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überquellen

Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch

überquellen (Deutsch)

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Person Wortform
Präsens ichquelle über
duquillst über
er, sie, esquillt über
Präteritum ichquoll über
Konjunktiv II ichquölle über
Imperativ Singularquill über!
Pluralquellt über!
PerfektPartizip IIHilfsverb
übergequollen sein
Alle weiteren Formen: Flexion:überquellen

Worttrennung:

über·quel·len, Präteritum: quoll über, Partizip II: über·ge·quol·len

Aussprache:

IPA: [ˈyːbɐˌkvɛlən]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild überquellen (Info)

Bedeutungen:

[1] sich über den Rand eines Gefäßes, Behältnisses quellend ausbreiten
[2] so sehr gefüllt sein, dass der Inhalt herausquillt beziehungsweise herausragt; überfüllt, übervoll sein
[3] übertragen, zumeist im Partizip Präsens: über das normale (und/oder erträgliche) Maß hinausgehen

Herkunft:

gebildet aus der Partikel über als Verbzusatz und dem Verb quellen

Sinnverwandte Wörter:

[1] sich ergießen, hinausschwappen, schwappen, überfluten, überkochen, überlaufen, überschäumen, überschwemmen, übersprudeln, überströmen, überwallen
[1] gehoben: überfließen, übergehen
[1] umgangssprachlich: überschwappen
[1] süddeutsch: schwadern, schwatteln
[1] landschaftlich: schwippen
[3] überborden

Beispiele:

[1] „Dieser, ein verbeulter Marmeladeneimer, stand in der Zellenecke, und da er seit Tagen nicht geleert worden war, quoll sein Inhalt über und verpestete die Luft.“[1]
[1] „Auch Backmischungen sind nicht immer narrensicher. […] Nehmen Sie nicht mehr als angegeben. Sonst quillt der Teig womöglich über.[2]
[1] „Ein bisschen etwas vom Matschen mit Erde hat es, als die beiden den flüssigen Beton in die Formen fließen lassen. Etwas graue Masse quillt über.[3]
[1] bildlich: „Der hatte seine Lippen zusammengepresst, seine Augen quollen über vor Tränen.“[4]
[2] „Die blaue Aula der Schadowschule quoll über.[5]
[2] „Der Papierkorb quoll über.[6]
[2] „Während in den Läden das Angebot mager bleibt, quellen die Kühlhäuser über.[7]
[2] „Zunächst blieben die Käufer aus, die Lager quollen über, und in den westlichen Industriestaaten mehrten sich die Proteste gegen Billig-Importe aus dem Osten.“[8]
[2] „Die Museen quellen über von Kunstschätzen, die in ihrer Masse kaum zu erfassen sind.“[9]
[2] „Folgerichtig erwartete er, eine Junggesellenbude zu betreten, in der sich Pizzakartons und CD-Hüllen stapelten und der Müll überquoll.[10]
[2] „Sie warf einen Blick auf den Aschenbecher, der vor Zigaretten überquoll, nahm dann ein Taschentuch, tauchte es in die Wasserkaraffe und betupfte ihm die Stirn.“[11]
[3] „Es waren große, dichtbewachsene Beete, überquellend von Duft, und unsere Hände rochen tagelang nach Veilchen.“[12]
[3] „Da beginnt ein Chor mit klaren Stimmen schwermütig und überquellend zu singen.“[13]
[3] „Stenzel quillt vor Tatendrang über, weil er seinen sukzessiven Abstieg nie verarbeitet hat.“[14]
[3] „Man lacht und quillt über vor Mitleid - nicht die schlechteste Wirkung, die ein Buch haben kann!“[15]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] der Brei, Pudding, Teig quillt über
[2] ein Kleiderschrank, Papierkorb quillt über
[2] übertragen: die Altstadt quillt von Menschen über, die Tribüne quillt von Zuschauern über
[3] vor Freude überquellen; überquellende Fantasie/Phantasie, überquellendes Mitleid; mit überquellender Pracht

Übersetzungen

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[1–3] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „überquellen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „überquellen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Kleines Wörterbuch der Verlaufsformen im Deutschen „überquellen
[1–3] The Free Dictionary „überquellen
[1, 2] Duden online „überquellen
[1–3] PONS – Deutsche Rechtschreibung „überquellen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portalüberquellen

Quellen:

  1. Bruno Apitz: Nackt unter Wölfen. Roman. Ungekürzte Ausgabe, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1961 (rororo Taschenbuch 416/417), Seite 281 (Erstausgabe 1958).
  2. Sechs Tipps: So backen Sie Teig richtig! In: Berliner Kurier. Nummer 112, 25. April 2005, ISSN 1437-3475, Seite 19.
  3. Sandkastenspiele mit Beton. Kinder experimentieren beim „Festival des Raums“ unter Anleitung angehender Maurer mit dem Werk- und Baustoff. In: Badische Zeitung. 8. Juni 2005, Seite 4.
  4. Rosa Yassin Hassan: Wächter der Lüfte. 1. Auflage. Alawi Verlag, Köln 2013 (Originaltitel: حراس الهواء, übersetzt von Stephan Milich und Christine Battermann aus dem Arabischen), ISBN 978-3-941822-10-8, Seite 120.
  5. Als Herr Remer frech geworden. In: DER SPIEGEL. Nummer 40, 29. September 1949, ISSN 0038-7452, Seite 36.
  6. Peter Sebastian: Kaserne Krankenhaus. Roman. Ungekürzte Ausgabe, Lichtenberg Verlag, München 1963 (Lichtenberg Taschenbücher ; 16), Seite 60 (Erstveröffentlichung bei Kindler, München 1956).
  7. Christian Hoebbel: Schlachtreif. In: Wochenpost. Nummer 31, 3. August 1990, ISSN 0509-0652, Seite 4.
  8. Christian Ramthun: Kein Bedarf für rote Nelken. In: Rheinischer Merkur. Nummer 39, 28. September 1990, Seite 16.
  9. Der Umgang in der Kuppel des Petersdoms in Rom eröffnet für Fotografen ganz ungeahnte Perspektiven. In: Lausitzer Rundschau. 16. November 2002.
  10. Thomas Glavinic: Die Arbeit der Nacht. Roman. 1. Auflage. Carl Hanser Verlag, München/Wien 2006, ISBN 978-3-446-20762-2, Seite 70.
  11. Katharina Adler: Ida. Roman. 1. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-00093-6, Seite 412.
  12. Luise Rinser: Jan Lobel aus Warschau. Erzählung. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1962, Seite 24–25 (Zitiert nach Google Books).
  13. Uwe Berger: Nur ein Augenblick. 99 Reiseskizzen. 1. Auflage. Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1981, Seite 109.
  14. „Es brutzelt vor Spannung“. In: DER SPIEGEL. Nummer 40, 4. Oktober 1999, ISSN 0038-7452, Seite 237.
  15. E.P.: Scherz, Lügen und Video. In: Berliner Morgenpost. 22. März 2000, Seite 15.