Gerste
Aus Wiktionary, dem freien Wörterbuch
Gerste (Deutsch) [Bearbeiten]
Substantiv, f [Bearbeiten]
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Gerste | die Gersten |
| Genitiv | der Gerste | der Gersten |
| Dativ | der Gerste | den Gersten |
| Akkusativ | die Gerste | die Gersten |
Worttrennung:
- Neue Rechtschreibung: Gers·te, Plural: Gers·ten
- Alte Rechtschreibung: Ger·ste, Plural: Ger·sten
Aussprache:
- IPA: [ˈɡɛʁstə], Plural: [ˈɡɛʁstn̩]
- Hörbeispiele: —, Plural: —
Bedeutungen:
- [1] eine gedeihende Getreidepflanze (Hordeum spp.) mit kurzem Halm und langen Grannen, deren Körner besonders zum Bierbrauen und zu Futterzwecken verwendet werden
- [2] Frucht von [1]
Herkunft:
- seit dem 9. Jahrhundert bezeugt; althochdeutsch: gerstaaus; mittelhochdeutsch: gerste; vergleiche auch altsächsisch: gersta; mittelniederländisch: gherste, gheerste, garste; niederländisch: gerst; alle aus germanisch: *gerstō oder es besteht auch eine Verbindung zu dem Germanischen *ger- ‚Spieß‘ wegen seiner 'spitzen' langen Grannen.
- Erwogen wird Verwandtschaft mit dem lateinischen hordeum → la ‚Gerste‘ und albanischen dritḣë → sq ‚Getreide‘. Erschließbar ist indoeuropäisches *g̑herzd(h), *g̑hṛzd(h) ‚Stachliges, Grannenkorn‘; vergleiche griechisch: κριθή (krithē) → grc ‚Gerste‘; litauisch: gìrsa → lt; lettisch: dzirši → lv ‚Rispengras‘.
- Da einige germanische Sprachen andere Namen für Gerste aufweisen (gotisch: barizeins ‚aus Gerste‘; abgeleitet von *bariz-; altenglisch bere ‚Gerste‘; altnordisch barr → non ‚Getreide‘), darf in der hier genannten Gruppe wohl eine gemeinsame Neuerung gesehen werden. Vergleicht man altindische हर्षते (hárṣatē) → sa – Wurzel हृष् (hṛṣ) → sa– ‚ist erregt oder ungeduldig, freut sich; auch: steht zu Berge, starrt (vom Haar)‘, griechisch: χέρσος (chersos) → grc ‚Festland, trockenes, unfruchtbares, unbebautes Land‘, lateinisch horrēre → la ‚emporstarren, starr sein‘ und altenglisch: gors, gorst, englisch gorse → en ‚Stechginster‘, so ergibt sich die indogermanische/indoeuropäische Wurzel *g̑her(s) ‚starren, beben‘, aus der Gerste und seine möglichen Verwandten ableitbar sind.[1][2][3]
Synonyme:
- [1] wissenschaftlich: Hordeum spp.
Oberbegriffe:
- [1] Getreide, Nutzpflanze,
- [1] botanisch: Gras
Unterbegriffe:
- [1] Braugerste ,(Sommergerste, H. distichum), Futtergerste (Wintergerste, H. vulgare)
- Wildgerste (Hordeum vulgare subsp. spontaneum)
- Kulturgerste (Hordeum vulgare L. subsp. vulgare):
- Zweizeilige Gerste (Hordeum vulgare f. distichon)
- Mehrzeilige Gerste:
- Rollgerste (Hordeum vulgare f. hexastichon)
- Hordeum vulgare f. agriochriton
- Hordeum vulgare var. coeleste L.
- Hordeum vulgare var. trifurcatum (Schlechtendal) Alefeld
Beispiele:
- [1] Ins Bier dürfen nur Gerste, Wasser und Hopfen.
Wortbildungen:
Übersetzungen [Bearbeiten]
Dialektausdrücke:
|
|
? Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1] Wikipedia-Artikel „Gerste“
- [1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Gerste“
- [1] canoo.net „Gerste“
- [1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon „Gerste“
- [1] The Free Dictionary „Gerste“
Quellen:
- ↑ Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Seite 933.
- ↑ Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 995.
- ↑ Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Seite 1578.
Ähnliche Wörter: