bisweilen

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Nuvola apps korganizer.png Dieser Eintrag war in der 34. Woche
des Jahres 2008 das Wort der Woche.

bisweilen (Deutsch)[Bearbeiten]

Adverb[Bearbeiten]

Worttrennung:

bis·wei·len

Aussprache:

IPA: [bɪsˈvaɪ̯lən]
Hörbeispiele: Lautsprecherbild bisweilen (Info)
Reime: -aɪ̯lən

Bedeutungen:

[1] gehoben: unterschiedlich häufig, mehr oder minder oft
[2] Luxemburg: bis jetzt

Herkunft:

Im 16. Jahrhundert aufgekommenes Adverb, das die mittelhochdeutschen Ausdrücke bī wīlen, welcher noch bei Martin Luther als beiweilen vorkommt, und ze wīlen, woraus zuweilen entstand, ablöst. Unter Umständen handelt es sich um eine Kombination der beiden (bī ze wīlen). Mit einer Bedeutung von bis jedenfalls ist es nicht in Verbindung zu bringen.[1]

Synonyme:

[1] ab und an, ab und zu, dann und wann, das eine oder andere Mal, des Öfteren, gelegentlich, hier und da, hin und wieder, manchmal, mitunter, öfter, stellenweise, streckenweise, unterweilen, vereinzelt, von Zeit zu Zeit, zeitweise, zeitweilig, zuzeiten
[1] österreichisch: fallweise
[1] schweizerisch: etwa
[1] gehoben: zuweilen
[1] landschaftlich: öfters
[1] wissenschaftssprachlich: okkasionell
[1] veraltet: unterweil
[2] bisher
[2] landschaftlich: bislang
[2] schweizerisch: bis anhin
[2] kaufmannssprachlich veraltet: bis dato

Gegenwörter:

[1] gewöhnlich, immer wieder, ständig, stets
[1] keinesfalls, nie, niemals
[2] ab jetzt, ab nun, künftig, nunmehr, von nun an, zukünftig
[2] gegenwärtig, heute, heutzutage, jetzt, nun

Beispiele:

[1] Auch harmlose Krankheiten verlaufen bisweilen tödlich.
[1] „Sie ist begehrt als Aufpasserin für kleine Kinder, sie ist aber streng gegen kleine Kinder, bisweilen derb.“[2]
[1] „Bisweilen sind die, die die lautesten Töne anzuschlagen wissen, leicht ins Bockshorn zu jagen.“[3]
[2] „Ein Täter ist bisweilen noch nicht bekannt.“[4]
[2] „Auch diese Schwierigkeiten beschreibt die Gewerkschaft des Gemeindepersonals präzise: ‚Bisweilen entschied nämlich das EDV-Programm, ob der Abdruck gültig ist oder nicht, was zu erheblichen Zeitverzögerungen bei der Bedienung der Kunden in den Amtstuben führte.‘ Künftig soll anstelle eines Computerprogramms das Personal in den Rathäusern über die Qualität des Fingerabdrucks befinden dürfen.“[5]
[2] „Auch Nachhaltigkeitsminister Claude Wiseler ließ in der rezenten Vergangenheit durchblicken, der Staat werde auch nach der Kapitalaufstockung stärkster Aktionär bleiben. In welchem Verhältnis zu den katarischen Miteigentümern ist jedoch bisweilen nicht gewusst.“[6]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Referenzen und weiterführende Informationen:

[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „bisweilen
[*] canoo.net „bisweilen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „bisweilen
[1] The Free Dictionary „bisweilen
[1] Duden online „bisweilen
[1] wissen.de – Wörterbuch „bisweilen
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „bisweilen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikonbisweilen
[1] Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „bisweilen
[2] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 978-3-11-016574-6, DNB 972128115, Stichwort »bisweilen«, Seite 123.
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-05508-1, Stichwort »bisweilen«, Seite 325.
[2] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2016, ISBN 978-3-11-024543-1, DNB 108083964X, Stichwort »bisweilen«, Seite 120.

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 127
  2. Uwe Johnson: Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl. [Band 1], Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1970, Seite 23.
  3. Willy Brandt: Erinnerungen. Ullstein, Berlin 1997, ISBN 3-548-26518-9, Seite 35 (Erstausgabe im Verlag Propyläen, Frankfurt am Main 1989).
  4. Mehrere Schlägereien und ein Messerangriff. In: L’essentiel Online. 5. März 2012 (URL, abgerufen am 15. Juni 2018).
  5. Schreiende Babys, fünf Versuche pro Finger. In: Luxemburger Wort Online. 15. März 2012 (URL, abgerufen am 15. Juni 2018).
  6. Belegschaft bleibt in der Ungewissheit. In: Tageblatt Online. 10. Oktober 2012 (URL, abgerufen am 15. Juni 2018).