschule Bonn-Poppelsdorf, Bonn 1933, Seite 31
  4. Karl Esselborn (Herausgeber): Lehrbuch des Hochbaues. 1, Wilhelm Engelmann, Leipzig 1908, Seite 238 (Google Books)
  5. Julius Kohte: Die Baukunst des Klassischen Altertums. und ihre Entwicklung in der mittleren und neueren Zeit. Springer Fachmedien, Wiesbaden 1915, ISBN 978-3-322-9827-9, Seite 163
  6. Bernhard Schultz: Farbwarenkunde. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1953, ISBN 978-3-322-97907-0, Seite 101
  7. Erwin Eminger: Der Protteser Weinbau in Geschichte und Gegenwart. Marktgemeinde Prottes, Prottes 1992, Seite 67
  8. Heinz Wietrichowski: Vom Alleinsein in der Welt. 1 Auflage. Pro BUSINESS, Berlin 2013, ISBN 978-3-86386-599-3, Seite 47

Substantiv, m, f, Nachname[Bearbeiten]

Singular m Singular f Plural 1 Plural 2
Nominativ der Binder
(Binder)
die Binder
(Binder)
die Binders die Binder
Genitiv des Binder
des Binders
(Binders)
der Binder
(Binder)
der Binders der Binder
Dativ dem Binder
(Binder)
der Binder
(Binder)
den Binders den Binder
Akkusativ den Binder
(Binder)
die Binder
(Binder)
die Binders die Binder
siehe auch: Grammatik der deutschen Namen
[1] geografische Verteilung des Nachnamens Binder in Deutschland
[1] geografische Verteilung des Nachnamens Binder in Österreich

Anmerkung:

Der mündliche, umgangssprachliche Gebrauch des Artikels bei Nachnamen ist nicht einheitlich. Norddeutsch gebraucht man tendenziell keinen Artikel, mitteldeutsch ist der Gebrauch uneinheitlich, in süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Idiomen wird der Artikel tendenziell gebraucht.
Für den Fall des Artikelgebrauches gilt: der „Binder“ – für männliche Einzelpersonen, die „Binder“ im Singular – für weibliche Einzelpersonen; ein und/oder eine „Binder“ für einen und/oder eine Angehörige aus der Familie „Binder“ und/oder der Gruppe der Namenträger. Die im Plural gilt für die Familie und/oder alle Namenträger gleichen Namens. Der schriftliche, standardsprachliche Gebrauch bei Nachnamen ist prinzipiell ohne Artikel.

Worttrennung:

Bin·der, Plural: Bin·ders

Aussprache:

IPA: [ˈbɪndɐ], Plural: [ˈbɪndɐs]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Binder (Info)
Reime: -ɪndɐ

Bedeutungen:

[1] deutscher Familienname

Herkunft:

  1. Berufsname vom Beruf des Binders, Küfers, Böttchers[1]
  2. Herkunftsname von Orten wie Binder in Niedersachsen oder Binde in Sachsen-Anhalt[1]

Namensvarianten:

[1] Bender, Binter, Pinder

Bekannte Namensträger: (Links führen zur Wikipedia)

Franz Binder (1911–1956), österreichischer Fußballspieler
Paul Binder (1902–1981), deutscher Politiker
Stefan Binder (1907–1997), rumäniendeutscher Germanist

Wortbildungen:

Bittenbinder, Bodenbinder, Buchbinder, Fassbinder, Faßbinder, Feldbinder, Kandlbinder, Seelbinder, Steinbinder

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Binder
[1] Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon. Familien- und Vornamen nach Ursprung und Sinn erklärt. Gondrom Verlag, Bindlach 1991, 1993, 2004, ISBN 3-8112-0294-4, Seite 66
[1] Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 2000, ISBN 3-423-03234-0, Seite 122 f. u. a.
[1] Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden Familiennamen. Herkunft und Bedeutung. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2000, ISBN 3-411-70851-4, Seite 130
[1] Max Gottschald: Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde. 6. Auflage. De Gruyter, Berlin 2006, ISBN 3-11-018032-4, Seite 115
[1] Albert Heintze; Paul Cascorbi (Herausgeber): Die Deutschen Familiennamen. geschichtlich, geographisch, sprachlich. 4. Auflage. Buchhandlung des Waisenhauses, Halle a. d. S. 1914, Seite 119
[1] Hubert Klausmann: Atlas der Familiennamen von Bayern. Jan Thorbecke Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0225-2, Seite 27 u. a.
[1] Kaspar Linnartz: Unsere Familiennamen. Zehntausend Berufsnamen im Abc erklärt. 1. Auflage. Band 1, Ferdinand Dümmler Verlag, Bonn und Berlin 1936, Seite 26
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonBinder
[1] Verein für Computergenealogie: MetasucheBinder

Quellen:

  1. 1,0 1,1 Max Gottschald: Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde. 6. Auflage. De Gruyter, Berlin 2006, ISBN 3-11-018032-4


Substantiv, n, Toponym[Bearbeiten]

Singular Plural
Nominativ (das) Binder
Genitiv (des Binder)
(des Binders)

Binders
Dativ (dem) Binder
Akkusativ (das) Binder

Anmerkung zum Artikelgebrauch:

Der Artikel wird gebraucht, wenn „Binder“ in einer bestimmten Qualität, zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Zeitabschnitt als Subjekt oder Objekt im Satz steht. Ansonsten, also normalerweise, wird kein Artikel verwendet.

Worttrennung:

Bin·der, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈbɪndɐ]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild Binder (Info)

Bedeutungen:

[1] Dorf im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen

Beispiele:

[1] „Im 12. Jahrhundert war Binder ein Lehen vom Stift Gandersheim.“[1]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia-Artikel „Binder (Baddeckenstedt)

Quellen:

  1. Wikipedia-Artikel „Binder“ (Stabilversion)

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: Finder, Kinder